Beate Dölling und Alexandra Junge: Zwei kleine Wilde in der großen Stadt

Beate Dölling Alexandra Junge Zwei kleine Wilde in der großen Stadt dtv junior Brigitte Wallingers Kinderbuchblog Buchtipps Buchempfehlung Kinderbuchtipp Leseempfehlung Kinder- und Jugendbuchblog

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 5 – 9 Jahren
128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12,95

Themen: Geschwister, Abenteuer, Wald, Tiere, Wildschweine, Eichhörnchen, Füchse, Biber, Meerschweinchen, Ratten, Hund, Mäuse, Maulwurf, Nussball, Mama retten

„Leseglück für die ganze Familie“ steht auf dem Buchrücken von Beate Döllings Zwei kleine Wilde in der großen Stadt. Und ich finde völlig zurecht! Diese Tiergeschichte für Kinder von 5 bis 9 Jahren ist witzig, unterhaltsam und spannend. Es ist kindgerecht, ohne Glossar und Wörterbuch zu verstehen und geht gut aus. Trotzdem fiebern die jungen LeserInnen gebannt mit, ob die zwei Frischlingsgeschwister Charlie und Theo ihre in der Stadt verschollene Mutter finden werden.

Die zwei kleinen Wilden machen sich also auf in die Stadt, um Mutter Wildschwein zu finden, und schließen dort viele Freundschaften. Sie machen mit allerlei städtischen Neuheiten wie z.B. U-Bahn und Swimmingpool Bekanntschaft und lernen sogar noch ein obercooles Spiel, Nussball. Nussball ist natürlich wie Fußball, nur wird der Ball durch eine Nuss ersetzt. Ziemlich lustige Sache, wäre da nicht Knabbi, das Eichhörnchen. Der kann sich nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr beherrschen und frisst den Nussball auf. Nussball macht einfach so hungrig… (Ich verstehe Dich, Knabbi!)

Die Tiere, die die Geschwister in der Stadt kennenlernen, sind wunderbare Typen. Knabbi sowieso, aber auch Kotti der Straßenköter oder Tapsi. Hier ein kurzes Zitat aus dem Buch – die Stelle, an der Theo und Charlie auf Tapsi treffen:

„Wer bist du denn?“

„Ich bin Tapsi, ein Meersweinchen.“

„Ein Schwein aus dem Meer?“, fragt Charlie.

„Nein, aus dem Baumarkt. Aber jetzt wohne ich in dem Haus dahinter.“

„Du wohnst in einem Haus?“

„Ja, ich bin ein Haustier. Ich habe sogar einen eigenen Käfig. Einen rosanen. Ich bin nämlich ein Mädchen.“ Das Meerschweinchen wiegt sich wieder hin und her. „Und wo wohnt ihr?“

„Wir wohnen im Wald“, sagt Charlie. „Also eigentlich. Aber wir suchen unsere Mama in der Stadt.“

„Wildswein?“ quiekt Tapsi auf. „Ihr seid echte Wildsweine? Oh, wie sön! Hat eure Mama auch so söne Treifen?“

„Nein, hat sie nicht“, sagt Theo. „Nur Wildschweinkinder haben Streifen. Die gehen weg, wenn wir älter werden.“

„Oh, wie sade“, sagt Tapsi.

„Aber dafür kriege ich dann Hauer“, sagt Theo. „So richtig lange Eckzähne, die mir aus dem Maul stehen und die man schon von Weitem sieht.“ Theo reckt seinen Unterkiefer vor. Charlie verdreht die Augen. Geht das wieder los!

Zwei kleine Wilde in der großen Stadt: Seite 66.

Das schöne, spannende, lustige Buch von Beate Dölling geht natürlich gut aus und am Ende trotten die Frischlinge mit ihrer Mama zurück in den Wald.

Zum großen Lesegenuss tragen auch die äußerst gelungenen Illustrationen von Alexandra Junge bei! Die lustigen Bilder, die den Witz und die Schönheit des Textes optimal einfangen, gefallen mir und meinen Kindern ausgesprochen gut. Hund Kotti mit seinen drei Zähnen und die wunderschönen schwarzen Raben sind nur zwei der vielen Highlights. Die zwei kleinen Wilden in der großen Stadt ist ein wunderschönes Kinderbuch, das ich Euch sehr ans Herz lege!

Beate Dölling und Alexandra Junge. Zwei kleine Wilde in der großen Stadt. München: dtv junior Verlag, 2019.

Ich danke dem dtv junior Verlag für das Rezensionsexemplar!

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