Katherine Applegate: Der unvergleichliche Ivan

Katherine Applegate Der unvergleichliche Ivan  Buchempfehlung Buchtipp Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Feuer und Flamme fuer junge Literatur tolles Buch lesenswert empfehlung
Ein poetisches Kinderbuch, geschrieben aus der Sicht eines Gorillas. Wunderschön!

Zielgruppe: Jungen und Mädchen ab 10 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 4 von 5 Wissensstufen
Humor: 4 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

264 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen: Tiere, Freundschaft, Kunst, Gefangenschaft, Hoffnung

Der Silberrücken Ivan wir zusammen mit anderen exotischen Tieren in kleinen Käfigen als Attraktion in einem großen Einkaufszentrum gefangen gehalten. Mit Elefantendame Stella und Streunerhund Bob ist er befreundet, ebenso wie mit dem Kind Julia, der kleinen Tochter seines Pflegers. Der Roman wird aus Ivans Perspektive erzählt, was zu kurzen, wunderschön verfassten Kapiteln führt – schließlich sind Berggorillas keine Plaudertaschen wie etwa Schimpansen… Als Stella durch Verschulden des Zirkusbetreibers Mack stirbt und Elefantenbaby Ruby von ihm mit einem Hakenstock misshandelt wird, beschließt der „unvergleichliche Ivan“, seinem Namen gerecht zu werden und Ruby zu retten:
„Als alle Menschen gegangen sind, schicke ich Bob los, um nach Ruby zu sehen. ‚Wie geht es ihr?‘, frage ich, als er zurückkommt.
‚Sie zittert‘, sagt Bob. ‚Ich habe versucht, sie mit Stroh zuzudecken. Und ich habe ihr gesagt, dass sie sich keine Sorgen machen soll, weil du sie retten wirst.‘
Ich starre ihn an. ‚Das hast du ihr so gesagt?‘
‚Du hast es Stella versprochen.‘ Bob senkt den Kopf. ‚Ich wollte doch nur, dass die Kleine sich besser fühlt.‘
‚Ich hätte das nicht versprechen dürfen, Bob. Ich wollte nur…‘ Ich zeige auf Stellas Zuhause, und einen Moment lang kommt es mir vor, als hätte ich plötzlich vergessen, wie man atmet. ‚Ich wollte Stella glücklich machen, glaube ich. Aber ich kann Ruby nicht retten. Ich kann ja noch nicht einmal mich selbst retten.‘
Ich lasse mich nach hinten auf den Rücken fallen. Der Betonboden ist hart und kalt wie immer, aber heute Nacht fühlt er sich an wie Eis.
Bob springt auf meinen Bauch. ‚Du bist der unvergleichliche Ivan‘, sagt er, ‚der mächtige Silberrücken‘“ (Seite 102-103). Und Ivan gelingt das Unmögliche!

Die kompakte Sprache des tierischen Erzählers ist bezaubernd, die Geschichte unglaublich fesselnd – und sie beruht auf einer wahren Begebenheit: 27 Jahre lang wurde der aus dem Kongo entführte Gorilla Ivan in einem amerikanischen Einkaufszentrum in einem Einzelkäfig gefangen gehalten. 2012 ist er schließlich verstorben, und Katherine Applegates Roman verleiht ihm eine Stimme, die Gehör findet: Das berührende Buch ist ein New York Times Bestseller und Gewinner der John Newbery Medaille.

Katherine Applegate. Der unvergleichliche Ivan. München: Knesebeck, 2014. Übersetzt von Ingrid Ickler

Michael Königs Kinderteller: Leckere Kochrezepte für Kinder

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Ein geniales Kochbuch voller Rezepte, die der ganzen Familie schmecken!

Zielgruppe: Eltern mit hungrigen Kindern
Leselevel: 5 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 5 von 5 Wissensstufen
Humor: 3 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten
160 Seiten, Taschenbuch um € 14,90

Thema: Rezepte, die Kindern schmecken und halbwegs* gesund sind

Liebe Eltern! Geht’s Euch auch so, dass Ihr im Prinzip jede Woche das Gleiche kocht? Oder dass Ihr, wenn Ihr mal etwas Anderes ausprobieren wollt, stundenlang im Netz surft, nur um dann doch wieder das Altbewährte zu kochen, weil die Kinder das Kreativgesunde sowieso nicht essen würden?

Traraaaaa: Michael Königs Elternkochbuch ist die Lösung! In _Kinderteller_ werden 72 Gerichte vorgestellt, die sowohl von seinen eigenen Kindern als auch von einem ganzen Trupp Kindergartenkinder für lecker befunden wurden. Zudem haben zwei Haubenköche (die zusammen auch noch mal 7 Kinder haben) die Rezepte getestet und gelobt – die Kinderspeisen sind also auch für uns Erwachsene eine Freude!

Ideal!! Jetzt, da unser Hund „Viola“ meine schöne Alltagsoase in einen wilden Chaos-Acker verwandelt hat, bin ich doppelt froh, ein Buch zu haben, das ich einfach nur aufschlage und je nach zuhause befindlichen Zutaten entscheide, was ich koche. Und dann auch noch von meinen Kindern gelobt werde (freu!!) UND das Essen auch selbst genieße. Halleluja!

Die Rezepte sind durchwegs gesund, falls wenig Gemüse enthalten ist, wird noch ein leckeres Salatrezept angefügt. Natürlich ist das Kuchen-Kapitel hiervon ausgenommen*, was ich nur begrüßen kann. Wenn ich schon mal einen Kuchen backe, soll der wirklich lecker sein und auch nicht wie ein Brot aussehen. Für Kochneulinge wird es ungewohnt sein, dass keine Zubereitungszeiten angegeben werden, aber das kann man ja nach dem ersten Nachkochen selbst notieren. Erfahrenere Köchinnen und Köche können sicher abschätzen, wie lange man z.B. für „Wiener Schnitzel mit Gurken-Paprika-Salat“ brauchen wird (L O V E !!).

Natürlich habe ich auch dieses Kochbuch wieder auf den Prüfstand gestellt und mal getestet, ob meine Kinder wirklich ALLE Rezepte mögen, auch so etwas wie „Brokkoliauflauf“ und „Curryreis“. Und das war zugegebenermaßen gemein von mir, weil meine Töchter weder Brokkoli noch Curry mögen ;-). Den „Brokkoliauflauf“ hab ich zu Piratenauflauf umgetauft, und er hat uns allen wunderbar geschmeckt. Auch der „Curryreis“ (in unserem Haushalt bekannt als „Putenpfanne“) war ein voller Erfolg. Das Traumrezept vom „Schokoladenkuchen“ ist selbstredend das Highlight gewesen, für Mama und Kids.

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Danke an den Olivia-Verlag für dieses super Kochbuch!

Michael König. Kinderteller: Leckere Kochrezepte für Kinder. München: Olivia Verlag, 2012.

Marko Simsa und Doris Eisenburger: Die Zauberflöte: Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

Marko Simsa Doris Eisenburger Die Zauberflöte Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart Buchempfehlung Buchtipp Kinderbuchblog Brigitte Wallinger geniales Musikbuch Zum Muttertag möchte ich ein hervorragendes Musikbuch mit CD vorstellen, das Kinder und Mütter begeistern wird.

Zielgruppe: Jungen und Mädchen von 3 bis 10 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 5 von 5 Wissensstufen
Humor: 3 von 5 Punkten
Spannung: 4 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 24,95

Themen: Oper, Magie, Mozart, Musik

Wolfgang Amadeus Mozarts wundervolle Oper Die Zauberflöte wird von Marko Simsa kindgerecht vorgestellt und nacherzählt. Doris Eisenburgers fesselnde Illustrationen vermitteln den Eindruck, Zuseher / Zuseherin einer Opernproduktion zu sein. Zudem erweckt die beigelegte, erstklassige CD den Zauber von Mozarts wohl bekanntester Oper. Das vollkommen gelungene Musikbuch vermag es, Kinder wie Erwachsene für klassische Musik zu begeistern. Einfach toll!

Marko Simsa und Doris Eisenburger. Die Zauberflöte: Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Berlin: Annette Betz Verlag in der Ueberreuter Verlag GmbH, 2017.

Gabrielle Kent: Alfie Bloom: Das Geheimnis der Drachenburg

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Alfie Bloom ist ein Glücksfall für alle lesewütigen Zwei- und Vierbeiner! Dieses Buch ist total spannend, super geschrieben bzw. übersetzt und wahnsinnig witzig! Die Kids werden Alfie Bloom: Das Geheimnis der Drachenburg geradezu verschlingen.

Zielgruppe: Jungen und Mädchen ab 10 Jahren; auch für abenteuerlustige, magieaffine Erwachsene geeignet 🙂

Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 2 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

311 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12,99

Themen: Freundschaft, Magie, Drachen, Geheimnisse, fliegendes Bärenfell, Zauberburg, Druiden

Der elfjährige Halbwaise Alfie kommt aus bescheidenen Verhältnissen, sein Vater ist ein unkonventioneller Erfinder und viele seiner Mitschüler würden ihn wohl als „Opfer“ bezeichnen. Das Blatt wendet sich allerdings, als er eine magische Burg erbt, samt geheimnisvollem Butler, fliegendem Fell und gefährlichem Drachenkerker. Ein fantastisches Abenteuer jagt das nächste und es bleibt bis zum Schluss spannend. Alfies Cousin Robin, seine Cousine Madeleine und seine Freundin Amy stehen ihm mit Rat und Tat zur Seite, und zusammen entwirren sie das Geheimnis rund um den Druiden Orin Hopcraft und dessen Burg.

Auf der Suche nach Orin Hopcrafts Studierzimmer erwecken Alfie, Robin und Madelaine mithilfe einer Zauberpfeife ihren zukünftigen Freund Artan zum Leben:
„Vor dem Kamin lag ein Bärenfellteppich, dem Robin gerade ins offene Maul spähte.
‚Der muss ziemlich furchterregend gewesen sein, als er noch gelebt hat‘, sagte Madelaine und strich über den pelzigen Teppich, während Alfie ein letztes Mal in das Pfeifchen blies.
‚Sehr freundlich von dir, das zu sagen, Kleines‘, erwiderte eine tiefe, grollende Stimme. Im selben Moment hob sich der Kopf des Bären und wandte sich ihnen zu.
Alfie verschluckte beinahe die kleine Pfeife. Robin krabbelte hektisch ein paar Meter rückwärts und hatte es dermaßen eilig, von dem sprechenden Teppich wegzukommen, dass er Madelaine von den Beinen fegte. Alle drei sahen fassungslos zu, wie der Bär sanft ein Stück in die Höhe schwebte und sich nach einem lautstarken Gähner zu schütteln begann wie ein Hund nach dem Schaumbad. Eine jahrhundertealte Schicht aus Staub und lockeren Fellhaaren wirbelte durch das Zimmer.
Als er schließlich einigermaßen zufrieden schien, wandte der Bär sich an Alfie, dessen Wuschelkopf jetzt komplett von Staub bedeckt war.
‚Also dann, Jungchen. Ich hab viel zu lange geschlafen und könnte es ganz gut vertragen, mir ein bisschen den Wind durch den Pelz wehen zu lassen. Und da du mich geweckt hast, darfst du auch bestimmen, wo’s hingeht.‘
Alfie starrte auf die schimmernden Glasaugen und das grinsende Bärenmaul und überlegte fieberhaft, ob er antworten oder doch lieber um sein Leben rennen sollte. Der Bär hingegen schien diese Reaktion sehr zu genießen, denn er rollte theatralisch die Augen und sagte dann übertrieben langsam und laut, so als spräche er mit einem Schwerhörigen: ‚WO WÜRDEST DU GERNE HIN?‘“ (Seite 108-109).

Alfies erstes Abenteuer ist wirklich genial, was man – wenn man den Rezensionen der Online-Leserschaft Glauben schenkt – von den beiden Folgebänden nicht behaupten kann. Ich habe soeben Band 1 fertiggelesen und bin total begeistert. Sollten Band 2 und 3 auch toll sein, werde ich sie auf meinem Blog empfehlen, ansonsten genießt einfach nur dieses Buch!

Die Autorin Gabrielle Kent arbeitete übrigens über fünfzehn Jahre lang in der Videospielbranche, unterrichtet nun Spielentwicklung und -design an der Teesside Universität und organisiert Animex, Englands größtes Festival für Computerspiele und Animation. Die super Story dieses Buches überrascht mich vor diesem Hintergrund überhaupt nicht!

Gabrielle Kent. Alfie Bloom: Das Geheimnis der Drachenburg. Köln: Schneiderbuch EGMONT, 2015. Aus dem Englischen übersetzt von Kai Kilian.

Otfried Preußler: Der Räuber Hotzenplotz

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Die Begeisterung über den vierten, posthum entdeckten Band des Kinderbuchklassikers ist riesig! Ich freue mich wie wild auf „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“, der am 17. Juli erscheinen wird. Einstweilen bitte Band 1-3 lesen. Hier meine Empfehlung für Band 1, „Der Räuber Hotzenplotz“:

Zielgruppe: Kinder von 5 – 9 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 2 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten
128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 11,99
Themen: Kasperl, Seppel, Räuber, Großmutter, Zauberer, Abenteuer

Zwei Daumen nach oben für dieses witzige Kultbuch!

Der Räuber Hotzenplotz stiehlt die Kaffeemühle von Kasperls Großmutter. Natürlich versuchen Kasperl und sein treuer, wenn auch etwas begriffsstutziger Freund Seppel diese wieder zurückzubekommen. Dabei geraten die beiden leider in Gefangenschaft: einer muss dem Hotzenplotz dienen, der andere dem bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann. Als der Räuber dem Zauberer Kasperl als Dienstboten anbietet, spielt sich folgende Szene ab:

„Hotzenplotz knüpfte die Schnur auf, mit der er das obere Ende des Sackes zugeschnürt hatte. Der Sack glitt herunter, zum Vorschein kam Kasperl mit Seppels Hut auf dem Kopf.
Petrosilius Zwackelmann schnackelte mit den Fingern und zauberte seine Brille herbei. Er setzte sie auf die Nase und musterte Kasperl durchdringend. Kasperl machte das dümmste Gesicht, das er machen konnte.
‚Ist er so dumm, wie er aussieht?‘, fragte der große Zauberer Zwackelmann.
‚Mindestens‘, sagte Hotzenplotz.
‚Das ist gut‘, sagte Zwackelmann, ‚das ist sehr gut! Wie heißt er denn?‘
‚Seppel.‘
‚Aha. – Also, Seppel, ich nehme dich. Kannst du Kartoffeln schälen?‘
‚Natürlich, Herr Schnackelmann!‘
Petrosilius Zwackelmann brauste auf.
‚Du verdrehst meinen Namen, Kerl?‘, rief er zornig. ‚Ich bin auch nicht einfach ein Herr, ich verlange von dir die Anrede ‚Großer Zauberer Petrosilius Zwackelmann‘! Merk dir das ein für alle Mal!‘
‚Sehr wohl, großer Zauberer Zeprodilius Wackelzahn!‘, sagte Kasperl ganz unschuldig“ (Seite 45).

Keine Sorge, Kasperl und Seppel kommen frei und alles endet gut, allerdings werden bis dahin die Lachmuskeln ordentlich strapaziert. Was für ein geniales Kinderbuch!

Otfried Preußler. Der Räuber Hotzenplotz. Stuttgart: Thienemann, 2012 (Erstpublikation 1962).

Anke Kuhl und Martin Schmitz-Kuhl: Alle Kinder: Ein ABC der Schadenfreude

Kuchl und Schmitz-Kuhl, Alle Kinder Ein ABC der Schadenfreude, Buchtipp, Buchempfehlung, Kinderbuch, toll, Brigitte Wallinger, KinderbuchblogZielgruppe: Kinder von 5 – 9 Jahren
Leselevel: 2 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 1 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten
64 Seiten, gebundene Ausgabe um €13,95
Themen: Schadenfreude, Witze, ABC, Reime

Ein Witzebuch für Groß und Klein: sehr empfehlenswert!

Wie der Titel schon ankündigt, stecken in diesem Buch 26 Gründe zur Schadenfreude, die jeweils in einem witzigen Bild und einem super Reim beschrieben werden. Das Bild von einem Kind im Rolli auf einem Sandstrand voller badewütiger Kids wird etwa von diesem Zweizeiler begleitet: „Alle Kinder genießen die Sonne. / Außer Olli – der trägt `nen Rolli“ (Seite 29). Die Witze sind ab und an etwas makaber („Alle Kinder fahren mit dem Bus. / Außer Gunther – der liegt drunter“, Seite 13), aber die Kinder finden auch diese Scherze lustig – meine zumindest :-). Allerdings Hände weg von diesem Buch, wenn man mit schwarzem Humor nichts anfangen kann!

Ich habe mir die Amazon-Rezensionen durchgesehen und es scheint, dass man dieses Buch entweder liebt oder hasst. 73% der Leute vergeben fünf von fünf Sternen, allerdings bewerten 16% dieses Buch mit nur einem Stern bzw. bedauern, nicht null Sterne vergeben zu können. Diese 16% werfen dem Buch zum einen die alten Witze vor (ja, ich habe sie auch schon auf dem Pausenhof gehört) und zum anderen die makabren Reime über den Tod eines Kindes (z.B. des erwähnten Gunther). Worin sich die meisten einig sind, ist, dass die Kinder die Scherze sehr lustig finden, und das ist ja nicht ganz unwichtig für ein Kinderbuch! Wenn man pädagogisch wertvoll vorgehen möchte, kann man ja zusammen mit den Kindern eigene Reime ersinnen ;-).

Anke Kuhl und Martin Schmitz-Kuhl. Alle Kinder: Ein ABC der Schadenfreude. Leipzig: Klett Kinderbuch, 2013.

Kveta Pacovska: Blau, Rot, Alle. Ein Farbenspielbuch

Kveta Pacovska Blau, Rot, Alle Ein Farbenspielbuch, Buchempfehlung, Buchtipp, Bilderbuch, Kinder von drei bis sechs, Brigitte Wallinger, Kinderbuchblog

Zielgruppe: Kinder von 3 – 6 Jahren
Leselevel: 1 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 3 von 5 Wissensstufen
Humor: 3 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten
32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 19,95

Themen: Farben, Formen, Tiere, Freundschaft, Sinne, Spiel

Ein wunderschön illustriertes, interaktives Bilderbuch für Mädchen und Jungen von 3 – 6 Jahren, das den Kindern auf vielfältige Weise das Thema Farbe näher bringt.

Jede Seite ist Kunstwerk und Spielplatz zugleich, denn das Buch erfreut nicht nur die Augen sondern auch die Finger. Überall können die Kids an Rädern drehen, hinter Türchen gucken und durch Löcher greifen. Pacovskas tolle Bilder sind ein großer Genuss für alle Fans der modernen Kunst. Zudem ist die Geschichte von der farblosen, unglücklichen Schnecke, der ein lustiger Frosch zu einem bunten Leben verhilft, ganz bezaubernd.

Die 1928 geborene tschechische Künstlerin, Buchautorin und -illustratorin Kveta Pacovska wurde 1992 gleich zweimal mit renommierten internationalen Buchpreisen ausgezeichnet: mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis sowie der Goldenen Letter.

Kveta Pacovska: Blau, Rot, Alle. Ein Farbenspielbuch. Zürich: minedition, 2011.

Brandon Mull: Spirit Animals: Der Feind erwacht

Titelbild von Brandon Mull Spirit Animals 1: Der Feind erwacht Zielgruppe: Kinder ab 10
Themen: Kinder retten die Welt, Fantasy, Freundschaft, Tiere
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 3 von 5 Wissensstufen
Humor: 3 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 4 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 4 von 5 Punkten
256 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,99 (TB € 8,99)

Spirit Animals wurde mir von einer Kinderbuchexpertin der Stadtbibliothek Salzburg empfohlen, weil es eine der beliebtesten Kinderbuchreihen derzeit sei. Ich habe mir natürlich sofort Band 1 vorgeknöpft und kann ihn empfehlen. Besser als jede Fernsehserie ist er allemal, auch wenn die Erzählweise keinen literaturverwöhnten Erwachsenen begeistern wird. Aber das Buch ist ja nicht für Erwachsene geschrieben worden…

Die vier Hauptfiguren Connor, Abeke, Meilin und Rollan sind elfjährige Auserwählte (2 Jungen, 2 Mädchen), die ihre Welt namens „Erdas“ zusammen mit ihren mächtigen Seelentieren vor dem Untergang retten müssen. In Der Feind erwacht werden die unterschiedlichen Kinder und ihre Seelentiere zu einem Team, und wir erfahren vieles über diese spannende Welt. Am Ende des Buches wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ich bin mir sicher, das empfinden die jungen LeserInnen ebenso, deshalb beide Daumen nach oben für die Spirit Animals.

Wie geht es denn weiter?
Brandon Mull hat Band 1 geschrieben und die Geschichte konzipiert. Die meisten Folgebände wurden von anderen AutorInnen verfasst. Ich hatte Glück: Der Autor von Band 6, den ich per Zufall ausgewählt hatte, ist Eliot Schrefer. Sein Buch hat mir sogar besser gefallen als Mulls erster Band. Bis Band 7 ist der Übersetzer Wolfram Ströle unsere Konstante in der deutschen Version, danach übernimmt Friedrich Pflüger. Band 1 – 7 gehören zur 1. Staffel der Buchserie. Die 2. Staffel hat 6 Bände, zudem gibt es noch drei Sonderausgaben. Die deutschen LeserInnen müssen aber erstmal auf Band 9 (bzw. Band 2 der 2. Staffel) warten, der im Juni 2018 herauskommen wird.
16 Bände zu einer Geschichte sind eine ganze Menge, aber die komplexe Geschichte gibt durchaus einiges her. Und echte Fans erschüttert ja sowieso nichts…

Brandon Mull. Spirit Animals: Der Feind erwacht. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag, 2015.

Axel Scheffler und Julia Donaldson: Für Hund und Katz ist auch noch Platz

Buchcover von Axel Scheffel und Julia Donaldson: Für Hund und Katz ist auch noch Platz

Zielgruppe: Kinder von 3 – 8 Jahren
Themen: Freundschaft, Reim, Tiere, Hexenzauber
Leselevel: 3 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 2 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

€ 6,95, etwas größeres Pappbilderbuch um € 8,95

Ein witziges und wunderschön illustriertes Kinderbuch für Mädchen und Jungen von 3 bis 8 Jahren. Dazu kommen noch Mirjam Presslers ansprechend übersetzte Reime und das Wahnsinns Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein ideales Mitbringsel und perfektes Geschenk!

Die Geschichte der freundlichen Hexe, die viele hilfsbereite Tiere auf ihrem Besen mitnimmt, bis er entzweibricht, ist herzallerliebst und wunderbar gereimt. Der Besenbruch wäre nicht allzu tragisch, käme nicht just in dem Moment ein feuerrotes Ungeheuer daher und sagte: „Ich bin ein Drache, der schlimmste von allen, und ich habe Hunger, ich will dich fressen, will Hexe mit Pommes zum Abendessen“ (16). Gott sei Dank haben die kleinen Freunde der Hexe da einen rettenden Einfall. Alle Bilder sind lustig, detailreich und gefällig, und als krönenden Abschluss sehen wir einen traumhaften First-Class-Besen:
„Der allertollste Hexenbesen,
so ist noch nie ein Besen gewesen,
ein Superluxushexengefährt“ (24) –
das ganze Buch ist bewundernswert!

PS: Hier noch ein paar interessante Infos zum Autor: Axel Scheffler ist aus Deutschland! Der 1957 in Hamburg geborene Illustrator zog erst 1982 nach England – Mannomann, das muss ein großer Druck für die deutsche Übersetzerin gewesen sein :-). Scheffler hat übrigens über 120 Bücher illustriert, die erfolgreichsten davon in Zusammenarbeit mit Julia Donaldson. Englands erste Geschichtenzentrale für Kinder, das Discover in London, hat eine Ausstellung zu diesen Bestsellern gestaltet, die noch bis September 2018 läuft. Hier könnt Ihr ein Bild aus dem Jahr 2017 sehen, das Axel und Julia auf dem dort ausgestellten Superluxushexenbesen zeigt (bitte bis 2017 hinunter scrollen).

Axel Scheffler und Julia Donaldson. Für Hund und Katz ist auch noch Platz. Weinheim: Beltz & Gelberg, 2001. Übersetzt von Mirjam Pressler.