Frida Nilsson: Siri und die Eismeerpiraten

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Zielgruppe: 10 – 14 Jahre

368 Seiten, TB um € 9,95

Themen: Abenteuer, Mut, Piraten, Familie, Freundschaft, Bergwerk, Eismeer

Siri und ihre Schwester Miki leben als Halbwaisen zusammen mit ihrem gebrechlichen Vater auf einer Insel im Eismeer. Eines Tages wird Miki von Piratenkapitän Weißhaupt entführt, der Kinder für die Arbeit in seinen Bergwerken raubt. Kein Kind hat die Schufterei unter Tage bislang überlebt.

Was kein Erwachsener wagt, ist für Siri das einzig Mögliche: Sie bricht auf, um ihre Schwester zu retten. Auf ihrer Reise trifft sie auf Eiswölfe und Meerjungfrauen, auf „Seebären“, Fischer und Piraten. Mit einem guten Freund an ihrer Seite schafft sie es schließlich auf Weißhaupts Pirateninsel, doch wie soll sie nun Miki aus der Piratenfestung befreien?

Spannung bis zur letzten Seite verspricht dieser großartige Kinderroman von Frida Nilsson, die im Wald lebt und mit ihrem Hund spricht. Die 1979 geborene schwedische Schriftstellerin schreibt seit 2004 äußerst erfolgreich für Kinder. Nilsson kommt ursprünglich aus dem Theaterbereich und arbeitet auch als Moderatorin in Funk und Fernsehen. Sie war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und gewann den Astrid-Lindgren-Preis 2014.

Siri und die Eismeerpiraten wurde mit dem Luchs von DIE ZEIT und Radio Bremen sowie der Nils-Holgersson-Plakette ausgezeichnet. Ein fantastisches, packendes Abenteuer in Buchform, sehr zu empfehlen!

Ich danke dem dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Frida Nilsson. Siri und die Eismeerpiraten. München: dtv, 2019. Mit Illustrationen von Torben Kuhlmann. Übersetzt von Friederike Buchinger. Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel Ishavspirater.

Jan Bajtlik. Ariadnes Faden: Götter, Sagen, Labyrinthe

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: ab 8 Jahren
80 Seiten, gebundene Ausgabe um € 24

Themen: Griechische Sagen und Götter, die griechische Antike, das Labyrinth der griechischen Mythologie, die Häuser der alten Griechen, die Akropolis, die Olympischen Spiele, der Trojanische Krieg, Bestien, griechische Abenteurer und HeldInnen, das griechische Theater

Dieses Buch ist für mich eins der Top-Bücher des Jahres. Die besten Kapitel der griechischen Mythologie werden in Jan Bajtliks Ariadnes Faden: Götter, Sagen, Labyrinthe auf Doppelseiten bildlich (comicartig) dargestellt. Die unterhaltsamen Bilder beschreiben die griechische Götterwelt, die wichtigsten HeldInnen, die grusligsten Bestien, die schlausten AbenteurerInnen, die olympischen Spiele , das griechische Theater, die Akropolis und griechische Häuser, den Trojanischen Krieg und vieles mehr.

Beim Betrachten der Illustrationen und Lesen der Beschriftungen erlebt man die spannenden Geschichten hautnah und entdeckt viele coole Details. Am Ende des großformatigen Buches gibt es kurze Erläuterungen zu jedem der Bilder.

Seit Jahrhunderten fesseln uns die tollen Geschichten der griechischen Mythologie und dieses wunderbare Buch macht sie jungen LeserInnen zugänglich. Und alte LeserInnen, die diese Sagen schon kennen, entdecken sie durch die genialen Illustrationen neu. Beste Unterhaltung also für Klein und Groß! Wer eine Entdeckungstour durch das geniale Buch machen möchte, findet hier in der Leseprobe tolles Bildmaterial zum Durchklicken.

Der 1989 in Warschau geborene Grafikdesigner Jan Bajtlik veröffentlicht Bücher für Kinder und illustriert u.a. für das Time Magazine und die New York Times. „Ariadnes Faden. Götter, Sagen, Labyrinthe“ ist sein erstes Buch auf Deutsch, übersetzt von Thomas Weiler.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Moritz Verlag für mein Rezensionsexemplar und das Verlosungsexemplar für den Kinderbuchblogger-Adventskalender 2019, auf die Beine gestellt von Kinderbuchdetektive, mit wunderschönem Logo von Anne-Kathrin Biel. Ein herzliches Dankeschön auch an Euch zwei!

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PS: Am 23.12. darf ich hier auf www.wallinger.at mein zweites Lieblingsbuch des Jahres verlosen. Stay tuned!

Jan Bajtlik. Ariadnes Faden: Götter, Sagen, Labyrinthe. Frankfurt am Main: Moritz Verlag, 2019. Übersetzt von Thomas Weiler.

Anna McPartlin: Die Furchtlosen Fünf

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 10 Jahren

327 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16

Themen: Freundschaft, Raub, Familie, Überfall, Abenteuer, Krebs, Blindheit, Band, Nachbarschaft, Geld, Krankheit, Fußball, Irland, fünf Freunde

Dieses spannende und lustige Buch unterhält Kids ab 10 Jahren bestens, auch wenn viele Erwachsene bei einem Buch, in dem es um Raubüberfälle und eine todkranke Krebspatientin geht, die Augenbrauen kraus ziehen werden.

Irland, 1990: Die 13-jährigen Jungs Jeremy Finn, Johnny J, Walker, Sumo und Draufgängerin Charlie sind überglücklich, weil Irlands Fußballteam zum ersten Mal an der WM teilnimmt. Leider überschattet die schlimme Krankheit von Jeremy Js Mum die Spiele. Die fünf Freunde sind sich einig: Die Krebskranke muss schnellstmöglich nach Amerika, denn dort gibt es die besten ÄrztInnen und Krankenhäuser. Aber in den 90ern ist ein transatlantisches Flugticket extrem teuer. In ihrer Not überfallen die Kids eine Tankstelle und einen Geldtransporter, denn Jeremy Js Mum muss geholfen werden, ist doch klar. Auch wenn sie eindeutig das Flasche tun, machen sie am Ende alles richtig.

Die fünf HeldInnen sind eigenwillige, liebenswerte Charaktere, deren Feuereifer und Chuzpe beglücken. Der humorvolle Text wird von urkomischen Fußnoten begleitet. In einer Szene über einen Bandauftritt von Johnny J und Jeremys Bruder werden Deckos Versuche, den Sound auszubalancieren, zum Beispiel so kommentiert: „Genauso gut hätte man das von unserem toten Wellensittich (Ralph, Frühjahr 1986 bis Herbst 1987, RIP) verlangen können“ (189). Die Handlung ist übrigens nicht vorhersehbar :-).

Herzzerreißender, witziger, temporeicher Kinderroman, der bestens unterhält!

Ich danke dem Rowohlt Taschenbuch Verlag für das Rezensionsexemplar!

Anna McPartlin. Die Furchtlosen Fünf tun das Falsche, aber richtig! Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2019. Übersetzt von Christine Strüh. Die Originalausgabe erschien 2019 unter dem Titel The Fearless Five.

Verena Hochleitner: Die drei Räuberinnen

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Zielgruppe: zum Vorlesen ab 5 Jahren, SelberleserInnen: 8 – 10 Jahre

136 Seiten, gebundene Ausgabe um €16,95

Themen: Freundschaft, Räuberbande, Handy, Computer, zocken, Stadtleben, Kinderfantasie

Die Stadtkinder Maja (aka Wanda), Bruno (alias Bronski) und Kaspar beschließen, ein RäuberInnen-Leben zu führen: mit Raubzügen, Räuberhöhle, Proviant und Räuberkatze. Verena Hochleitners mutige KinderbuchheldInnen wollen Angst und Schrecken im Räuberwald-Wohnhaus verbreiten – und helfen dabei ihren liebenswert-schrulligen Nachbarn: dem Computerfreak Chipsbrösel, der einsamen Edith, dem handybesessenen Wischfinger, der kranken Frau Wehinger, dem computerspielsüchtigen Oskar, der Postkutsche Marlene und dem Hausmeister Stubenrein samt unsichtbaren Neffen. Doch dann taucht eine zweite Räuberbande auf… Sehr unterhaltsame Geschichte!

Die drei RauberInnen besticht aber nicht nur durch die moderne, warmherzige Story, sondern auch durch wunderschöne Illustrationen. Verena Hochleitner hat ihre Bilder mit Gouache-Farben auf Folien gemalt, diese dann übereinandergelegt und abfotografiert. So können Waldfantasie und Wohnblockrealität wunderbar miteinander verschmelzen. Toll!!

Die Autorin und Illustratorin Verena Hochleitner studierte Grafik Design an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Seit 2009 beschäftigt sie sich mit dem Schreiben und Illustrieren von Büchern, in jüngerer Zeit auch mit Stop-Motion-Animationsfilmen. 2012 wurde sie mit dem Outstanding Artist Award für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Ihre beeindruckenden Illustrationen wurden auch schon auf der internationalen Kinderbuchmesse BCBF in Bologna gezeigt.

Ich danke dem Tyrolia Verlag für das Rezensions- und Verlosungsexemplar!

Verena Hochleitner. Die drei Räuberinnen. Innsbruck, Wien: Tyrolia Verlag, 2019.

Anne Fine und Axel Scheffler: Die Killerkatze haut ab

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Zielgruppe: ab 6 – 10 Jahre

112 Seiten, gebundene Ausgabe um € 11,95

Themen: Familie, Katze, Haustier, Weglaufen, Abhauen, Entführung, Zufriedenheit

Killerkatze Kuschel hat gaaanz unabsichtlich ein Baby angespuckt, ein Katzenkind vergrault und Papas neuen, superflachen, extrabreiten HD-Fernseher zerstört: Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Als dann Frauchen Ellie auch noch nach Katzenbabys googelt, ist es aus. Kuschel beschließt abzuhauen, denn diese Familie hat sie ganz offensichtlich nicht verdient!

Bis Kuschels Frauchen Ellie sie aus den Fängen eines impfwütigen Catnappers befreien kann, erlebt die Katze so einiges: einen jaulenden Papagei, ein Fotoshooting auf rotem Samtkissen, eine grapschfreudige Kindergang und eine Schau von armseligen Haustieren, unter denen Kuschel natürlich hervorsticht wie eine Sternschnuppe am Nachthimmel.

Anne Fines Geschichte ist extrem unterhaltsam, Axel Schefflers Illustrationen superwitzig und die Übersetzung von Bettina Münch einfach brillant (genannt seien hier nur ihre „strunzdoofen Goldfische“ von Seite 90). Alles in allem ein perfektes Gesamtpaket, ein Kinderbuch zum Verlieben!

Der dritte Band der Killerkatzen-Reihe ist wie seine Vorgänger extrem lustig und spannend. Fröhliches Gekicher und Gegacker beim Vor- oder Selberlesen garantiert! Falls Ihr die Killerkatzenbücher aus dem Moritz-Verlag noch nicht kennt, lest bitte zuerst das Tagebuch einer Killerkatze und Die Rückkehr der Killerkatze: soooo lustig!!! Und dann unbedingt gleich Band 3 nachlegen, denn von dieser Kuschel-Killerkatze kann man nicht genug bekommen…

Anne Fine wurde übrigens 1947 in Leicester gebore und schreibt lustige Bücher für Kinder und Erwachsene, die sie selbst gerne gelesen hätte (vernünftige Einstellung für eine Autorin!). Der 1957 in Hamburg geborene Axel Scheffler lebt seit seinem Grafik-Studium in England, hat 2 Katzen und ist einer der erfolgreichsten Bilderbuchillustratoren, nicht zuletzt aufgrund seines Welterfolgs Der Grüffelo.

Ich danke dem Moritz-Verlag sehr herzlich für das Rezensionsexemplar und wünsche mir noch viiiiiiele weitere Killerkatzen-Bände.

Anne Fine. Die Killerkatze haut ab. Frankfurt am Main: Moritz Verlag, 2019. Übersetzt von Bettina Münch. Mit Illustrationen von Axel Scheffler. Die Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel The Killer Cat Runs Away.

Simon van der Geest: Das Abrakadabra der Fische

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: 10 – 110 Jahre

320 Seiten, gebundene Ausgabe um € 15

Themen: Familie, Freundschaft, Geheimnis, Streit, erste Liebe, Scheidung, Aufwachsen, Bauernhof, Mühlen, Deichlandschaft, Brüder, Klassiker der Gegenwart

Wenn man nur schnell genug fährt, fliegt man in der Zeit zurück. Mama rast wie eine Verrückte über die Straße, Bäume und Schilder fliegen wie in einem Nebel vorbei, der Motor heult und brüllt. Sie sitzt vorgebeugt und umklammert das Lenkrad. Bei jeder Kurve werde ich in meinem Gurt so hin- und hergeschleudert, dass ich einen Lachanfall bekomme. Ich schiebe mein Fenster auf und der Wind tost herein und packt meine langen Haare. Das ist toll, ich vergesse ganz, dass ich Bauchweh habe. ‚Ju-hu!‘, schreie ich. ‚Ju-hu!‘“ (Seite 7).

So braust die 12-Jährige Vonkie nach einem schlimmen Streit der Eltern zu ihrem Opa Eisen, bei dem sie eine Woche lang bleiben soll, damit ihre Eltern die Dinge auf die Reihe bringen können. Opa wohnt auf einem Hof inmitten einer idyllischen Deichlandschaft, und er erzählt Vonkie gern von seiner Kindheit. Wie er und sein Lieblingsbruder Beule den Scheißbalken angesägt haben und ein anderer Bruder geradewegs ins dampfende Dunkelbraun fiel, wie Beule und er Blutsbrüder wurden und dann die Blutsfeder vergraben haben, wie die Kiebitzeier vom Glückstag zu neuen Streichen führten. Nur wenn Vonkie nachbohrt, warum Opa nun keinen Kontakt mehr zu Beule hat, macht Opa zu und würde am liebsten davonlaufen. Macht er auch manchmal, zu Mitternacht zur alten Mühle zum Beispiel, aber da darf Vonkie nicht hin. Zusammen mit ihrem Großcousin Sven findet sie schließlich heraus, was damals passiert ist. Ob man das noch gerade biegen kann?

Eine herausragende Geschichte, einfühlsam und packend erzählt von Simon van der Geest, der überraschenderweise kein alter, pausbäckiger Schriftsteller mit eisgrauem Bart ist, sondern ein 1978 geborener Autor von Gedichten, Theaterstücken und Büchern. Nein, nicht überraschenderweise! Dieser Mann ist ein Sprachvirtuose und zählt zu den bedeutendsten niederländischen KinderbuchautorInnen.

Almud Kunert ist es gelungen, den genialen Titel, „Das Abrakadabra der Fische“, und die Essenz des Buches in ein großartiges Coverbild zu gießen. Auch die Vignetten sind sehr ansprechend!

Aus dem Niederländischen übersetzt wurde das Buch von niemand Geringerem als Mirjam Pressler, die um die 500 Bücher ins Deutsche übersetzte, selbst über 40 Kinder- und Jugendbücher schrieb und leider im Jänner 2019 verstarb. Dass dieses großartige Buch in dieser feinen deutschen Fassung vorliegt, ist eine große Freude!

Ich bedanke mich sehr herzliche beim Thienemann-Esslinger-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Simon van der Geest. Das Abrakadabra der Fische. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2019. Übersetzt von Mirjam Pressler. Die Originalausgabe erschien 2016 unter dem Titel Spijkerzwijgen.

Sabine Städing und SaBine Büchner: Petronella Apfelmus – Hexenfest und Waldgeflüster

Leselevel: ♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
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Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Kids von 8 – 10 J

208 Seiten, gebundene Ausgabe um €13

Themen: Hexe, Magie, Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Party

Petronella Apfelmus ist eine Hexenbuchreihe für Kinder von 8-10 Jahren und bei meinen Mädels und mir ganz hoch im Kurs! Die 1965 in Hamburg geborene Sabine Städing denkt sich die lustigen Geschichten rund um die Apfelhexe Petronella aus und SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, zeichnet die herzigen Illustrationen dazu: ein Dreamteam, die beiden!

Gerade neu herausgekommen ist Band 7, Hexenfest und Waldgeflüster (übrigens auch als Hörbuch erhältlich). Diesmal richtet Petronella das große Hexenfest aus. Gott sei Dank helfen ihre Freunde mit: die Zwillinge Lea und Luis, Hirschkäfer Lucius, die witzigen Apfelmännchen und eine Menge süßer Tiere.

(c) SaBine Büchner

Mitten in der Vorbereitungsarbeit taucht die gemeine Hexobine Höckerbein auf und macht ordentlich Ärger. Ob es mit Petronellas Auszeichnung, dem goldenen Hexenzopf, noch etwas wird?

Hier findet Ihr auf der Boje-Verlagshomepage Petronella-Bastelanleitungen (Lolly-Spinnen, Hexenstäbe, Hexenlichter) und Rezepte (Hexentrank, Apfelplätzchen) für Eure Halloween-, Hexen- oder Geburtstagsparty!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Boje-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Sabine Städing. Petronella Apfelmus: Hexenfest und Waldgeflüster (Band 7). Köln: Boje im Bastei Lübbe Verlag, 2019. Mit Illustrationen von SaBine Büchner.

Judith Burger: GERTRUDE GRENZENLOS

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Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: ab 10 Jahren

240 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12,95

Themen: Freundschaft, DDR / BRD, anders sein, beste Freundin, Schule, Politik, Staatsfeinde, Ausreise, Exil

Ina ist 11 Jahre alt und lebt in der DDR. Als Gertrude Leberecht an ihre Schule kommt, ändert sich Inas Leben gehörig: „Alles ist anders als vorher. So war es noch nie. Bei Gertrude habe ich immer das Gefühl, richtig zu sein“ (27). Ina und Gertrude werden beste Freundinnen, doch weil ihr Vater regimekritischer, christlicher Dichter ist und einen Ausreiseantrag stellt, wird Gertrude von der Klassenlehrerin gemobbt und eckt überall an. Die Lehrerin lässt Gertrude, die übrigens nach Gertrude Stein benannt ist, zum Beispiel vor der Klasse erklären, wie die Welt entstanden ist. „Die Welt ist mit dem Urknall entstanden,“ denkt Ina, „das weiß doch jeder!“ (42). Aber Gertrude zitiert den Anfang der Schöpfungsgeschichte und wird dafür von der Lehrerin und einigen Schülern ausgelacht. Ina wird klar: ein Plan muss her, das „Kommando Rose“ startet, damit Gertrude keine Außenseiterin mehr ist. Von nun an versuchen die beiden Freundinnen, regimetreue Aktionen zu setzen, etwa Altpapier zu sammeln und Timurhilfe zu leisten. Doch die Stasi-Spitzel und linientreuen Genossen nehmen dieses subversive Verhalten nicht hin…

Ein spannender Jugendroman, den man nicht mehr weglegen kann. Eigentlich ist es eine grandiose Freundinnengeschichte: Zwei Mädchen haben sich gern und kämpfen für ihre Freundschaft. Im Hintergrund zeigt sich jedoch ein riesiges Spinnennetz aus politischen Gedanken und zeithistorischen Ereignissen, das einen gefangen hält und nicht frei geben will. Was für ein exzellent gemachter, packender historischer Roman für alle ab 10 Jahren! Wer mit der DDR nicht gut vertraut ist, sollte vorher das Glossar lesen. Auch Judith Burgers Nachwort ist kein nutzloser Anhang, sondern gibt den jungen LeserInnen weitere Denkimpulse.

Es ist schwer vorstellbar, dass Gertrude Grenzenlos das Debut der 1972 geborenen Wahlleipzigerin Judith Burger ist. Hauptberuflich arbeitet sie für den MDR und schreibt Radio-Features, zuvor arbeitete sie lange Zeit als Werbetexterin. Diesen Sommer wurde ihr nächstes Buch, Roberta verliebt publiziert. Ich freue mich schon darauf, es zu lesen!

Ich danke dem Gerstenberg Verlag für das Rezensionsexemplar.

Judith Burger. Gertrude grenzenlos. Hildesheim: Gerstenberg Verlag, 2018. Mit Bildern von Ulrike Möltgen.

Antje Damm: Was wird aus uns? Nachdenken über die Natur

Leselevel: ♦♦◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: alle ab 5 Jahren
144 Seiten, gebundenes Buch um € 18

Themen: Umweltschutz, Natur, Philosophieren mit Kindern, lange und tiefe Gespräche mit Kids, Denkanstöße, Mensch – Tier – Pflanzen – Verhältnis, Sprachförderung

Antje Damms Philosophie-Fragebuch Was wird aus uns? Nachdenken über die Natur ist eine Art Philosophiebuch für Kids (Kernzielgruppe ca. 6 – 10 Jahre) mit textlichen Umweltdenkanstößen und bildlichen Impulsen. Im Gespräch mit Eltern oder Geschwistern und FreundInnen lässt es sich damit fabelhaft über die Natur und ihre Bedeutung für uns plaudern und über die interessanten Fotos und Illustrationen nachdenken. Antje Damm stellt in diesem Buch über 60 Fragen zur Natur, die Kinder genauso wie Erwachsene zum Grübeln bringen: Hat jedes Lebewesen besondere Fähigkeiten? Führen Tiere auch Krieg? Gewinnen immer die Stärkeren? Woran erkennt man, ob etwas lebt?

Für alle, die gerne dahinphilosophieren und sich über das Leben Gedanken machen, ist dieses Buch perfekt: Eine großartige Inspirationsquelle für lange, sinnvolle Gespräche. Was wird wohl aus uns?, aus uns persönlich, aus uns Menschen, unserer Erde? Alle Forderungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit stehen und fallen letzten Endes mit der individuellen Denkweise der Einzelnen, und genau hier setzt dieses wundervolle Buch an!

Es ist übrigens für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, der bald auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird. Bitte Daumen drücken!!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Moritz Verlag und Henrike Blum für das Rezensionsexemplar!

Antje Damm: Was wird aus uns? Nachdenken über die Natur. Frankfurt am Main: Moritz Verlag, 2018.

Leonora Leitl: Einmal wirst du…

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 6 – 12 Jahren
64 Seiten, gebundenes Buch um € 16,95

Themen: Nachdenken übers Leben, Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen, Erwachsenwerden

Als Kinderbuchbloggerin bekommt man sehr viele Bücher zugeschickt, und das freut nicht nur mein Herz, sondern auch meine Tochter. Von allen Herbstneuerscheinungen, die sich derzeit in meinem Büro stapeln, liebt mein Kind Leonora Leitls Einmal wirst du… am meisten. Alle Daumen lang greift sie zu diesem Buch und versinkt darin: Denkt über die schlauen 30 Fragen nach, die Leitl zum Leben stellt, spricht mit mir über ihre Gedanken dazu, bestaunt die wunderschönen Illustrationen und kichert über die witzigen Bilder, besonders über die Illustration zur Frage, ob es besser sei, dick oder dünn zu sein.

Und mir selbst geht es ganz genau so: Ich blättere seit Erhalt des Buches immer wieder darin und denke über Leitls Fragen nach (einen Monat vor meiner ersten öffentlichen Gedichtlesung vor allem über „Wirst du einmal mutig sein?“) – und ganz besonders verzaubert mich die letzte Illustration zur Frage „Wirst du immer bei mir bleiben?“: Ein Mann und eine Frau sitzen eng aneinander geschmiegt auf einem Dach, und die Sprechblase zwischen ihnen verspricht: „Ja.“

Alle Bild-Text-Kombinationen sind aus einem Guss, von bezaubernder Qualität und tief berührend. Ein geniales Buch, sehr zu empfehlen – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene!

Leonora Leitl, Jahrgang 1974, ist selbständige Illustratorin und Autorin. Sie wurde u.a. mit dem Österreichischen Kinder-und Jugendbuchpreis und dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Ihre Mitmach-Lesungen inklusive Koffertheater sollen ein großes Vergnügen sein.

(c) Leonora Leitl: Detail aus _Einmal wirst du…_, Seite 28 („Wirst du einmal Wunder vollbringen?“)

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Tyrolia Verlag für das Rezensionsexemplar.

Leonora Leitl. Einmal wirst du… . Innsbruck: Tyrolia Verlag, 2019.