Martina Fuchs und Agnes Ofner: Klarissa von und zu Karies. Vom Leben und Wirken einer Bakterie

BLOGBEITRAG MIT GEWINNSPIEL

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Jungs und Mädchen zwischen 3 und 8 Jahren

26 Seiten, gebundene Ausgabe um €16,95

Themen: Karies, Zähne, Zahngesundheit, Gesundheitserziehung, Mundflora, Bakterien, Gebiss, Zahnbürsten, Zahnarzt, Gesundheitsförderung

Bald ist Ostern, und der Hase wird uns sehr viel Schokolade im Garten verstecken. Da brauchen die Kids dringend Motivation zum gründlichen Zähneputzen: Klarissa von und zu Karies muss her! Im lustigen Zahnsachbuch verrät eine Kariesbakterie den Kindern, was es gerne verspeist, was ihm schadet und was beim Zahnarzt passiert. Das Buch verrät allerlei Wissenswertes zum Thema Zähne, ohne dass von „Zahnputzteufeln“ oder der „Zahnfee“ die Rede wäre. Die Kariesbakterie Klarissa gibt einfach ihr Insiderwissen preis, es wird nichts verkitscht oder verniedlicht. Die Kinder werden auf unterhaltsame Weise informiert. Die wunderschönen, amüsanten Illustrationen von Agnes Ofner veranschaulichen den spannenden Text von Martina Fuchs perfekt. Und auch wir Erwachsene können noch einiges lernen – oder wusstest Du, dass in jedem/jeder von uns 2 kg (!!) Bakterien herumwuseln?

Einige Erwachsene schütteln sich eventuell bei dem Gedanken an ein Zahnsachbuch, aber meine Kinder sind total scharf auf diesen witzigen Band. Ich glaube, die Kinder packen den dentalen Stier gerne bei den Hörnern: Je mehr sie wissen, desto weniger Angst haben sie.Sie wollen unbedingt ganz genau wissen, was beim Plombieren passiert, wie die ersten Zahnbürsten vor 4000 Jahren so ausgesehen haben und was ein Zahnwurm ist (Letzteres weißt Du auch nicht, stimmt‘s?).

VERLOSUNG

Angesichts der großen Schokoflut zu Ostern verlose ich ein Exemplar dieses genialen Buches! Was musst Du tun?

Kommentiere diesen Blogbeitrag und verrate mir, ob Du Deinen Zahnarztterminen gelassen entgegensiehst oder davor Panik schiebst (so wie ich).

Wer über 18 Jahre alt ist und in Österreich, Deutschland oder der Schweiz wohnt, kann gerne in den Lostopf hüpfen. Das Gewinnspiel läuft bis zum 14.4.19 um 23:59. Am Montag danach verlose ich unter allen Teilnehmenden einen Band von Klarissa von und zu Karies. Der Rechtsweg und eine Barauszahlung sind ausgeschlossen. Zum Zweck des Versands werden die Daten des Gewinners oder der Gewinnerin an den Tyrolia Verlag weitergegeben. Herzlichen Dank an den Tyrolia Verlag für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar!

Und Dir viel Glück für die Verlosung!

Deine Brigitte

Martina Fuchs und Agnes Ofner. Klarissa von und zu Karies: Vom Leben und Wirken einer Bakterie. Innsbruck: Tyrolia, 2019.

David Hockney, Martin Gayford und Rose Blake: Die Welt der Bilder: Für Kinder

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: ab 8 Jahren
128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 19,90

Themen: Kunst, Bilder, Fotografie, bewegtes Bild, Gemälde, Kunstgeschichte, KünstlerInnen, Erfindungen, Techniken, Kinder und Kunst

Frisch von Bologna mitgebracht habe ich dieses unterhaltsame Kunstbuch: David Hockneys und Martin Gayfords Die Welt der Bilder: Für Kinder, illustriert von Rose Blake und ins Deutsche übersetzt von Claudia Koch. Das amüsante Sachbuch bringt Kindern ab 8 Jahren näher, wie Künstlerinnen und Künstler es schaffen, unsere dreidimensionale Welt auf einer ebenen Fläche abzubilden. Was wollen sie ausdrücken und wie schaffen sie das mithilfe von Szenenaufbau, Licht und Schatten, feinen Linien und großflächigen Pinselstrichen? Kinder werden diese wunderbare Einstiegsluke in die Welt der Kunst lieben, denn das Buch enthüllt das Rätsel, was ein Bild, eine Fotografie oder ein Bewegtbild zu Kunst macht, wie so ein Kunstwerk aufgebaut ist und welche Überlegungen dahinterstecken.

Zudem enthält Die Welt der Bilder: Für Kinder alles, was man von exzellenten traditionellen Kunstbüchern kennt: Es präsentiert die wichtigsten Techniken, die Meilensteine der Kunstgeschichte, die prominentesten Kunstschaffenden und die bedeutendsten Erfindungen (von Aquarellfarben und Metalltuben bis hin zu Videospielen und Smartphones).

In einfacher Sprache werden komplexe Sachverhalte spannend und faszinierend erklärt. Wenn man verstehen möchte, worum es bei Kunst geht, und einen Schlüssel sucht, der einem einen Zugang zu Kunstwerken ermöglicht, sollte man dieses Buch unbedingt lesen. Es richtet sich zwar vorrangig an Kinder, aber auch für Erwachsene ist dieses Sachbuch ein Genuss. Zum großen Vergnügen trägt nicht nur der schlaue, kurzweilige Dialog zwischen Kunstkritiker Martin Gayford und Künstler David Hockney bei, sondern auch die bezaubernden, lustigen Illustrationen von Rose Blake, die es schaffen, die unterschiedlichen Kunstwerke und Erklärungen in ein harmonisches Ganzes zu verwandeln. Völlig zurecht wurde dieses Buch auf der BCBF-Kinderbuchmesse in Bologna mit dem renommierten Bologna Ragazzi Award ausgezeichnet!

Hätte ich dieses Buch nur schon gekannt, als ich letzten Oktober zwanzig GrundschülerInnen ins Museum der Moderne begleitete ( http://www.club-der-schlauen-fuechse.at/?p=1306 ). Dort habe ich nämlich händeringend versucht, den Kindern zu erklären, was Kunst ist. Sie haben mich genauso ausdruckslos angeguckt wie eine Kuhherde einen Wanderer. Zum Schluss fiel mir ein, dass der Titel eines Kunstwerks ein super Schlüssel für dessen Interpretation sein kann. Da stand ein Mädchen auf, ging zur Beschreibung des Bildes von Marisa Merz, vor dem wir gerade standen, und las laut vor: „Ohne Titel.“ Die Museumshalle dröhnte vor lauter Lachen, und ab da war der Bann gebrochen! Es kann eben ein großes Vergnügen sein, sich Kunst anzusehen und sich darüber auszutauschen. Und darauf macht auch das Buch Die Welt der Bilder: Für Kinder große Lust.

Ich danke dem Midas Verlag sehr herzlich für mein Rezensionsexemplar!

David Hockney und Martin Gayford. Die Welt der Bilder: Für Kinder. Zürich: Midas Verlag, 2019. Illustriert von Rose Blake. Übersetzt von Claudia Koch.

Kveta Pacovska: Die Nimmtes-Nimmtes-Frau

Leselevel: ♦♦◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: alle
64 Seiten, gebundene Ausgabe mit Silberprägung und Papierbrücken um €45*

Themen: Märchen, Nimmtes-Nimmtes-Frau (kleptomanische, nicht bösartige Märchenfigur), Bären, Suppe, Löffel, Bett, Schlüssel, Honig

Die Nimmtes-Nimmtes-Frau der vielfach preisgekrönten tschechischen Künstlerin Kveta Pacovska ist eine märchenhafte Erzählung. Das titelgebende Fabelwesen hüpft ins Haus der drei Bären, die im Wald Honig sammeln. Sie setzt sich an deren Tisch, löffelt deren Suppe aus und legt sich dann ins Bett des kleinsten Bären. Bei ihrer Rückkehr geht es den drei Bären wie den sieben Zwergen aus „Schneewittchen“, doch schwups springt die Nimmtes-Nimmtes-Frau aus dem Bett und verschwindet. Und die Bären wollen von nun an alle Fenster schließen, wenn sie in den Wald zum Honigsammeln gehen.

Natürlich geht es in Bilderbüchern von KünstlerInnen für viele Menschen vor allem um die Bilder, in Pacovskas Fall wunderschöne, fantasievolle Bilder mit kräftigen Farben und geometrischen Formen, ein Spielplatz für das Auge. Aber für mich machen genau Pacovskas gute Geschichten den Unterschied aus: Auch wenn ihre Bilder Kunstwerke sind, bekommen die LeserInnen auch eine spannende Geschichte geboten und haben nicht das Gefühl, sich zwanghaft kunstpädagogisch fortzubilden. Jedes Pacovska Bilderbuch ist auch vergnüglich und spannend. Das Publikum darf sich einfach unterhalten lassen (hurra!). Und wenn jemand das Bedürfnis hat, eine Analyse dieser wunderschönen Kunst zu machen, ist er oder sie auch gut beschäftigt.

„Ein Bilderbuch ist die erste Galerie, die ein Kind besucht“: Dieses Zitat wurde zusammen mit anderen schlauen Pacovska-Sprüchen der Nimmtes-Nimmtes-Frau vorangestellt. Im Falle meiner eigenen Kinder trifft das voll zu. Sie haben wirklich Pacovskas herausragendes Bilderbuch Blau, rot, alle gelesen, bevor wir eine Marisa Merz-Ausstellung besucht haben. Und auch alle anderen Bilderbücher, die wir zuvor noch gelesen hatten, haben ihren und meinen „Kunstsinn“ (beziehungsweise unsere Fähigkeit, Schönes zu erkennen) beeinflusst. Und, liebe Eltern, auch alle Basteleien, die wir klebstoffverschmiert und schnipselüberströmt mit unseren Knirpsen fertigen, sind feinster Kunstunterricht – mögen die entstandenen Klopapierfiguren auch noch so hässlich sein. Also einfach werken und lesen, dann erleben wir und unsere Kinder gemeinsam eine schöne Zeit!

Hier gelangt Ihr zu dem Interview, das ich 2019 auf der Kinderbuchmesse in Bologna mit Kveta Pacovska führen durfte. Ich danke dem Verlag Michael Neugebauer Edition für seine Gastfreundschaft auf der Messe, besonders Gudrun Albertsmeier, die mir dieses Interview (und noch weitere) ermöglicht hat. Minedition hat Kveta Pacovskas Die Nimmtes-Nimmtes-Frau übrigens 2018 „als Ausdruck der hohen Wertschätzung für ihr künstlerisches Schaffen […] zu ihrem 90. Geburtstag“ herausgegeben (Zitat aus Werner Thuswaldners Klappentext).

*Ein Wort zum Preis: Mit €45 ist Die Nimmtes-Nimmtes-Frau mit Abstand das teuerste Buch, das ich bislang auf meinem Blog empfohlen habe. Und ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich für das wertvolle Rezensionsexemplar des Verlages Minedition! Ich wünsche mir, dass sich nicht nur reiche Familien dieses Buch zulegen, sondern auch viele öffentliche Büchereien. Dieses Buch ist von bester Machart und wird auch den intensiven Gebrauch einer Gemeinde- und Stadtbibliothek sehr lange mitmachen.

Kveta Pacovska. Die Nimmtes-Nimmtes-Frau. Bartgeheide: Verlag Michael Neugebauer Minedition, 2018.

Interview mit Kveta Pacovska, BCBF 2019

Kveta Pacovska, die kleine, zarte, über 90-jährige Dame, sitz am Tisch des knallroten Minedition Standes auf der Kinderbuchmesse in Bologna und guckt mich wach an (es ist der 3. April 2019). Sie sieht nach Künstlerin aus, schwarze Kleidung aus verschiedenen Materialien, Metallic-Nagellack, eine wunderschöne Frau. Dass sie etwas auf dem Kasten hat ist schon klar, bevor sie den Mund öffnet. Wir sprechen Englisch, doch dann fragt mich die Tschechin auf Deutsch, ob wir das Interview in deutscher Sprache machen wollen. Überrascht strahle ich sie an. Hinter mir reihen sich sofort weitere Pacovska-Fans ein, die nach meinem Interview um ein Autogramm bitten wollen. Eine asiatische Dame vor mir hatte Kveta um ein Selfie gebeten und ihr, noch bevor sie nein sagen konnte, ein Küsschen auf die Wange gedrückt. Andere Bewunderer filmen sie beim Signieren wie einen Panther hinter Gitterstäben. Meine Ausgabe von Pacovskas jüngstem Bilderbuch, Die Nimmtes-Nimmtes-Frau, das der Verlag Michael Neugebauer Edition 2018 zu Ehren ihres 90. Geburtstags herausgegeben hat, wird auch signiert. „Für Stella und Helena“ malt Pacovska in kraftvollen Strichen mit silbernem Metallicstift auf das schwarze Papier. Die Vornamen meiner Kinder werden wohl nie mehr schöner geschrieben werden, außer von ihnen selbst.


INTERVIEW

Lene Mayer-Skumanz und Birgitta Heiskel: Ein Löffel Honig. Eine Geschichte zur Erstkommunion

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 7 – 9 Jahren
128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen: Freundschaft, Erstkommunion, Gott, Imkerei, Honig, Fels, Schule, Familie, Nachbarschaft

Ein Löffel Honig: Eine Geschichte zur Erstkommunion ist ein wunderschönes Buch über Freundschaft. Vorneweg sei gleich gesagt: Das Buch ist einfach ein toller Kinderroman! Auch wenn sich die sechs Kinder der Erstkommunionsgruppe rund um Tischmutter Ulli gerade auf das Fest der Erstkommunion vorbereiten, kann man das Buch gerne auch „einfach so“ lesen. Es fasziniert mich aber schon sehr, wie es sowohl der Autorin Lene Mayer-Skumanz als auch der Illustratorin Birgitta Heiskel gelungen ist, dem Kinderbuch auch eine spirituelle Dimension zu verleihen.

            Vordergründig aber lesen wir von sechs Erstkommunionskindern einer Vorbereitungsgruppe. Die Autorin Lene Mayer-Skumanz fängt deren Familien einfühlsam ein, spiegelt ihre Gedankenwelt wider und enthüllt ihre Konflikte und Freuden. Die sich entwickelnde Freundschaft zwischen den Kindern Julia und Stefan ist hinreißend. Sie treffen sich meistens auf einem geheimen Felsen im Wald und tauschen sich aus. Ab und an besuchen sie auch Stefans Großvater in seiner Imkerhütte und genießen einen Löffel Honig. Diese naturbezogenen Ausflüge und die tiefe Freundschaft lassen die Kinder aufblühen.

           Die schöne Geschichte eröffnet aber auch eine religiöse Dimension. Bei der Erstkommunionsvorbereitung mit Ulli und den Gesprächen zwischen Julia und dem Pfarrer werden religiöse Themen angesprochen, zum Beispiel das Gewissen, Versöhnung und einige Bibelstellen (darunter den Psalm, in dem Gott als „schützender Fels“ bezeichnet wird). Wer ist Gott, wie wirkt Gott in unserem Leben, wie verbindet man sich mit Gott, wieso lässt Gott Kriege zu? Nicht nur die ProtagonistInnen sind diesen Fragen auf der Spur, sondern wir hören (bzw. lesen) auch Gottes eigene Stimme: Gott kommentiert das Geschehen glaubwürdig, überzeugend, liebevoll. Das ist ein großer Kunstgriff, und ehrlich gesagt wundert es mich selbst, dass er gelungen ist 😉 . Ebenfalls bewundernswert ist, wie Lene Mayer-Skumanz es schafft, komplexe katholische Themen wie die Transsubstantiation in einfachen Worten, für Kinder verständlich anzusprechen und das Ganze dann auch noch in diese schöne Freundschaftsgeschichte zu packen. Wirklich toll!

Die Illustratorin dieser Ausgabe von _Ein Löffel Honig_, Birgitta Heiskel, vermag es, in ihren Bildern die Gefühle der Protagonisten wunderbar einzufangen: Julia sitzt voller Freiheitsdrang mit wild wehendem Haar auf ihrem Fels, Stefans Großvater steht gütig und entspannt im Imkeranzug da wie ein cooler Raumfahrergreis, die nervige Mirella spreizt sich verzweifelt von einem Föhrenast ab und Stefan greift mit freudig glühendem Gesicht nach Julia, um ihr ins gemeinsame Versteck zu helfen. Heiskels Illustrationen sind einfach unsagbar schön und berührend, wobei honiggelb in allen Bildern eine zentrale Rolle spielt. Zum einen natürlich weil die Zeit der Erstkommunionsvorbereitung für Julia so erfreulich ist wie ein Löffel Honig, genascht in der Imkerhütte von Stefans Großvater. Zum anderen ist dieses Honiggelb ein Symbol für Gott und Julias Beziehung zu Gott. Heiskels Bilder zeigen nicht nur Menschen, sondern immer auch wunderschön gezeichnete Tiere und Pflanzen, was die Schönheit und Bedeutung der Natur als Gottes Schöpfung unterstreicht.

           Ein Löffel Honig stammt übrigens aus dem Jahr 1994. Die Wiener Germanistin Kathrin Wexberg, die auch wissenschaftliche Mitarbeiterin der STUBE (Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur) ist, hat diese Neuauflage behutsam überarbeitet und Elemente wie den Walkman aktualisiert.

  • Lene Mayer-Skumanz, geboren 1939 in Wien, ist freischaffende Schriftstellerin. Sie ist insbesondere bekannt für ihre religiösen und historischen Kinder- und Jugendbücher. Sie ist Preisträgerin vieler Auszeichnungen, wie zum Beispiel dem Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur, dem Book Award of USA and Canada und dem Kinderbuchpreis der Stadt Wien.
  • Birgitta Heiskel, 1962 in Frankfurt am Main geboren, lebt seit 1990 in Wien als freiberufliche Illustratorin und Grafikerin im Buch- und Zeitschriftenbereich. Ihre Illustrationen wurden vielfach ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis.

Lene Mayer-Skumanz und Birgitta Heiskel. Ein Löffel Honig: Eine Geschichte zur Erstkommunion. Innsbruck: Tyrolia Verlag, 2019. Bearbeitet von Kathrin Wexberg.

Ich danke dem Tyrolia Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beate Dölling und Alexandra Junge: Zwei kleine Wilde in der großen Stadt

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 5 – 9 Jahren
128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12,95

Themen: Geschwister, Abenteuer, Wald, Tiere, Wildschweine, Eichhörnchen, Füchse, Biber, Meerschweinchen, Ratten, Hund, Mäuse, Maulwurf, Nussball, Mama retten

„Leseglück für die ganze Familie“ steht auf dem Buchrücken von Beate Döllings Zwei kleine Wilde in der großen Stadt. Und ich finde völlig zurecht! Diese Tiergeschichte für Kinder von 5 bis 9 Jahren ist witzig, unterhaltsam und spannend. Es ist kindgerecht, ohne Glossar und Wörterbuch zu verstehen und geht gut aus. Trotzdem fiebern die jungen LeserInnen gebannt mit, ob die zwei Frischlingsgeschwister Charlie und Theo ihre in der Stadt verschollene Mutter finden werden.

Die zwei kleinen Wilden machen sich also auf in die Stadt, um Mutter Wildschwein zu finden, und schließen dort viele Freundschaften. Sie machen mit allerlei städtischen Neuheiten wie z.B. U-Bahn und Swimmingpool Bekanntschaft und lernen sogar noch ein obercooles Spiel, Nussball. Nussball ist natürlich wie Fußball, nur wird der Ball durch eine Nuss ersetzt. Ziemlich lustige Sache, wäre da nicht Knabbi, das Eichhörnchen. Der kann sich nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr beherrschen und frisst den Nussball auf. Nussball macht einfach so hungrig… (Ich verstehe Dich, Knabbi!)

Die Tiere, die die Geschwister in der Stadt kennenlernen, sind wunderbare Typen. Knabbi sowieso, aber auch Kotti der Straßenköter oder Tapsi. Hier ein kurzes Zitat aus dem Buch – die Stelle, an der Theo und Charlie auf Tapsi treffen:

„Wer bist du denn?“

„Ich bin Tapsi, ein Meersweinchen.“

„Ein Schwein aus dem Meer?“, fragt Charlie.

„Nein, aus dem Baumarkt. Aber jetzt wohne ich in dem Haus dahinter.“

„Du wohnst in einem Haus?“

„Ja, ich bin ein Haustier. Ich habe sogar einen eigenen Käfig. Einen rosanen. Ich bin nämlich ein Mädchen.“ Das Meerschweinchen wiegt sich wieder hin und her. „Und wo wohnt ihr?“

„Wir wohnen im Wald“, sagt Charlie. „Also eigentlich. Aber wir suchen unsere Mama in der Stadt.“

„Wildswein?“ quiekt Tapsi auf. „Ihr seid echte Wildsweine? Oh, wie sön! Hat eure Mama auch so söne Treifen?“

„Nein, hat sie nicht“, sagt Theo. „Nur Wildschweinkinder haben Streifen. Die gehen weg, wenn wir älter werden.“

„Oh, wie sade“, sagt Tapsi.

„Aber dafür kriege ich dann Hauer“, sagt Theo. „So richtig lange Eckzähne, die mir aus dem Maul stehen und die man schon von Weitem sieht.“ Theo reckt seinen Unterkiefer vor. Charlie verdreht die Augen. Geht das wieder los!

Zwei kleine Wilde in der großen Stadt: Seite 66.

Das schöne, spannende, lustige Buch von Beate Dölling geht natürlich gut aus und am Ende trotten die Frischlinge mit ihrer Mama zurück in den Wald.

Zum großen Lesegenuss tragen auch die äußerst gelungenen Illustrationen von Alexandra Junge bei! Die lustigen Bilder, die den Witz und die Schönheit des Textes optimal einfangen, gefallen mir und meinen Kindern ausgesprochen gut. Hund Kotti mit seinen drei Zähnen und die wunderschönen schwarzen Raben sind nur zwei der vielen Highlights. Die zwei kleinen Wilden in der großen Stadt ist ein wunderschönes Kinderbuch, das ich Euch sehr ans Herz lege!

Beate Dölling und Alexandra Junge. Zwei kleine Wilde in der großen Stadt. München: dtv junior Verlag, 2019.

Ich danke dem dtv junior Verlag für das Rezensionsexemplar!

Sandra Kretzmann: Krabbelkäfer – Was stimmt hier nicht?

Leselevel: ♦♦◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 2 – 5 Jahren
16 Seiten, Pappbilderbuch um € 7,95

Themen: Rätsel, Raten, Beobachten, Natur, Tiere, Suchbild, Fehler finden, Bilderbuch, Wahrnehmung, Suchen

Der Frühling erwacht und die Kids und uns zieht es in die Natur: Beobachten, erforschen, herausfinden. Das wunderschöne, witzige Pappbilderbuch Krabbelkäfer: Was stimmt hier nicht? von Sandra Kretzmann fängt all das für Kinder ab 2 Jahren ein. Die ansprechenden Illustrationen sind gleichzeitig auch spannende Rätselaufgaben und Suchbilder: Wo hat das Eichhörnchen seine Nuss versteckt? Sammelt da etwa eine Biene keinen Pollen? Welche Ameise hilft nicht mit, das Tortenstück hochzuheben?

Erste Fertigkeiten wie das Zählen, Farbenerkennen, Formenbestimmen, Gesichtsausdrückeinterpretieren usw. können ganz nebenbei miterworben werden. Die farbenfrohen Illustrationen gefallen Mädchen genauso wie Jungs und stechen besonders durch ihren Witz heraus. So sitzt eine der fünf Fliegen auf Seite 3 nicht wie die anderen vier bei einem Haufen aus drei Pferdeäpfeln sondern bei einem Haufen aus drei Eiskugeln. Es gibt also immer was zu entdecken und zu lachen!

Sandra Kretzmann Krabbelkäfer Was stimmt hier nicht? Brigitte Wallingers Kinder- und Jugendbuchblog Buchtipps Buchempfehlungen für Kinder Kleinkinder ab 2 Jahren Beschäftigungsbuch Feuer und Flamme für junge Literatur

Auch ältere Geschwisterkinder werden mit diesem kniffligen, humorvollen Bilderbuch eine große Freude haben! Das Buch zieht die Kinder in ihren Bann, und sie können daran auch mal ohne Eltern große Freude haben (grins). Plus: Die robuste Pappe verspricht ein langes Leben. Hurra!!

Ich danke dem moses. Verlag und Pia Mortensen für das schöne Rezensionsexemplar!

Sandra Kretzmann. Krabbelkäfer: Was stimmt hier nicht? Kempen: moses. Verlag, 2019.

Mathilda Masters und Louize Perdieus: 321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst

Leselevel: ♦♦♦♦♦
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Kinder von 10 – 14 Jahren
288 Seiten, gebundenes Buch um € 22

Themen: Wissen, spannende Informationen, Kurioses

Heute wurde Mathilde Masters Sachbuch 321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst mit einem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet. Ich gratuliere der Autorin genauso wie der Illustratorin Louize Perdieus und der Übersetzerin Stefanie Ochel sehr herzlich – natürlich auch dem Carl Hanser Verlag!

Alle Teenies, die interessante Referate schreiben wollen, sollten diese lustige Wissensenzyklopädie zu Rate ziehen. Die 288 Buchseiten sind vollgepackt mit kurioser Info und die perfekte Ergänzung zur schnöden Referatsquelle Wikipedia. Das witzig formulierte Wissen dieses Buches wird Eure Vorträge extrem pimpen!! Leider gibt es kein Sachwortregister, aber die 12 Kapitel (Tierwelt, menschlicher Körper, Sport, Stars, Geschichte, Planet Erde, Weltreise, Wissenschaft, Sprachen, Pflanzen, Essen, Weltall) helfen bei der Suche nach passender Info zum Referatsthema.

Natürlich kann man das Buch auch ohne Referat verschlingen. Das haben meine Kinder und ich gemacht. Wieso gab’s früher nur 10 Monate? Echt, es gab mal RitterINNEN? Ein römischer Kaiser ernannte sein Lieblingspferd zum Konsul? Hä? Und Papiergeld ist nicht aus Papier? Mathilda Masters Sachbuch hat seinen Titel echt verdient. Das darin enthaltene Wissen ist superschlau! Und man muss – besser MÖCHTE – das alles unbedingt wissen!

Mathilda Masters (*1963) ist Tausendsassa, Journalistin und Weltreisende. Louize Perdieus ist Grafikerin, Illustratorin und Naturfreundin. Stefanie Ochel ist Übersetzerin aus dem Niederländischen und Englischen und insgesamt eine Rakete! Ihr seid toll und es freut mich, dass Euer gesammeltes Hirnschmalz zu diesem genialen Buch geführt hat! Gratulation!

Mathilda Masters. 321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst. Mit Illustrationen von Louize Perdieus. Aus dem Niederländischen übersetzt von Stefanie Ochel. München: Carl Hanser Verlag, 2018.

Will Gmehling und Jens Rassmus: Chlodwig

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 6 – 10 Jahren
48 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12

Themen: Freundschaft, arm, reich, neu in der Schule, soziale Schichten

Dieses geniale Buch (#moderneklassiker) habe ich glücklicherweise entdeckt: Den herrlich lustigen Band Chlodwig von Will Gmehling, mit treffsicheren, äußerst unterhaltsamen Zeichnungen von Jens Rassmus.

Chlodwig ist neu in Berts Klasse, ein geschniegelter, braver Junge aus reichem Hause. Sein Sitznachbar, der Icherzähler Bert, lebt mit den hart arbeitenden, zuhause aber entspannten Eltern und seinen drei wilden Geschwistern in einer chaotischen Wohnung. Wo Chlodwigs feine Haare eine Frisur bilden, stehen Berts Borsten in allen Richtungen davon. Als die zwei unterschiedlichen Jungs sich für ein Klassenprojekt zuhause besuchen müssen, lernt Chlodwig das wunderbare Tohuwabohu in Berts Wohnung kennen und lieben. Er möchte am liebsten dort bleiben – und das macht er dann auch.

Eine wirklich fesselnde Story, klar erzählt und unglaublich lustig. Sie ist wie eine Astrid-Lindgren-Geschichte, nur ohne Schweden und in der Gegenwart. Einfach fabelhaft! Die wunderbaren Illustrationen von Jens Rassmus fangen den Esprit und Witz der herausragenden Geschichte treffsicher ein. Außerdem sind die 44 unterhaltsamen Seiten des Buches ein schnelles, lohnenswertes Leseerlebnis für GrundschülerInnen. Absolut empfehlenswert!

Will Gmehling, Jahrgang 1957, ist ein erfolgreicher deutscher Kinder- und Jugendbuchautor. Vor seiner Kinderbuchkarriere war er Maler und Dichter, was seine herausragende Gabe erklärt, tiefgehende Emotionen und amüsante Begebenheiten in knappen Sätzen und sparsamen Szenenbeschreibungen einzufangen.

Die Bücher des 1967 geborenen deutschen Autors und Illustrators Jens Rassmus sind vielfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Luchs-Buchpreis der Zeit.

Ich danke dem Peter Hammer Verlag für das Rezensionsexemplar!

Will Gmehling. Chlodwig. Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2018. Mit Zeichnungen von Jens Rassmus.

Agnese Baruzzi: Spiel mit mir!

Leselevel: ♦◊◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Kinder von 1 – 4 Jahren
24 Seiten; wasserabweisendes, robustes Pappbilderbuch um € 10

Themen: Spiel, Party, Astronaut, Weltraum, Hobbys; Mitmachbuch, Interaktion, Montessori

Ein daumenbreites Loch klafft in Agnese Baruzzis interaktivem Bilderbuch Spiel mit mir!, aber keine Sorge: Dieses Loch bringt sehr viel Spaß!!

Durch dieses Loch – bzw. im Buchinneren dann zwei Löcher – stecken die Kinder oder die vorlesende Person ihre Finger und los geht das Vergnügen: Der Astronaut hüpft, die Bücherfreundin schaukelt, ein geschickter Junge steht auf einem Arm und jongliert mit den Beinen, usw. Auf dem Cover darf getrommelt werden, was das Zeug hält! Mit den eigenen Fingern werden die Illustrationen zum Leben erweckt.

Diese Mischung aus Spielzeug und Pappbuch ist ein ideales Einsteigerbüchlein für den Buchnachwuchs und weckt garantiert die Leselust. Ein wunderbar vergnügliches Buch für kleine und große Bewegungstalente.

Als Tochter eines Schriftsetzers und einer Bibliothekarin ist Agnese Baruzzi, geb. 1980, seit ihrer Kindheit von Büchern umgeben. Seit 2001 arbeitet sie nun schon als Illustratorin und Kinderbuchautorin. Ihre Werke werden in vielen Ländern publiziert. Sie lebt nahe Bologna und schreibt gerne in ihrem kleinen Sommerhäuschen am Land, gut bewacht von ihren Hunden Zorba und Orso.

Ich danke dem Verlag Minedition und Gudrun Albertsmeier für das Rezensionsexemplar.

Agnese Baruzzi. Spiel mit mir! Bargteheide: minedition Michael Neugebauer Edition, 2018.

Hier findest Du ein weiteres tolles Bilderbuch von Agnese Baruzzi.