Alice Briere-Haquet und Penelope Paicheler: Alles Schweine, oder was?!

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung:♦♦♦◊◊
Humor:♦♦♦♦♦
Spannung:♦♦♦♦♦
Gefühl:♦♦♦♦♦
Elternvergnügen:♦♦♦♦♦

Zielgruppe: für Mädchen und Jungen ab 4 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 13,95

Themen: Streit, Freundschaft, Rassismus

Dieses absolut empfehlenswerte Bilderbuch schafft es, das Thema Rassismus ganz locker flockig und mit viel Humor zu behandeln. Das gelingt nicht zuletzt auch deshalb, weil es im Bilderbuch nicht um muslimische Einwanderer in Frankreich geht, sondern um Schafe im Schweineland: herrlich! Das Buch erfreut mit tollen, spannenden, detailreichen Bildern und – Hut ab vor dem Übersetzer Klaus Cäsar Zehrer – gereimtem, witzigem Text, hier zum Beispiel von Seite 1: „Im Schweineland sind Papa und ich ganz alleine. Weil wir Schafe sind. Und die anderen Schweine. Und das ist ganz schön dumm. Wisst ihr auch warum?“ Es folgen Szenen, in denen die zwei Schafe diskriminiert werden, wobei der Nachbar Bodo Grunz am schrecklichsten ist. Als Vater Schaf Herrn Grunz nach einem Unfall hilft, wendet sich das Blatt. Man freundet sich an, entdeckt geteilte Vorlieben und beim gemeinsamen Caféhausbesuch wird klar: „Ob einer Schaf ist oder Schwein ist piepegal.“ Ich kann nur sagen, das Buch ist genial!

Alice Briere Haquet Penelope Paicheler Alles Schweine oder was Buchtipp Buchempfehlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger

Alice Brière-Haquet und Pénélope Paicheler. Alles Schweine, oder was?! Leipzig: Klett Kinderbuch, 2013. Übersetzt von Klaus Cäsar Zehrer.

Christine Nöstlinger und Katharina Sieg: Jeden Morgen um 10

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Mädchen und Jungen von 3-8 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,99

Themen: Hund, Geheimnis, Geschichten, Lügen, Wahrheit

Jeden Morgen um 10 besteigt ein Hund eine Fähre und setzt auf eine Insel über. Dort bleibt er bis zum Abend und fährt mit dem Schiff wieder zurück. Doch weshalb? Sieben Inselbewohner und die LeserInnen versuchen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Ob es gelingt?

Die Theorien sind köstlich, die farbenfrohen Illustrationen auch, und es bereitet den Kindern jede Menge Spaß, die Geschichten zu beurteilen und selbst Vermutungen anzustellen.

Christine Nöstlinger Katharina Sieg Jeden Morgen um 10 Buchtipp Kinderbuchblog geniales Bilderbuch Buchempfehlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger

Am 28. Juni 2018 verstarb die wundervolle Schriftstellerin Christine Nöstlinger in ihrer Geburtsstadt Wien. Sie war eine der ersten KinderbuchautorInnen, die den Kids auf Augenhöhe begegneten, die Eltern in ihre Bücher einbanden, die unrecht hatten, und die die Kleinen nicht vor unangenehmen Themen fern hielten. Für sie waren Kinderbücher keine „Pädagogikpillen, gewickelt in buntes Geschichterlpapier“ (zitiert im Standard-Nachruf vom 13.7.18). Sie war eine freie Frau mit großem Herz und dicker „Zivilisationshaut“. Nicht besonders kinderlieb, wie sie einmal augenzwinkernd in der TV-Sendung Willkommen Österreich sagte, sondern sehr menschenlieb. Heiß und innig liebe ich ihre Bücher, und ich bin mir sicher, dass auch die kommenden Generationen den Franz, den Gurkenkönig und das Gretchen Sackmeier verehren werden.

Ich bin ein Riesenfan von Christine Nöstlingers „alten“ Klassikern wie der _Feuerroten Friederike_ und _Nagle einen Pudding an die Wand_, doch dieses „neue“ Bilderbuch  ist ebenfalls wunderbar und sehr charmant. Meine Kinder haben es sofort ins Herz geschlossen und lange darüber diskutiert, welche Hunde-Geschichte nun wahr sein könnte. Ein gelungenes Buch, auch für Nicht-Nöstlinger-LiebhaberInnen sehr zu empfehlen (falls es sie geben sollte).

Christine Nöstlinger und Katharina Sieg. Jeden Morgen um 10. Wien: Nilpferd, 2016.

Tomi Adeyemi Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

ab 14 Jahren

624 Seiten, gebundene Ausgabe um € 18,99

Leselevel: ♦♦♦♦♦
Wissenssteigerung:♦♦♦♦◊
Humor:♦♦♦◊◊
Spannung:♦♦♦♦♦
Gefühl:♦♦♦♦♦
Elternvergnügen:♦♦♦♦♦

Themen: Rassenkampf, Magie, Abenteuer, Krieg, Liebe, Freundschaft, Gemeinschaft

Im Juni 2018 ist Tomi Adeyemis erster Band ihrer Children of Blood and Bone-Trilogie erschienen, Goldener Zorn. Er ist genial: Ihr müsst ihn lesen!

Das Buch ist entstanden, weil die Autorin Tag für Tag in den Nachrichten sah, wie wehrlose und unschuldige Schwarze in den USA von der Polizei erschossen wurden. Das Schreiben dieses Romans gab ihr das Gefühl, etwas dagegen tun zu können, und ich finde, sie hat ihr Ziel mehr als erfüllt. Denn zusätzlich zur politischen Relevanz ist das Buch auch noch unglaublich spannend, berührend, mitreißend, toll geschrieben und brillant konzipiert. Es hat alles, was ein Lieblingsbuch braucht, und die geniale Geschichte wird auch schon verfilmt (angeblich wurden die Filmrechte um einen siebenstelligen Betrag verkauft). Die 624 Seiten hören sich abschreckend an, sind aber absolut knackig und im Nu gelesen. Im Gegensatz zu anderen dicken Schwarten habe ich bei diesem Koloss keinen einzigen Absatz überflogen, sondern jedes einzelne Wort genossen. Und wie immer bei solch hervorragenden Büchern ist es eine große Freude zu wissen, erst Band eins von drei gelesen zu haben.

Zélie Adebola ist die Heldin dieses Young Adult-Fantasy-Romans. Sie lebt in Orisha, einer Monarchie, in der alle Bewohner mit magischen Fähigkeiten, die sogenannten „Maji“, getötet wurden. Ihre Nachfahren, die „Diviné“, deren Magie nicht erweckt ist, erfahren dort Unterdrückung und Hass. Zélie ist eine von ihnen. Durch Zufall kommen ihr Bruder Tzain und sie mit der Königstochter Amari und einer magischen Schriftrolle zusammen. Ob sie gemeinsam die Magie wieder erwecken können? Amaris Bruder, Prinz Inan, ist ihnen dicht auf den Versen und versucht, das zu verhindern. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt.

Tomi Adeyemi wurde 1993 in den USA geboren. Ihre Eltern sind aus Nigeria in die Staaten eingewandert. Erst als Erwachsene habe sie begriffen, wie cool ihre afrikanische Herkunftskultur sei, und ihr Roman sei ein Liebesbrief an die nigerianische Heimat, so die Autorin.

Tomi Adeyemi. Children of Blood and Bone: Goldener Zorn. Übersetzt von Andrea Fischer. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2018.

Tuutikki Tolonen Monsternanny: Ein unterirdisches Abenteuer

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung:♦♦♦◊◊
Humor:♦♦♦♦♦
Spannung:♦♦♦♦♦
Gefühl:♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Mädchen und Jungen von 9-12 Jahren

288 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,00

Themen: Familie, Monster, Waldgeister, Abenteuer

Eigentlich bin ich bei gehypten Büchern wie der Monsternanny immer vorsichtig. Die Aufmachung ist dermaßen cool und zielgruppengerichtet, dass man eher eine Marketingblase als ein fantastisches Kinderbuch erwartet. Allerdings kommt im Buch ein flauschiges Kindermädchen-Monster vor, deshalb musste ich es kaufen. Und siehe da: Monsternanny ist ein wundervolles Buch, fabelhaft konzipiert und witzig erzählt. Leider habe ich aus Versehen Band 2 bestellt, aber ich bin mir sicher, Band 1 ist genauso genial, also bitte dort starten.

In Teil 1 stößt das große, staubige Monster Grah zur Familie von Maikki, Hilla und Kaapo. Es wird die Nanny der drei recht unterschiedlichen Kinder (und wie sich herausstellt, werden auch die Nachbarskinder von Monsternannys gehütet). Band 2 beginnt damit, dass alle Monsternannys nach Hause gehen. Der kleinen Maikki gelingt es, ebenfalls in die unterirdische Welt zu schlüpfen; sie möchte herausfinden, wo Grah wohnt. Ein großes Abenteuer beginnt.

Die Geschichte ist kreativ, originell und lustig; dazu kommt noch die spritzig-freche Erzählweise (beziehungsweise die tolle Übersetzung von Anu Stohner). Hier lädt zum Beispiel die mutige Maikki den Türwächter der Unterwelt zu sich nach Hause ein, denn er würde so gerne wissen, was ein Badezimmer ist:

„Du kannst gerne mitkommen, wenn wir später nach Hause gehen. Dann finden wir auch den Heimweg leichter als ohne dich.“
So stellte Maikki sich das vor, aber Hilla anscheinend nicht. „Spinnst du, oder was?“, pampte sie ihre kleine Schwester an. „Wir müssen doch erst Mama fragen, bevor wir jemanden nach Hause einladen. Und neuerdings vielleicht sogar Papa.“
„Mit Papa könnte es schwierig werden“, sagte Maikki. Dass ihre große Schwester sie anpampte, war nicht nett, aber trotzdem konnte sie in dem Fall recht haben.
„Eben“, sagte Hilla.
„Ist es in eurem Badezimmer gefährlich?“, fragte der Türwächter.
„Nein, dort passiert einem nichts. Höchstens kommt mal zu kaltes Wasser aus der Dusche“, erklärte Hilla.
Der Türwächter hörte gar nicht mehr auf, den Kopf zu wiegen. „Ich möchte sehr gerne einmal euer Badezimmer aufsuchen“, sagte er.
Hilla rollte mit den Augen, aber Maikki blieb freundlich. „Das kriegen wir schon hin“, sagte sie (168-169).

Die super Illustrationen von Pasi Pitkänen sind überaus ansprechenden. Das ganze Buch ist rundum gelungen. Damit werden die Kids viel Freude haben.

Die Namen der handelnden Figuren haben es schon verraten: Das Kinderbuch spielt in Finnland; Autorin und Illustrator sind Finnen. Die 1975 geborene Tuutikki Tolonen ist Kinderbuchautorin und Reporterin für Finnlands Kinderliteraturzeitschrift Vinski. Ihr Sohn hat den Anstoß zu Monsternanny geliefert, als er im Alter von 6 Jahren zu seiner Mama sagte: „Ich habe gestern im Radio gehört, dass alle Mütter in den Urlaub fahren und Monster für sie einspringen.“ Vielleicht sollten wir auch tolle Sager unserer Kinder zu witzigen Geschichten und Kinderbüchern weiterspinnen! Tuutikki Tolonen ist jedenfalls Großartiges gelungen!

Tuutikki Talonen Monsternanny Ein unterirdisches Abenteuer Buchempfehlung Buchtipp genailes Kinderbuch Kinderbuchblog Brigitte Wallinger

Tuutikki Tolonen. Monsternanny: Ein unteriridisches Abenteuer. München: Carl Hanser Verlag, 2018. Mit Illustrationen von Pasi Pitkänen. Übersetzt von Anu Stohner.

Karen McManus: One of us is Lying

Zielgruppe: alle ab 14 Jahren

Themen: Mord, Highschool-Leben, Teenager-Probleme

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦◊◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Fünf Jugendliche finden sich zum Nachsitzen in der Bayview High ein: die schlaue Bronwyn, die schöne Addy, der drogendealende Nate, der sportliche Cooper und Simon, der eine Gossip-App betreibt. Letzterer wird ermordet und alle anderen beteuern ihre Unschuld. Am Folgetag hätte Simon einen Skandalpost absetzen wollen, der die vier Tatverdächtigen arg blamiert hätte. Da stellt sich natürlich die Frage: Wer von ihnen war’s? Während der spannende Kriminalfall geklärt wird, entfaltet sich vor unseren Augen Skandal um Skandal.

Der tolle Debutroman der amerikanischen Autorin Karen McManus ist nicht umsonst ein New York Times Bestseller. Klugerweise wird die ganze Geschichte aus der Ich-Perspektive der vier Tatverdächtigen erzählt. Dadurch ist ganz lange unklar, wie alles abgelaufen ist. Sicher ist nur, dass einer lügt, denn One of us is lying. Die Jugendlichen sind überzeugend beschrieben und je besser man sie kennenlernt, desto mehr gewinnen die anfangs so stereotyp erscheinenden Teenies mit ihren Sorgen (Sexualität, Liebe, Vertrauen, Elternprobleme,…) an Tiefe. Die langsam aufkeimende Freundschaft der vier Beschuldigten ist nur eines der Highlights dieses gelungenen Pageturners. Unbedingte Leseempfehlung für alle Whodunnit-Fans!

Karen McManus hat die Young Adult-Szene im Sturm erobert. Sie ist Alleinerzieherin eines Sohnes; ihr Mann starb, als der Junior noch ein Kleinkind war. McManus arbeitet vollzeit im Marketing und schrieb sozusagen nebenbei noch dieses tolle Buch. Die Hälfte von One of us is lying sei neben dem Baseballfeld ihres Kindes entstanden, erzählt die Schriftstellerin im Writers Digest-Interview vom 08.12.2017. Hier erfährt man auch, dass Ihr Sohn sehr stolz darauf ist, den Namen eines der Romanpolizisten, Hank Budapest, erfunden zu haben. Ihr nächster Thriller ist auch schon im Entstehen: Two Can Keep a Secret dreht sich um Geheimnisse und Lügen in einer kleinen Stadt und wird 2019 erscheinen. Ich freu mich schon darauf!

Karen McManus. One of us is Lying. München: cbj, 2018. Übersetzt von Anja Galic.

Eleni Zabini und Susanne Lütje: Der liebste Papa der Welt!

Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 1 – 3 Jahren
16 Seiten,  Pappbilderbuch um € 6

Themen: Tiere, Eltern – Kinder, Vater – Kind, Papa, Reim

Das Lieblingsbilderbuch meines Mannes 😉 !  Eleni Zabini und Susanne Lütje haben natürlich auch ein herzallerliebstes Pappbüchlein für die Väter gemacht! Es besteht ebenfalls aus 7 wunderschön illustrierten Szenen, die zeigen, wie verschiedene Tierpapas für ihr Kind da sind. Mal wird zusammen gefischt, mal wird gespielt, mal gebastelt. Die harmonischen Illustrationen sind sehr gelungen, die Texte dazu herrlich gereimt und ansprechend (zum Beispiel auf  Seite 6: „Mein Papa wirft mich in die Luft / bis zu den Wolken rauf, / dann breitet er die Arme aus und / fängt mich wieder auf.“).  Ein Genuss für Eltern und Kinder. Und es gibt unendlich viele Sachen zu besprechen: Haben wir das auch schon mal zusammen erlebt? Was ist wohl vorher passiert? Welche Farbe magst du auf diesem Bild am liebsten? Kennst du diese Tiere?

Beide Daumen nach oben für dieses wunderschöne Bilderbuch!

Eleni Zabini Susanne Lütje Der liebste Papa der Welt! Kinderbuchempfehlung Buchtipp Pappbuch Bilderbuch Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Jugendbuchblog

Eleni Zabini und Susanne Lütje: Der liebste Papa der Welt! Hamburg: Oetinger, 2010.

Eleni Zabini und Susanne Lütje: Die liebste Mama der Welt!

Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 1 – 3 Jahren
16 Seiten,  Pappbilderbuch um € 5,95

Themen: Tiere, Eltern – Kinder, Mutter – Kind, Mama, Reim

Mein persönliches Lieblingsbilderbuch!  Eleni Zabinis und Susanne Lütjes herzallerliebstes Pappbüchlein besteht aus 7 wunderschön gemalten Szenen, die zeigen, wie verschiedene Tiermamas für ihr Kind da sind. Mal wird zusammen eine Sandburg gebaut, mal wird geschaukelt, mal gekuschelt. Die harmonischen Illustrationen sind sehr gelungen, die Texte dazu herrlich gereimt und ansprechend (zum Beispiel gleich auf der ersten Seite: „Meine Mama hört mich schrein. / Sie kommt und hebt mich auf. / Dann pustet sie die Schmerzen klein / und klebt ein Pflaster drauf.“).  Ein Genuss für Eltern und Kinder. Und es gibt unendlich viele Sachen zu besprechen: Haben wir das auch schon mal zusammen gemacht? Was ist wohl vorher passiert? Welche Farbe magst du auf diesem Bild am liebsten? Kennst du diese Tiere?

Beide Daumen nach oben für dieses wunderschöne Bilderbuch!

Eleni Zabini und Susanne Lütje Die liebste Mama der Welt Bilderbuch Buchtipp Buchempfehlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Jugendbuchblog

Eleni Zabini und Susanne Lütje: Die liebste Mama der Welt! Hamburg: Oetinger, 2011.

Roland Rosenstock. Frag doch mal die Maus: Fragen zu Gott, der Welt und den großen Religionen

Roland Rosenstock Frag doch mal die Maus Fragen zu Gott, der Welt und den großen Religionen Buchtipp Sachbuch Buchempfhlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger

Zielgruppe: für helle Köpfe ab 6 Jahren

192 Seiten, Taschenbuch um € 8,99

Themen: Weltreligionen, Gott, Antworten zu Fragen über Gott und die Welt, Die Sendung mit der Maus

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Kinder stellen ja bekanntlich unendlich viele Fragen. Und oft fällt es schwer, kindgerechte Antworten darauf zu finden, etwa wenn im Radio das Wort „Galaxien“ fällt (prompt soll man nun eine knackige Definition davon parat haben und wissen, wie viele es gibt) oder ein Verwandter stirbt und das Kind fragt, wo der tote Mensch jetzt genau sei. Alle Fragen, die man durch einen Faktencheck bei Wikipedia beantworten kann, sind relativ schnell aus der Welt. Wenn es allerdings um Gott und Religion geht, wird die Sache schon schwieriger. Heute darf ich Euch ein Buch vorstellen, das in diesem Bereich gute Dienste leistet: Fragen zu Gott, der Welt und den großen Religionen.

Roland Rosenstocks Buch aus der Serie Frag doch mal die Maus beschreibt in einfachen Worten auf höchst unterhaltsame Weise interessante Aspekte der großen Religionen (Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum, Konfuzianismus, Taoismus). Der Band enthält leicht verständliche Antworten zu spannenden Fragen (zum Beispiel, warum viele Inder keine Kühe verspeisen und warum man in einer Moschee seine Schuhe auszieht), aber auch eine Anleitung zu einem tollen Kerzenexperiment, schöne Bilder und viele witzige Illustrationen. Das Buch ist rundum gelungen und fesselt auch erwachsene LeserInnen (a propos: Wer hat eigentlich die Bibel geschrieben?). Die einzelnen Kapitel eignen sich auch super als Gutenacht-Geschichten. Es ist sicher schön für Groß und Klein vor dem zu Bett Gehen über Gott und die Welt nachzudenken!

Roland Rosenstock ist übrigens Vater von drei Kindern und ordentlicher Professor für Praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Religions- und Medienpädagogik. Der kennt sich also echt aus.

Roland Rosenstock. Frag doch mal die Maus: Fragen zu Gott, der Welt und den großen Religionen. München: cbj, 2006.

M. G. Leonard: Käferkumpel

M G Leonard Käferkumpel Kaeferkumpel Britt Somann Jung Brigitte Wallinger Kinderbuchblog Jugendbuchblog geniales Buch fuer Kinder Buchtipp Buchempfehlung Mädchen und Jungen Kinder
Zielgruppe: Kinder von 10 – 14 Jahren

336 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,99

Themen: Käfer, Freundschaft, Familie, Genforschung

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Der Vater des dreizehnjährigen Darkus Cuttle verschwindet spurlos. Mit Hilfe seiner Menschen- und Käfer-Freunde kann er einen Teil des Rätsels in diesem ersten von drei genialen Bänden lösen. Käferkumpel ist so temporeich und spannend wie ein guter Film und bringt die Leserschaft dazu, Käfer von nun an mit ganz anderen Augen zu sehen. Zwei Daumen nach oben für dieses geniale Buch (und dessen ebenso geniale Übersetzerin Britt Somann-Jung, die ich in einem Übersetzungsworkshop in Wolfenbüttel zufällig kennengelernt habe). Chicken House, das zum Carlsen Verlag gehört, hat übrigens erst gestern bekannt gegeben, dass M.G. Leonard gerade das Drehbuch für die TV-Realverfilmung der Trilogie schreibt. Juhuuu!

Aber fangen wir mal bei der Story an: Darkus Vater ist von einem Tag auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt. Obwohl der Rest der Welt vermutet, dass sich Dr. Bartholomew Cuttle das Leben genommen hat, weiß der Junge instinktiv, dass dem nicht so ist. Er wird von seinem Onkel Max aufgenommen und beide beginnen ihre Detektivarbeit. Aufgrund des neuen Wohnortes kommt Darkus allerdings an eine neue Schule, wo er schnell aneckt. Virginia Wallace und Bertolt Roberts helfen ihm aus der ersten brenzligen Situation auf dem Pausenhof und beschließen, Darkus bei der Suche nach seinem Vater zu helfen. Kurz bevor der Schultyrann Robby und seine Lakeien, „ die Klone“, Darkus auf der Straße angreifen, lernt er einen riesigen Nashornkäfer kennen, der ihn zu verstehen scheint. Als die Mobber auf Darkus losgehen, passiert folgendes:

Der riesige schwarze Käfer schoss plötzlich in Robbys Gesicht und flog zischend – fast spuckend – gegen ihn an, wie eine Königskobra.
„Was zur Hölle ist DAS?“ Robby machte einen Satz rückwärts, als hätte man ihm einen Elektroschock verpasst.
„Wonach sieht es denn aus?“ Darkus mühte sich auf die Knie, sein Verstand arbeitete schnell. „Das ist mein Käfer.“
(…) Plötzlich steuerte der Käfer auf die verängstigten Jungen zu und ließ sein Horn an ihren Gesichtern vorbeisausen.
Darkus fiel die Kinnlade herunter.
„Der hat es auf mich abgesehen!“, kreischte einer der Klone und duckte sich.
„Der kommt im Sturzflug!“, schrie ein anderer.
„Haltet euch die Augen zu!“, rief Darkus. „Oder er … äh … bringt eure Augäpfel zum Platzen.“ Er bluffte nur. „Diese Käferart heißt, äh, Augen-Ausstecher!“
Der Käfer sauste wie ein Mini-Kampfflugzeug über die Köpfe der kauernden Jungs hinweg und zischte ihnen in die Ohren, bevor er wieder zu Darkus abdrehte. Als er das Insekt wieder auf seiner Schulter landen fühlte, gab er sich größte Mühe, seine Überraschung und seine Freude vor den Jungen zu verbergen, die vor ihm im Staub krochen. Mit dem majestätischen Käfer auf seiner Schulter fühlte er sich stark. Das war neu für ihn und er mochte es.
„Du bist ein verdammter Irrer!“, schrie Daniel Dowie, der die Hände von den Augen nahm und rückwärtsstolperte. „Durchgeknallter Käferjunge!“
„Wie du meinst.“ Darkus lächelte. Die Sache fing an ihm Spaß zu machen. „Aber der Augen-Ausstecher und ich, wir sind ein Team, weißt du, und wenn du mir nochmal zu nahe kommst, finden wir heraus, wo du wohnst, und dann kommt mein Freund hier mitten in der Nacht durch den Briefschlitz gekrabbelt und sticht dir im Schlaf die Augen aus.“

(Seite 47-49)

Der Käfer, den Darkus gleich Baxter nennen wird, ist in Wirklichkeit natürlich keine Insektenwaffe, aber ungewöhnlich intelligent und groß ist er schon … Jedenfalls sind er und Darkus von nun unzertrennlich. Im Laufe der Recherchen stößt der Junge noch auf einen riesengroßen Haufen weiterer derart auffälliger Käfer, und die Spur führt zur verrückten Modedesignerin Lucretia Cutter.

Durch die Lektüre dieser lustigen und fesselnden Geschichte entflammt auch eine echte Faszination für Käfer und für wissenschaftliche Forschung, und man weiß dann bestens Bescheid über Elytren, DNS, Stridulation, Setae und vieles mehr. Was, das sagt Dir nichts?!? Dann musst Du Käferkumpel unbedingt lesen!

M. G. Leonard. Käferkumpel. Hamburg: Carlsen, 2018. Übersetzt von Britt Somann-Jung.
Britt Somann Jung Buchtipp Buchempfehlung Kinderbuchblog Jugendbuchblog Brigitte Wallinger

Mary Pope Osborne. Das magische Baumhaus: Der geheimnisvolle Ritter

Mary Pope Osborne Das magische Baumhaus Der geheimnisvolle Ritter Buchtipp Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Jugendbuchblog Buchempfehlung zum Selberlesen ab 8 Jahren
Zielgruppe: Jungen und Mädchen ab 8

96 Seiten, gebundene Ausgabe um € 7,95

Themen: Ritter, Kerker, Waffenkammer, Baumhaus, Geschwister

Leselevel: ♦♦◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦◊
Elternvergnügen:♦♦♦♦◊

Der geheimnisvolle Ritter von Mary Pope Osborne ist ein schönes Buch zum Selberlesen für Kinder ab 8. Es ist Band 2 der 53 deutsche Titel umfassenden Kinderbuchserie Das magische Baumhaus. Mit besagtem Baumhaus und dessen Büchern können sich die Geschwister Philipp und Anne an einen Ort ihrer Wahl teleportieren. In Der geheimnisvolle Ritter erkunden die beiden eine Ritterburg. Im Prinzip ist das Buch ein Rittersachbuch, dessen Infos in eine spannende Geschichte verpackt sind. Die Seitenzahl ist begrenzt und somit ideal für Kinder, die noch nicht so lange selber lesen. Das Baumhaus ist bei vielen meiner jüngeren Verwandten äußerst beliebt, besonders oft wurde mir außer dem Ritterband noch Im Tal der Dinosaurier und Das Geheimnis der Mumie empfohlen.

Mein Exemplar von Der geheimnisvolle Ritter wurde übrigens 2013 gedruckt, und zwar in der 15. Auflage! Unglaublich… Die 1949 geborene Erfolgsautorin hat einen beeindruckenden Lebenslauf: Als Kind lebte sie auf verschiedensten US-Militärstützpunkten (unter anderem in Österreich!), als junge Frau erlebte sie in vielen Ländern Unglaubliches (Höhlenleben auf Kreta, Erdbeben in Afghanistan, Blutvergiftung in Kathmandu, … Am besten besucht Ihr ihre offizielle Homepage und lest die ganze Lebensgeschichte nach) und schließlich, als sie ihre Berufung, das Schreiben, fand, kam der ganz große Erfolg mit ihren wunderbaren Baumhausbüchern.

Mary Pope Osborne. Das magische Baumhaus: Der geheimnisvolle Ritter. Illustrationen von Jutta Knipping. Bindlach: Loewe Verlag, 2000. Übersetzt von Sabine Rahn.

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