Gabi Kreslehner: Nils geht

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 13 Jahren

139 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16,95

Themen: Schule, Mobbing, Ausgrenzung, Freundschaft, Mitläufer, Mobber, Gewalt an Schulen, Zivilcourage, Selbstschutz

Spannend, mitreißend, berührend: Ein Jugendroman der Extraklasse!

Dont’t judge a book by its cover, heißt es. Für dieses Buch gilt das ganz besonders: Was sich so unaufgeregt präsentiert, ist ein aufwühlendes, krasses Jugendbuch, das alle jungen Leute fesseln wird. (Jaja, die alten schon auch, aber den Jungen hilft es halt im Leben weiter!)

Gabi Kreslehners berührender Roman Nils geht stößt uns mit der Nase auf eine unschöne Klassensituation: Da sind die fürchterlichen Vier, die ihren Namen nicht umsonst haben, da gibt’s einen Haufen Mitläufer, denen die Vier zuwider sind, die sie aber auch irgendwie bewundern, und dann gibt es Nils: „Egal wo, wenn du das perfekte Opfer bist, dann bist du es überall.“

Es entspinnt sich ein Thriller: Nils versucht, den Kopf über Wasser zu halten, die Mitläufer versuchen, wegzusehen, schaffen das aber nicht, und die Vier schlagen zu, immer und immer wieder. Doch eines Tages greift Nils zum Messer

Spannend, mitreißend, berührend: Gabi Kreslehner ist Großes gelungen.

Die 1965 geborene österreichische Autorin, Lehrerin und Theaterpädagogin Gabi Kreslehner schreibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihre Werke wurden schon mit vielen Preisen und Stipendien prämiert und in andere Sprachen übersetzt. Es ist unglaublich, wie gut sie sich in Jugendliche hineindenken kann und beschreibt, was wirklich abläuft.

Ich danke dem Tyrolia Verlag für das Rezensionsexemplar.

Albertine und Sylvie Neeman: Sie kommen!

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

32 Seiten, wunderschöne gebundene Ausgabe um € 15

Themen: Kindergarten, Schule, Kita, Pädagog*in, Lehrer*in, Tagesmutter, Kinder, Monster, Angst, erster Schultag, erster Kindergartentag, Schulbeginn, Kindergartenstart

Ein monstermäßig lustiger Blick auf den (Neu-)Start in Schule oder Kindergarten, für Kinder und Erwachsene!

Schulen, Kindergärten, Kitas, Tagesmütter: Alles öffnet wieder. Für Kinder, denen es in der Coronazeit zuhause besser gefallen hat und die in der nun wieder ungewohnten Umgebung irgendwie ein komisches Gefühl haben, bietet sich dieses monstermäßig lustige Bilderbuch von Albertine und Sylvie Neeman an: Sie kommen!, aus dem Französischen übersetzt von Bernadette Ott. Natürlich passt dieses Buch auch prima zum ersten Schul- oder Kindergartentag.

Das Buch zeigt einen Frau (Kindergärtnerin? Lehrerin?), die angstvoll die „Monster“ erwartet, sich dabei die ulkigsten Dinge ausmalt und dann auf der letzten Seite erkennt, dass die Kinder gar keine Monster, sondern süße Wesen sind, und manche sogar auch ein wenig Angst vor der ersten Begegnung mit ihr haben.

Wie toll für die jungen Leser*innen zu sehen, dass sie nicht die einzigen sind, denen vor dem ersten Kindergarten- oder Schultag mulmig zumute ist. Sogar Kindergärtner*innen, Tagesmütter und Lehrer*innen haben Ängste. Und am Ende sind alle Sorgen völlig unbegründet! Hurra!

Ein großartig illustriertes, witziges Bilderbuch, das mit einer augenzwinkernden Geschichte und farbenfrohen, superlustigen Monsterbildern überzeugt. Die Illustrationen zeigen bunte Scherzmonster in klaren Buntstiftlinien mit vielen herrlichen Details wie dem Ameisenmüsli „Knusper Knurps“. Während sich die Pädagogin in angsterfüllten Gedanken verstrickt, kichern sich die jungen Leser*innen von Seite zu Seite: Monster beim Essen, Monster beim Laufen, Monster im Auto mit 36 Orang-Utans,… Da gibt’s jede Menge zu entdecken und zu lachen!

Die Schweizer Illustratorin Albertine (*1967) wurde übrigens vor Kurzem prämiert mit dem Hans Christian Andersen Preis für ihre vielseitig interpretierbaren, humorvollen, mit feinster Präzision gezeichneten Kinderbuchillustrationen.

Ich danke dem Aladin Verlag für das Rezensionsexemplar.

Albertine und Sylvie Neeman. Sie kommen! Stuttgart: Aladin in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 2020. Übersetzt von Bernadette Ott.

Ryeo-Ryeong Kim: Eins – zwei, eins – zwei – drei

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 15 Jahren

208 Seiten, gebundene Ausgabe um € 18

Themen: Familie, Freunde, Schule, Sport, Nachbarschaft, Kickboxen, Korea, Asien, erste Liebe, Uni

Eins – zwei, eins – zwei – drei ist ein witziger, temporeicher, spannender Roman – und dank der „exotischen“ Kultur völlig unvorhersehbar: genial!

Der 17-jährige Held dieses Romans hat’s nicht leicht: Er ist zurückhaltend, hat keine Freunde in der Schule und lebt ohne Mutter in einer kleinen Wohnung mit dem Vater und dessen bestem Freund. So weit, so gut. Da kann sich jeder Teenie mit identifizieren. Aber BÄM! Der Held heißt Wan-Duk, die Geschichte spielt in Korea, der extrem kleinwüchsig Vater und der stotternde Onkel sind Taxitänzer, Wan-Duks vietnamesische Gastarbeiter-Mama taucht plötzlich auf, anstatt Leute blind vor Wut zu vermöbeln, fängt Wan-Duk mit Kickboxen an, die heiße, oberschlaue Klassenkameradin Jun-Ha wird seine „Managerin“ und sein völlig abgedrehter Nervensägen-Lehrer aus dem Nachbarhaus ist ein stinkreicher Politaktivist.

Auf diesen 200 Seiten wird man super unterhalten und taucht ganz nebenbei in eine völlig unbekannte Welt ein (außer man kennt sich schon in der koreanischen Kultur aus, natürlich).

Sehr zu empfehlen, für alle ab 15!

Die Koreanerin Kim Ryeo-Ryeong wurde 1971 in Seoul geboren. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder studierte sie mit knapp 30 Jahren Kreatives Schreiben an der Kunsthochschule Seoul. Eins – zwei, eins – zwei – drei war ihr Debütwerk, es erschien 2008 in Korea und wurde zu einem großen Erfolg. Die spätere Verfilmung unter dem Titel »Punch« von Lee Han verzeichnete über 5 Millionen Besucher. Kim lebt heute als freie Schriftstellerin in der koreanischen Provinz Gyeonggi-do.

Übersetzt wurde das Buch von Hyuk-Sook Kim und Manfred Selzer, die der koreanischen Kultur Raum gegeben haben und gerade so viel „eingedeutscht“ haben, dass man alles prächtig versteht. Wirklich toll!

Ein Wort noch zum Verlag:

Baobab Books ist ein Schweizer Kinder- und Jugendbuchbuchverlag, der sich als gemeinnütziger Verein lokal, national und international für kulturelle Vielfalt in der Kinder- und Jugendliteratur einsetzt und dementsprechende interkulturelle Projekte, Lesungen für Kinder, Workshops und Unterrichtsmaterialien anbietet. Die Corona-Krise ist für die Non-Profit-Organisation Baobab Books finanziell eine große Herausforderung. Um das geplantes Buchprogramm 2020 zu sichern, hat der Verlag eine 30-tägige Crowdfunding-Kampagne gestartet. Hier gibt’s Informationen dazu.

Okay, das war jetzt mehr als ein Wort…

Ich danke dem Verlag Baobab Books sehr herzlich für das Rezensionsexemplar.

Ryeo-Ryeong Kim. Eins – zwei, eins – zwei – drei. Basel: Baobab Books, 2020.

Annika Leone und Bettina Johansson: Überall Popos

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 4 – 6 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14

Themen: Familie, Körper, Nacktsein, Schwimmen, Schwimmbad, Springturm, Springen, Mut, Scham, der weibliche Körper, Vielfalt

Ein witziges, offenes, bestärkendes Bilderbuch für neugierige LeserInnen ab 4 Jahren!

Endlich ist Samstag und Mila kann mit ihren Eltern ins Schwimmbad gehen, um ganz alleine ins große Becken zu springen. Als ihr das Herz in die Hose rutscht, macht Papa vor, wie’s geht – und verliert dabei seine Badehose. Jetzt zeigt Mila, was in ihr steckt!

In diesem superlustigen Buch geht es nicht nur um Milas mutigen Sprung ins Becken, sondern auch um nackte Körper, Schamgefühl und Körpervielfalt. Das Buch ist also ganz nebenbei eine prima Vorbeugung gegen Selbstkomplexe und Body-Shaming. Schon die Jüngsten spüren das Korsett des Körperwahns, zum Beispiel beim Selfie-Machen, Barbie-Ausziehen und Filmegucken. Dem gilt es echte Körper entgegenzusetzen, dicke wie dünne, wabblige wie straffe, weiße wie braune. Zuhause sehen Kinder ja nur ihre Eltern nackt; in Überall Popos gibt‘s jede Menge nackter Körper zu sehen. Sie sind so vielfältig wie die Süßigkeiten, die sich Mila nach dem Schwimmbad aussucht.

Der witzige Text stammt von der freien Journalistin und Bloggerin Annika Leone, übersetzt hat Verlegerin Monika Osberghaus. Die großartigen Illustrationen stammen von Bettina Johansson. Auf ihrem Instagram-Account gewährt Annika Leone schon einen kleinen Einblick in den nächsten Band: Mila fährt mit ihren Eltern auf Urlaub nach Italien. Da gibt’s bestimmt wieder Spannendes zu entdecken, nicht nur Gelatoberge und Sandburgen!

Ich danke dem Klett Kinderbuch Verlag für das Rezensionsexemplar.

Annika Leone und Bettina Johansson. Überall Popos. Leipzig: Klett Kinderbuch Verlag, 2020. Originaltitel: Bara rumpor. Übersetzt von Monika Osberghaus.

Leonora Leitl: Königin für eine Nacht

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 4 Jahren

32 Seiten, wunderschöne gebundene Ausgabe um € 20

Themen: Familie, Beruf, Pflanzen, Tiere, Biologie, Arbeitslosigkeit, Nachbarn, Arbeitsamt, Forschung, Kaktus

Atemberaubend schöne Bilder illustrieren diese bewegende Geschichte einer Mutter, die ihren Job verliert. Zusammen mit ihrer Familie gelingt es ihr, wieder neu und lebensfroh durchzustarten. Ein wundervolles, berührendes Bilderbuch!

Roberta Tannenbaum sitz mutlos am Küchentisch. Sie hat ihre Arbeit am Biologiezentrum verloren. Ihre drei Kinder versuchen, sie wiederzufinden, aber da ist nichts zu machen. Die blöden Sprüche vom neugierigen Nachbarn, ein schrecklicher Arbeitsamt-Besuch und die Wehmut nach alten, besseren Zeiten ziehen sie weiter nach unten. Doch dann spricht ihr ihre Familie Mut zu und sie erinnert sich ihrer Stärken. Mit Feuereifer macht sich Roberta ans Werk und fasst neuen Lebensmut.

Wie vielen Eltern geht es jetzt so wie Roberta? Wie viele von uns sitzen Zuhause und sehnen sich nach ihrem Beruf vor den Kindern oder vor der Kündigung? Dieses herausragende Buch spricht ihnen allen Mut zu, tröstet sie, bestärkt sie. Und wie geht es unseren Kindern in der Krise? Wie erleben sie die traurigen, verunsicherten Eltern? Wie können sie einen Einblick in die Sorgen der Erwachsenen erhalten? Leonora Leitl lässt sie teilhaben und überträgt ihnen sogar eine wichtige Rolle. Es sind die Kinder, die Roberta aufheitern, sie in dieser schweren Zeit begleiten und letztendlich die Lösung finden.

Königin für eine Nacht ist nicht nur eine berührende und trotz des schweren Themas humorvolle Geschichte. Es besteht auch aus bezaubernden Illustrationen. Schon allein die Gestaltung des Vor- und Nachsatzpapiers ist ein Traum. Der Vorsatz zeigt ein grün-graues Gewirr aus Kakteenzweigen. Das Nachsatzpapier ziert ein strahlender Nachthimmel, vor dem sich magische Blüten auf Kakteenzweigen öffnen, denselben Zweigen, die zuvor noch trostlose erschienen.

Genau wie die Geschichte, so stecken auch die Bilder voller Witz. Hund Hektor beschwert sich beispielsweise bei einem Kind, weil Mama Roberta seine Hundehütte in Beschlag nimmt. Das zornige Gesicht der Katze, die den garstigen, sesselsägenden Ex-Arbeitskollegen von Roberta kratzen will, ist einfach herrlich. Alle Illustrationen von Roberta und ihrer Familie werden von wunderschönen Pflanzen und Tieren belebt. Selbst die Innenräume sind dschungelartig bewachsen. Für mich ein Sinnbild der heilenden Kräfte von Flora und Fauna. Nur im Arbeitsamt gibt es weder Pflanzen noch Tiere (und wer schon einmal dort war, den nimmt das nicht wunder).

Übrigens ist das Buch auch haptisch ein Traum: Ein rauer Leineneinband mit Fühlbuchstaben als Titel, klimaneutral hergestellt in Deutschland. Die Liebe, die in die Erschaffung dieses Kinderbuches gesteckt wurde, springt direkt über auf die Lesenden!

Leonora Leitl, geboren 1974, lebt mit ihrer Familie im österreichischen Mühlviertel. Die Grafikdesignerin illustriert und schreibt wunderschöne, preisgekrönte Kinderbücher. Für ihr Philosophier-Bilderbuch Einmal wirst Duwurde sie 2020 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Königin für eine Nacht ist auf der Shortlist des Huckepack Bilderpuchpreises 2020.

Ich danke dem Kunstanstifter Verlag für das Rezensionsexemplar.

Leonora Leitl. Königin für eine Nacht. Mannheim: Kunstanstifter Verlag, 2019.

Rose Lagercrantz und Eva Eriksson: So glücklich wie noch nie?

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 7 Jahren

224 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12,95

Themen: Freundschaft, Familie, Patchwork-Familie, Hochzeit, Besuch, Schweden, Italien, Krankheit, Reise, Rom

Es gibt sie: richtig gute Bücher für ErstleserInnen. So glücklich wie noch nie? von Rose Lagercrantz ist so ein besonderer Schatz, den ich euch uneingeschränkt ans Herz legen möchte. Im spannenden, beglückenden und inspirierenden Kinderroman geht es um Freundschaft, Familie und Liebe. „Liebe ist besser als keine Liebe“, sagt die Hauptfigur Dunne. Wie wahr! Große Gefühle in einem kleinen Buch!

Seit 2011 sind schon 7 Bände der Freundschaftsgeschichte um Dunne und Ella Frida herausgekommen, jeder absolut bezaubernd und auch gut einzeln lesbar. Man kann also durchaus mit dem neuen und letzten Band der Reihe beginnen. Dunne erlebt neben vielen schönen Momenten auch echte Schicksalsschläge, hat aber entschieden, dass das Unglück nicht zählt, und sich aufs Glücklichsein spezialisiert.

In diesem Band fällt ihr das nicht ganz leicht, obwohl ihr Papa und Wanda heiraten wollen. Die zwei möchten nämlich nur ganz klein in Rom heiraten, ohne Dunnes bester Freundin Ella Frida. Bringt das ihre Freundschaft in Gefahr?

Lagercranzt taucht tief ins kindliche Fühlen und Erleben ein. Ihr schlichter, fesselnder Stil ist einfach großartig.

Laut Verlag ist das Buch in vier Stunden (vor-)lesbar. Meine Kleine hat es schneller geschafft. Sie ist genauso wie ich von der Reihe begeistert und hat dieses Buch voller Witz und Kinderlogik geradezu verschlungen.

Rose Lagercrantz, geboren 1947 in Stockholm, leitete ein Kindertheater und arbeitete für Rundfunk und Fernsehen, bevor sie begann, Kinderbücher zu schreiben. Ihre Eltern hatten den Holocaust überlebt, aber darüber wurde in der Familie nicht gesprochen. Für ihr Gesamtwerk wurde Lagercrantz 1979 mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichnet.

Die zuckersüßen Illustrationen hat übrigens Eva Eriksson gestaltet. Angelika Kutsch hat wunderbar aus dem Schwedischen übersetzt.

Ich danke dem Moritz Verlag für das Rezensionsexemplar.

Rose Lagercrantz. So glücklich wie noch nie? Frankfurt: Moritz Verlag, 2020. Übersetzt von Angelika Kutsch. Mit Illustrationen von Eva Eriksson. Originaltitel: Kärlek är bättre än ingen kärlek.

Cordula Sophie Matzner und Raffaela Schöbitz: Kommt ein König in den Zoo…

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 3-10 Jahre

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14

Themen: Tiere, Zoo, hoher Besuch, König, Schönheit, Allergie, Reime

Kommt ein König in den Zoo ist ein herrlich lustiges, fein gereimtes, wunderschön gezeichnetes Bilderbuch für Kinder von 3 – 10 Jahren! Sehr zu empfehlen!

Der König hat seinen Besuch im Zoo angesagt und der Direktor stellt sofort ein speziell geschultes Team ein, um alle Tiere auf Hochglanz bringen zu lassen. Es wird gefeilt, gestylt, geputzt und gestutzt, bis die ganze Truppe funkelt und blitzt. Dabei lassen sich die Verschönerungsprofis die kühnsten Dinge einfallen, um erfolgreich zu sein. Trapez-Bürster kümmern sich um die Krokodilszähne, Friseure tönen Giraffenhörner, der Stylist verpasst dem Gürteltier einen Gürtel, der seine Rundungen betont, und um die Tiere mit heiklem Design kümmern sich gleich mehrere Maler. Doch dann meldet sich der königliche Sekretär…

Neben der unterhaltsamen, wunderbar gereimten Geschichte bestechen die feinen, einfallsreichen Zeichnungen. Von den ulkigen Gesichtern der frisch gestrichenen Zoobewohner über die Accessoire-Auswahl des Gürteltiers bis hin zu den Häschenpuschen des königlichen Sekretärs gibt es unzählige, superlustige Details zu entdecken. Ein Buchschatz der Extraklasse!

Die Österreicherin Cordula Sophie Matzner (Jahrgang 1988) hat die Schmunzelgedichte verfasst. Ihre Landsmännin Raffaela Schöbitz (Jahrgang 1987) hat die ausdrucksstarken Illustrationen mit Tusche, Bleistift und Farbe gestaltet.

Ich danke dem Verlag minedition für das Rezensionsexemplar.

Cordula Sophie Matzner und Raffaela Schöbitz. Kommt ein König in den Zooo… . Zürich: minedition Verlag, 2020.

Heidi Trpak und Leonora Leitl: Willi Virus – Aus dem Leben eines Schnupfenvirus

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: 4- 8 Jahre
26 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16,95

Themen: Viren, Schnupfenvirus, Gesundheit, Immunsystem, Corona, Covid-19

Willi Virus sieht niedlich aus, hat es aber faustdick hinter den Ohren und macht Menschen krank. Trotzdem ein niedliches Kerlchen, wo er uns doch so gerne besucht, sogar mit Geschenk: einem prächtigen Schnupfen!

In Heidi Trpaks großartigem Sachbuch, das 2016 mit dem „Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis“ ausgezeichnet wurde und auf der Shortlist für „Bestes Wissenschaftsbuch des Jahres“ stand, erfahren Kinder von 4 – 8 Jahren auf humorvolle, anschauliche Weise, was Viren sind und wie man sich vor ihnen schützen kann, was passiert, wenn sie in unsere Körper eindringen und wie man sie wieder los wird. Außerdem gibt’s eine fabelhafte Sammlung davon, wie man sich auf der ganzen Welt „Gesundheit!“ wünscht und „Hatschi“ sagt. Besonders tröstlich die Doppelseite, die den Kids versichert, dass Viren auf alle Menschen scharf sind, egal ob reich oder arm, berühmt oder unbekannt. Viren sind eben echt gerecht!

Willis chinesische Cousine Cordula Corona kommt übrigens in allen Auflagen des Buches ab 2020 vor, also sowohl im E-Book als auch in der nun erhältichen dritten Druckauflage. Dieses Buch ermöglicht einen unterhaltsamen, angstfreien Zugang zum Thema Viruserkrankung und bestärkt seine LeserInnen, die staatlichen Corona-Richtlinien zu beherzigen.

Willi Virus ist voller Humor! Und voller wunderschöner, ideenreicher und witziger Illustrationen von Leonora Leitl, die zum Nachzeichnen und Nachbasteln anregen. In von Grün und Blau dominierten Bildern mit vielen runden Formen taucht man in eine Mikroskopwelt ein und findet auf jeder Seite etwas zu lachen, zum Beispiel wenn eine Abwehrzelle wie Superman auf einen Virus zuschießt.

Dieses feine Kindersachbuch über Viren ist absolut empfehlenswert, und ihr habt es bis 3.5.2020 bei mir gewinnen können. Vielen Dank fürs Mitmachen an alle TeilnehmerInnen! Gewonnen hat: @brcnn von Instagram.

Ich danke dem Tyrolia Verlag für das Verlosungsexemplar! Übrigens bietet Tyrolia auch einen super Online-Buchshop, der innerhalb Österreichs kostenlos liefert.

Heidi Trpak. Willi Virus: Aus dem Leben eines Schnupfenvirus. Innsbruck, Wien: Tyrolia Verlag, 2020. Illustriert von Leonora Leitl.

Martin Verg und Jürgen Hübner, Hg.: Gestern war noch Krieg: Die Zeit um 1945 in Sachtexten und Erzählungen von Gudrun Pausewang, Christine Nöstlinger, Klaus Kordon u.a.

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦◊◊◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 10 Jahren

240 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12

Themen: Zweiter Weltkrieg, 1945, Kriegsende, Bombenkrieg, Widerstand, Volkssturm, Adolf Hitler, Flucht, Vertreibung, Befreiung, Besatzung, Nationalsozialismus, Gestapo, Konzentrationslager, SS, Wehrmacht, Nazi-Diktatur

Wie war das Leben in Deutschland und Österreich während des Zweiten Weltkriegs? Gestern war noch Krieg schildert Kindern den Zweiten Weltkrieg in verständlichen Sachtexten und spannenden Erzählungen berühmter KinderbuchautorInnen. Sehr berührend und fundiert! Absolut empfehlenswert!

Vor 75 Jahren endete der Zweiten Weltkrieg. Der langjährige GEOlino-Journalist und Kinderbuchautor Martin Verg hat aus diesem Anlaß mit dem Kinderbuchexperten Jürgen Hübner ein hervorragendes Buch gegen das Vergessen herausgegeben, das spannende Kriegskinderprosa von elf namhaften AutorInnen versammelt und einen kindgerechten historischen Überblick über den Zweiten Weltkrieg liefert.

Die Kinder-Anthologie besteht aus fünf Kapiteln (Bombenkrieg, Widerstand, Volkssturm, Vertreibung, Besatzung), zu denen immer zwei bis drei hochkarätige, eindrückliche, bewegende Erzählungen gehören. Unter den AutorInnen sind Christine Nöstlinger, Uri Orlev, Gudrun Pausewang, Klaus Kordon , Ruta Sepetys und Anke Bär. Jedes Kapitel wird von einem einführenden Text eingeleitet, der den geschichtlichen Hintergrund verständlich und knapp erläutert und die Texte kontextualisiert. Ein fundiertes Vorwort und Nachwort verbinden die schrecklichen Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs mit der Gegenwart und Zukunft. Eine gelungene Zeittafel und ein tolles Glossar ergänzen dieses herausragende Kinderbuch, das Kindern den Zweiten Weltkrieg begreifbar macht.

„Je weniger Menschen leben, die aus eigener Erfahrung über diese Zeitberichten können, desto bedeutender werden historische und literarische Quellen, die die Ursachen, Geschichte und Folgen der NS-Herrschaft und ihre Verbrechen auf anschauliche Weise näher bringen“, schreiben Sabine Bamberger-Stemmann und Jens Hüttmann im Nachwort. Auch aus diesem Grund ist Gestern war noch Krieg sehr wertvoll.

Ich danke dem Thienemann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Martin Verg und Jürgen Hübner in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg. Gestern war noch Krieg: Die Zeit um 1945 in Sachtexten und Erzählungen von Gudrun Pausewang, Christine Nöstlinger, Klaus Kordon u.a. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 2020. Mit Illustrationen von Irmela Schautz.

Thomas Brezina: Fritz Fantom – der Schrecken der Schule

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 7-11 Jahre

145 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12,95

Themen: Fritz Fantom, Familie, Tom Turbo, Freunde, Mobbing, Schule, Verbrecher, Gauner, Bösewichte, Geheimnisse, Superheld, Superschurke

Sehr spannend, den Blickwinkel zu wechseln und die berühmten Tom Turbo-Fälle aus Fritz Fantoms Sicht zu sehen. Wie und in welcher Familie ist er wohl aufgewachsen? Hat er auch gute Seiten? Als sich der Gauner eines Tages riesig groß zaubern lassen will, wird er winzig klein geschrumpft. Gut, dass ihm Tom Turbo immer auf der Spur ist!

Viele von Euch kennen Tom Turbos spannende Abenteuer, in denen Fritz Fantom einer der Hauptschurken ist. Nun hat ihm Thomas Brezina ein eigenes Buch gewidmet, in dem Fritz Fantoms größte Geheimnisse gelüftet und die Rätsel um seine Familie gelöst werden. Das Buch wird von vielen ansprechenden Illustrationen und Comic-Elementen aufgepeppt und ist so auch für weniger geübte LeserInnen ein großes Lesevergnügen.

Fritz Fantom verrät im Buch auch die besten Tricks aus seiner laaaangen Schulkarriere: sehr witzig! Das Unheil nimmt seinen Lauf, als Dr. Frankenschrei Fritz Fantom vergrößern will. Das geht nämlich gehörig schief, und natürlich hat Tom Turbo da seine Finger (äh, Speichen) im Spiel! Er ist es auch, der Fritz Fantom aus seiner misslichen Lage retten kann. Ob er seinem Erzrivalen helfen wird?

Thomas Brezina ist ein erfolgreicher österreichischer Autor, Moderator und Produzent. Mit seinen über 550 Büchern in 40 Sprachen hat er „die Welt erobert“. Brezina lebt in Wien und London und ist seit 2008 für das Kinderprogramm des Österreichischen Rundfunks ORF verantwortlich. Auf seiner Homepage gibt’s Genaueres zu seiner spannenden Karriere, den vielen Auszeichnungen und seinen neuesten Projekten (ich sage nur: Liebesroman für Erwachsene!).

Der Illustrator Pablos Tambuscio hat Kunst studiert und lebt in Buenos Aires, Argentinien, wo er für Thomas Brezinas Buchserien Alle meine Monster, Bronti und Tom Turbo zeichnet.

Ich danke dem G&G Verlag für das Rezensionsexemplar!

Thomas Brezina. Fritz Fantom: Der Schrecken der Schule. Wien: G&G Verlag, 2020. Mit Illustrationen von Pablo Tambuscio.