Christoph Drösser und Nora Coenenberg: 100 Kinder

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦◊◊◊
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Gefühl: ♦♦♦♦◊
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 7 Jahren

104 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14

Themen: Sachbuch über Kinderleben, alle Kinder dieser Welt, Kinderalltag: wie und wo Kinder leben, was sie lernen, in der Freizeit machen, wie es den Kids geht

100 Kinder ist ein großartiges Kindersachbuch über den Alltag von Kindern auf der ganzen Welt. Wie viele von 100 Kindern leben in der Stadt? Wie viele haben zuhause elektrischen Strom oder einen Hund? Wie viele verreisen oder können schwimmen? Das spannende Rätselraten kann beginnen! Ganz nebenbei saugen die Kids noch jede Menge Wissen über Geografie und verschiedene Kulturen auf. Optimal!

ZEIT-Autor Christoph Drösser hat Statistiken, vor allem vom Kinderhilfswerk Unicef, über das Leben aller Kinder auf der Erde ausgewertet und in Prozent umgewandelt, sodass anhand von 100 Kindern das Leben, der Alltag, die Hobbys und der Schulbesuch aller Kinder dargestellt werden kann, übrigens auch mithilfe der tollen Illustrationen von ZEIT-Illustratorin Nora Coenenberg. Herausgekommen ist das höchst interessante Kindersachbuch 100 Kinder, in dem sich Kids begeistert darüber informieren können, wie es ihren „KollegInnen“ auf anderen Kontinenten und unter anderen Lebensumständen geht.

Es ist nicht nur interessant herauszufinden, wie viele Kinder arbeiten müssen, welche Sprache die meisten sprechen oder wie viele in einer Demokratie leben, sondern auch wie viele einen Fernseher haben, Micky Maus kennen und kurzsichtig sind. Sehr spannend, das eigene Leben mit dem der Altersgenossen zu vergleichen. Natürlich werden die meisten Kids erkennen, dass es ihnen sehr gut geht und sie dankbar sein dürfen.

Allen Kindern, die die Zahl der Hungernden und Vertriebenen traurig macht, wird gegen Ende des Buches vor Augen geführt, wie Hilfsorganisationen das Leben der Kinder in den letzten 20 Jahren verbessert haben: Die Kindersterblichkeit hat sich weltweit halbiert, der Anteil der unterernährten Kinder wurde um ein Drittel verringert, 40% weniger Kinder müssen arbeiten, usw. Diese Informationen ergänzen das lustige Rätselraten, wie viele von 100 Kindern wohl ein Fahrrad besitzen oder Vegetarier sind, optimal.

Nora Coenenbergs Illustrationen und ihr grafisches Konzept veranschaulichen Drössers unterhaltsamen Text perfekt und visualisieren die Informationen bunt und ansprechend. Sehr gelungen!

Ich danke dem Gabriel Verlag in der Thienemann-Esslinger-Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar.

Christoph Drösser. 100 Kinder. Stuttgart: Gabriel Verlag Verlag in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 2020. Mit Illustrationen von Nora Coenenberg.

Mila Sternberg und Verena Körting: Emily Pferdeflüsterin: Eine Freundschaft mit Eselsohren

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 9 Jahren

176 Seiten, gebundene Ausgabe um € 13

Themen: Pferdeliebe, Tierliebe, Empathie, Autismus, Familie, Freundschaft, neu an der Schule, Halbwaise, TV-Show, Tiere, Streichelzoo, Hund

Dieser wunderbare Kinderroman lässt sich ebenso wenig in eine Schublade stecken, wie seine Protagonistin Emily, die nicht nur einfühlsame Pferdeflüsterin und tolle Freundin ist, sondern auch Autistin, TV-Star und Halbwaise. Egal welche ihrer Besonderheiten in der Erzählung gerade in den Vordergrund tritt, die Geschichte ist immer berührend, überzeugend und spannend. Ein ganz wundervolles Kinderbuch fernab von Pferdekitsch, das trotzdem von einer innigen Pferd-Kind-Beziehung erzählt und auch PferdeliebhaberInnen begeistern wird.

Emily träumt von einem eigenen Pferd und einem Haus auf dem Land. Anders als die meisten Kinder ihres Alters macht sie sich akribisch daran, diesen Traum zu verwirklichen. Obwohl sie Autistin ist, nimmt das Mathe-Genie an einer TV-Show teil und gewinnt dabei viel Geld. Nun kann sie mit Papa Paulus aufs Land ziehen und kauft die Stute Runa. Doch die ist, so wie Emily, eine zurückgezogene Einzelgängerin. Langsam nähern sich Pferd und Kind an und Emily kommt Runas trauriger Vergangenheit auf die Spur.

In der neuen Schule erlebt die Außenseiterin Emily auch jede Menge. Zunächst einmal trifft sie auf Lea, die die richtigen Antennen für Emilys manchmal seltsam anmutendes Verhalten hat. Sie weiß intuitiv, dass die Neue nicht absichtlich angibt oder verletzt, sondern ohne böse Absicht einfach offen sagt, was sie denkt. Lea hält Abstand, wenn Emily den braucht, und steht ihrer neuen Freundin zur Seite, wenn sie Unterstützung braucht, etwa mit dem ruppigen Ben, der Emilys Schulleben anfangs zur Hölle macht.

Papa Paulus kennt seine liebenswerte Tochter natürlich in- und auswendig. Dass sie sich so schnell mit Lea anfreundet, erstaunt ihn trotzdem – oder gerade deswegen? Emily ist übrigens Halbwaise, Mama Evalynne ist vor einigen Jahren verstorben. Das macht Paulus und Emily zu schaffen, doch zusammen sind sie stark genug für ein neues Leben auf dem Land mit Pferd, Esel, Enten und allem, was sonst noch dazu gehört.

Die drei Erzählstränge rund um Emilys Familie, Freunde und Pferd verflicht Mila Sternberg auf wunderbare Weise in ein spannendes Abenteuer, das den LeserInnen den Blickwinkel einer jungen Autistin vermittelt, ohne diese Krankheit auch nur zu erwähnen. Es ist einfach so, dass Emily manchmal etwas anders denkt.

Die großartigen Illustrationen von Verena Körting ergänzen die feine Geschichte perfekt. Das stimmungsvolle Cover mit den ansprechenden Figuren verrät das sofort, aber auch die schwarz-weiß Innen-Illustrationen mit den roten Akzenten sind sehr ausdrucksstark.

Dieses wundervolle Kinderbuch hat meine Kinder und mich tief bewegt. Ich kann es euch nur wärmstens empfehlen!

Die unter Pseudonym publizierende Österreicherin Mila Sternberg ist Drehbuchautorin fürs Kinderfernsehen und schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Ich danke dem Dressler Verlag aus der Verlagsgruppe Oetinger für das Rezensionsexemplar.

Mila Sternberg. Emily Pferdeflüsterin: Eine Freundschaft mit Eselsohren. Hamburg: Dressler Verlag, 2020. Mit Illustrationen von Verena Körting.

Jens Rassmus: Juhu, LetzteR! Die neue Olympiade der Tiere

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

64 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16,95

Themen: Olympiade, Tiere, GewinnerInnen, VerliererInnen, Humor, Wettkampf, Erste(r) sein

Ein großartig illustriertes, superlustiges, lehrreiches Bilderbuch für alle, die nicht immer die Besten, Schnellsten und Mutigsten sind – und für alle anderen auch! Nur Murmeltiere, die alten Schnarchnasen, scheinen dem Zauber von Jens Rassmus Olympiade nicht zu erliegen.

Jens Rassmus, den viele wegen seiner gereimten Gutenachtgeschichte Das Nacht-Tier anhimmeln, ist erneut ein herausragendes Bilderbuch gelungen! In Juhu, LetzteR! Die neue Olympiade der Tiere erzählt er in Wort und Bild von einer Tierolympiade. Das Publikum schläft dort auf der Tribüne ein, weil jedes Jahr Dieselben gewinnen: der Puma im Hochsprung, der Orang-Utan beim Kugelstoßen, der Gepard im 100-Meter-Lauf, der Orca beim Wettschwimen und das Känguru im Boxen.

Als der Elefant vor Langeweile von der Tribüne purzelt, erkennt die Zwergmaus den Ernst der Lage und kommt auf eine prima Idee: Es könnte doch mal der oder die Letzte gewinnen! Gesagt, getan. Ein turbulenter, witziger Wettkampf entbrennt. Nun können auch die „schwächeren“ Tiere mitmachen und die Starken überlegen sich herrlich-kreative Möglichkeiten, um doch noch aufs Treppchen zu kommen.

Hier ein kleines Zitat vom Hochsprung, das den tollen Humor des Textes unter Beweis stellt:

Alle schauten hinüber zum Wettkampfplatz, wo sich die Kellerassel bereits warm gemacht hatte. Sie trug ein gelbes Hemdchen mit der Startnummer 1 und war sehr aufgeregt. „Los,“, rief der Hamster. „Spring!“ Die Kellerassel ging in die Hocke, holte tief Luft und stieß sich dann mit allen 14 Beinchen gleichzeitig vom Boden ab. Sie flog genau zwei Millimeter hoch in die Luft. „Juhu! Das war richtig schlecht“, jubelte die Kellerassel. Dann kam das Walross, das die Nummer 2 trug, an die Reihe. Es rutschte auf den Wettkampfplatz und blieb dort liegen. Alle warteten. „Was ist los, warum springst du nicht?“, erkundigte sich der Regenwurm. „Wieso? Hast du nicht aufgepasst? Ich bin schon gesprungen“, sagte das Walross. „Oh“, sagte der Regenwurm. „Null Millimeter – das ist tatsächlich noch schlechter als die Kellerassel“, stellte die Zwergmaus fest. Das Publikum klatschte. „Spitze!“, rief der Marienkäfer. (Seite 22-24)

Dass hier die Erwartungen und üblichen Wettkampf-Kommentare dermaßen auf den Kopf gestellt werden ist natürlich besonders amüsant.

Eine kurzweilige, äußerst unterhaltsame Bilderbuchgeschichte, spannend und überraschend wie ein guter Kinderfilm! Es würde mich nicht wundern, wenn eine Filmfirma daraus einen Kinofilm machte!

Jens Rassmus, geb. 1967, ist ein vielfach preisgekrönter deutscher Zeichner, Illustrator und Autor. Er lebt mit seiner Familie in Kiel.

Rassmus‘ Buch Juhu, LetzteR! wurde übrigens vom Nilpferd Verlag umweltschonend in Europa hergestellt – finde ich bemerkenswert. Und ist euch aufgefallen, dass im Titel „LetzteR“ steht und somit Mädchen und Jungs angesprochen werden? Das habe ich so noch nie im Titel gesehen und begeistert mich auch! Ich danke dem Nilpferd Verlag (G&G Verlag) sehr herzlich für das Rezensionsexemplar!

Jens Rassmus. Juhu, LetzteR! Die neue Olympiade der Tiere. Wien: Nilpferd Verlag in der G&G Verlagsgesellschaft, 2020.

Yu Hongcheng: Hen-Hao, das kleine Küken

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦◊◊◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦◊◊
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: 3 – 7 Jahre

48 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16

Themen: Tiere, Bauernhof, Hahn, Henne, Aufwachsen, Verantwortung, Großwerden, Mutter-Kind-Beziehung

Mama Huhns elf Küken erobern die Welt, und Yu Hongcheng fängt die Bauernhofidylle grandios in ihren detailreichen Illustrationen ein.

Hen-Haos Mama bringt ihrem Nachwuchs alles Wichtige bei und verlässt ihre Jungen dann. Nun muss sich der Titelheld allein durchschlagen und sich selbst behaupten. Ob er alle Herausforderungen meistern wird?

Hen-Hao, das kleine Küken ist ein berührendes Bauernhof-Buch als Coming-of-Age-Geschichte bzw. Entwicklungsroman für Kinder :-), das vom Großwerden und Verantwortungtragen erzählt. Seine bestärkende Botschaft ist überzeugend, die atemberaubenden Illustrationen bezaubernd . Jedes Tier, jede kleinste Walderdbeere, jede Blüte ein Meisterwerk! Unfassbar schön und sehr empfehlenswert!

Die in Peking lebende Yu Hongcheng, geb. 1989 in der zentralchinesischen Provinz Hunan, ist jene junge Illustratorin, die 2016 in Bologna den International Award for Illustration erhielt. Ihre Bilderbücher finden international Beachtung und wurden bereits vielfach ausgezeichnet.

Ich danke dem minedition Verlag für das Rezensionsexemplar.

Yu Hongcheng: Hen-Hao, das kleine Küken. Zürich: minedition, 2020.

Géraldine Elschner und Fra Angelico: Die Ostergeschichte

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ◊◊◊◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

48 Seiten, cellophanierter Pappband mit Goldprägung, gebundene Ausgabe um € 13,99

Themen: die Ostergeschichte, Ostern, Jesus, Maria, Apostel, Frührenaissance, Fra Angelico, Kunst für Kinder

Die Ostergeschichte in einfachen, zeitgemäßen Worten mit faszinierenden, beeindruckenden Bildern von Fra Angelico: ein Buch der Extraklasse!

Aus den vielen pink-gelb-grünen, von hyperaktiven Hasen bevölkerten Osterbüchern sticht Die Ostergeschichte von Géraldine Elschner, übersetzt von Olivia Jeske, als besonderes Kleinod heraus. Dieses Bilder-Buch für alle ab 5 Jahren wurde nämlich mit Gemälden des italienischen Renaissancemalers Fra Angelico illustriert. Die sakrale Bildersprache ist Kindern aber absolut zugänglich: Sie lesen Fra Angelicos Gemälde wie Wimmelbücher.

Géraldine Elschner gelingt eine moderne, poetische und spannende ökumenische Nacherzählung der Ostergeschichte, von der Ankunft in Jerusalem bis hin zur Himmelfahrt. Die Geschichte von Treue und Verrat, von Vertrauen und Hoffnung, von Tod und Wiederauferstehung wird durch Fra Angelicos Bilder eindrucksvoll vermittelt. Ein wunderschönes, berührendes Osterbuch für die ganze Familie!

Géraldine Elschner wurde in Nord-Frankreich geboren, studierte Romanistik und Germanistik und machte anschließend eine Ausbildung als Bibliothekarin mit Schwerpunkt Kinderliteratur. Sie lebt seit vielen Jahren in Heidelberg und übersetzt dort mit Begeisterung Kinderbücher, inzwischen sind es über 150.

Fra Angelico wurde ca. 1395 in Vicchio bei Florenz geboren. Der Schutzpatron der christlichen Künstler starb 1455 in Rom und war ein Maler der italienischen Frührenaissance. Fra Angelico begann seine künstlerische Karriere als Illuminator (Buchmaler). Bald schon malte er Altarbilder und Fresken. Seine Werke, viele davon in den bedeutendsten Museen ausgestellt, sind mystisch inspiriert und haben eine leuchtende Farbgebung und einfache Bildstruktur.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich beim engagierten Team des minedition Verlags. Er steht für höchste künstlerische und herstellerische Qualität, was diesem Buch durch und durch anzumerken ist.

Géraldine Elschner. Die Ostergeschichte. Bargteheide: Michael Neugebauer Edition, 2013. Mit Bildern von Fra Angelico. Aus dem Französischen von Olivia Jeske.

Catherine Ard und Carla McRae: Raus an die frische Luft! Das Buch für kleine Entdecker

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦◊
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 5 – 9 Jahre

56 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,90

Themen: Natur, Abenteuer, entdecken, forschen, Spaß an der frischen Luft, Karten lesen, Spurensuche, klettern, spielen, sammeln, basteln, alleine beschäftigen, Freiluftdetektive

Dieses tolle Sachbuch für Kinder, die in der Nähe eines Waldes, Gartens oder Parks wohnen, ist absolut empfehlenswert! Die Kids werden im Buch angeleitet, 20 Abenteuer an der frischen Luft zu erleben und den Zauber der Natur zu erkunden: auf Bäume zu klettern, Spuren und Karten zu lesen, Musikinstrument zu bauen, einen Hindernislauf zu absolvieren, Sterne und Wolkenformationen zu beobachten, ein Waldlager zu bauen, Rindenabdrücke zu basteln und vieles mehr. Dazu gibt es faszinierendes Hintergrundwissen zu Flora und Fauna.

Besonders jetzt, wo viele von uns im Home-Office arbeiten und 24 Stunden am Tag aufeinander kleben, ist so ein Buch Goldes wert: eine großartige Anleitung für Kinder, was sie draußen alleine erleben und selbständig entdecken können (mit Ausnahme des Lagerfeuers natürlich!).

Die knappen, anregenden und motivierenden Abenteuervorschläge und Gestaltungsanleitungen von Catherine Ard, übersetzt von Frederik Kugler, sind absolut verständlich. Die Engländerin Catherine Ard schreibt Kindercomics und Bastelbücher.

Carla McRaes Illustrationen sind wunderschön, ansprechend, plastisch: Sie fängt die Natur in ihren Bildern ein und macht Lust darauf, die beschriebenen Waldexperimente sofort durchzuführen. Die australische Buchillustratorin entwirft auch gerne Socken und malt großflächige Wandbilder.

Ich danke dem Verlag Kleine Gestalten für das tolle Rezensionsexemplar!

Catherine Ard und Carla McRae. Raus an die frische Luft! Das Buch für Entdecker. Berlin: Kleine Gestalten, 2020.

Anke Kuhl und Alexandra Maxeiner: Alles lecker!

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

40 Seiten, Taschenbuch um €9

Themen: Essen, Nahrung, Kultur, Landwirtschaft, Vielfalt, Länder, Tischmanieren,Lieblingsessen, Geschmack, Mülltauchen, Pausenbrot, Bio-Lebensmittel, Steinzeitmenschen

Anke Kuhl und Alexandra Maxeiner haben es geschafft, ein fundiertes Kindersachbuch zu schreiben, das auch noch superlustig und extrem unterhaltsam ist. Alles lecker! ist eine perfekte Mischung aus Comic und Wissensbuch: zum Niederknien lustig und schlau!

Meine Töchter und ich haben das Buch regelrecht verschlungen! Wirklich spannend erzählt es von den verschiedenen (Fr-)Ess-Typen, unseren steinzeitlichen Vorfahren, der Landwirtschaft, internationalen Spezialitäten, religiösen Speisevorschriften, verschiedenen Frühstücken rund um den Globus, typischen Pausenbroten und Essgewohnheiten, traditionellen Gerichten und Tischmanieren, Überfluss und Hungersnot, Küchendüften, Geschmacksrichtungen, Ekelessen und Lieblingsspeisen, kurz: Von allem, was Kinder zum Thema Essen interessiert!

Anke Kuhls Illustrationen sind natürlich wie immer ein Hammer! Man sehe sich nur das Bild an, auf dem Hund und Kind vor dem Ofenrohr sitzen und den Bratenduft einsaugen. Das Buch steckt voller unterhaltsamer Details, so wird etwa das stundenweise Verspeisen eines Pausenbrotes von Schulbeginn bis Schulschluss dokumentiert. Es macht unheimlich viel Spaß, das Buch zu lesen bzw. vorzulesen!

Dieses witzige und clevere Kinderbuch hat übrigens einen handfesten Skandal ausgelöst. (Das Börsenblatt hat in diesem Artikel wunderschön dargelegt, wie er begann und wie sich alles zuspitzte.) Stein des Anstoßes waren Anke Kuhls Illustrationen zu konventioneller und biologischer Schweinehaltung, die eine Landwirtin aufregten (sie sah ihren Sohn durch Kuhls Darstellung gemobbt). Es folgte ein Amazon-Boykott des Buches durch Bauernverbände, ein online Shitstorm und sogar Drohanrufe an die Verlegerin. Wenn ich mir die viel diskutierten zwei Bilder ansehe, beschäftigt mich viel mehr, dass die Massentier-Illustration eine Untertreibung ist. Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar, um mit Ingeborg Bachmann zu sprechen. Allerdings handelt es sich ja um ein Kinderbuch übers Essen, und deshalb gilt es die Illustratorin zu loben, weil sie sich auf diese Anspielung beschränkt hat.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Klett Kinderbuch Verlag für das Rezensionsexemplar und ermutige Euch alle, Alles lecker! nach dem Lesen auf Amazon zu bewerten, um die 1-Stern-Wut-Rezensionen abzumildern.

Alexandra Maxeiner und Anke Kuhl. Alles lecker! Von Lieblingsspeisen, Ekelessen, Kuchendüften, Erbsenpupsen, Pausenbroten und anderen Köstlichkeiten. Leipzig: Klett Kinderbuch, 2018.

Judith Auer: Ein Stück Käse

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦◊◊
Gefühl: ♦♦♦◊◊
Elternvergnügen: ♦♦♦◊◊
Zielgruppe: 5 – 9 Jahre

56 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,90

Themen: Tiere, Äsops Fabeln, Schmeichelei, Falschheit, Taktik, Überlisten, Fuchs, Rabe, Käse

Judith Auer hat Äsops berühmte Fabel neu interpretiert und in ein farbenfrohes, bezauberndes Bilderkleid gesteckt. Sehr zu empfehlen für Kinder von 3 bis 6 Jahren.

Äsops Fabel vom schlauen Fuchs, der dem Raben durch falsche Schmeicheleien sein leckeres Stück Käse abluchst, war schon im antiken Griechenland beliebt. Judith Auer haucht der alten Geschichte neues Leben ein, mit grafischer Formensprache, witzigen Details und feinen Buntstiftschraffuren auf strukturiertem Papier. Ein großartiges Gesamtkunstwerk!

Ein Stück Käse ist Judith Auers beeindruckendes Bilderbuchdebut. Man darf auf ihre weiteren Werke gespannt sein!

Ich danke dem Kunstanstifter Verlag für das Rezensionsexemplar. Das Buch wurde übrigens in Deutschland hergestellt und ist auch haptisch eine große Freude!

Judith Auer. Ein Stück Käse. Mannheim: Kunstanstifter, 2020.

Katja Gehrmann: Stadtbär

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: 6 – 8 Jahren

96 Seiten, gebundene Ausgabe um € 10,95

Themen: Bär, Tiere, Wald, Stadt, Freundschaft, Jäger, Zoo, zum Selberlesen, ErstleserInnen

Katja Gehrmanns vielfach preisgekröntes ErstleserInnen-Buch Stadtbär ist absolut witzig, genial illustriert und superspannend, mit wenig Text in großer Schrift.

Die humorvolle Geschichte dreht sich um einen Bären, der nach dem Winterschlaf feststellt, dass sich außer dem Habicht keiner seiner Freunde mehr im Wald befindet. „Die sind alle in die Stadt gezogen“ (11), erklärt der Vogel. Klar, dort gibt’s ja beheizte Höhlen, jede Menge Futter und keine Jäger. Da muss der Bär auch hin! Die Waldtiere, die schon in der Stadt sind, bemerken, dass der Bär nun auch da ist. Sofort machen sie sich Sorgen: In der Stadt müsse man sich geschickt anpassen, unauffällig sein. Das könne der riesige Bär bestimmt nicht, deshalb wollen sie ihn in den Zoo stecken. Während der Bär die Stadt erobert, versuchen die anderen Wildtiere seine Fehler auszumerzen, und eine wahre Kinderbuch-Slapstickkomödie entfaltet sich. Zum Schluss treffen alle Tiere und die Polizei aufeinander, es kommt zum großen Showdown, und ein Raubüberfall wird auch noch aufgeklärt! Herrlich lustige Story mit Lachgarantie!

Die kurze und kurzweilige Geschichte wird untermalt von lustigen, farbenfrohen und detailreichen Illustrationen. Auch in den Bildern steckt großer Witz und Charme. Die jungen LeserInnen können nach dem Lesen einer Doppelseite innehalten (bzw. rasten) und sich über die Illustrationen amüsieren. Auf einem Bild sieht man zum Beispiel einen Dachs, der einen Regenwurm wie eine Spaghetti aus der Erde saugt. Gehrmanns Illustrationsstil in Stadtbär erinnert mich irgendwie an Axel Scheffler. Vielleicht liegt das an den kugeligen Augen und den coolen Barthaaren? Jedenfalls sind die Bilder ungemein spaßig und ergänzen die tolle Geschichte perfekt.

Text und Bilder stammen von Katja Gehrmann (Jahrgang 1968). Sie studierte Illustration in Mexiko, Spanien und an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Für ihre Werke hat sie schon zahlreiche Preise gewonnen, so den Goldenen Apfel der Biennale in Bratislava oder das Troisdorfer Bilderbuch-Stipendium. 1995 wurde sie mit dem UNICEF-Bilderbuchpreis in Bologna ausgezeichnet. In der Sparte Kinderbuch war sie 2014 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Hier habe ich ihr geniales Bilderbuch Seepferdchen sind ausverkauft vorgestellt.

Ich danke dem Moritz Verlag für das Rezensionsexemplar!

Katja Gehrmann. Stadtbär. Frankfurt am Main: Moritz Verlag, 2019.

Heidi Trpak und Leonora Leitl: Willi Virus

Willi Virus Buch zur Corona-Epidemie Heidi Trpak Leonora Leitl Aus dem Leben eines Schnupfenvirus Tyrolia Verlag Brigitte Wallingers Kinderbuchblog Jugendbuchblog Buchtipps für Kids und Teens

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: 4- 8 Jahre
26 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16,95

Themen: Viren, Schnupfenvirus, Gesundheit, Immunsystem, Corona, Covid-19

Willi Virus sieht niedlich aus, hat es aber faustdick hinter den Ohren und steckt Menschen gerne mit einer Krankheit an. Trotzdem ein niedliches Kerlchen! Wo er uns doch so gerne besucht, sogar mit Geschenk: einem prächtigen Schnupfen!

In Heidi Trpaks großartigem Sachbuch, das 2016 mit dem „Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis“ ausgezeichnet wurde und auf der Shortlist für „Bestes Wissenschaftsbuch des Jahres“ stand, erfahren Kinder von 4 – 8 Jahren auf humorvolle, anschauliche Weise, was Viren sind und wie man sich vor ihnen schützt, was passiert, wenn sie in unsere Körper eindringen und wie man sie wieder los wird. Außerdem gibt’s eine fabelhafte Sammlung davon, wie man sich auf der ganzen Welt „Gesundheit!“ wünscht. Besonders tröstlich die Doppelseite, die den Kids versichert, dass Viren auf alle Menschen scharf sind, egal ob reich oder arm, berühmt oder unbekannt. Viren sind eben echt gerecht!

Willi ist zwar ein Schnupfenvirus und seine Cousine Cordula Corona kommt in der Erstausgabe von 2015 noch nicht vor, aber die enthaltene Info über Willi gilt natürlich für alle Viren. Ab Ende März 2020 ist die Neuauflage des Buches mit Cordula Corona erhältlich. Das neue E-Book mit Willis Cousine aus China gibt es jetzt schon auf dem Markt. Hier kannst du dir Leonora Leitls Corona-Schöpfung „Cordula“ ansehen.

Willi Virus ist voller wunderschöner, ideenreicher und witziger Illustrationen von Leonora Leitl, die zum Nachzeichnen und Nachbasteln anregen. In von Grün und Blau dominierten Bildern mit vielen runden Formen taucht man in die Mikroskopwelt ein und findet auf jeder Seite etwas zu lachen, zum Beispiel wenn eine Abwehrzelle wie Superman auf einen Virus zuschießt.

Dieses feine Kindersachbuch über Viren ist absolut empfehlenswert!

Heidi Trpak, Jahrgang 1973, ist Autorin und Kindergartenpädagogin, Motopädagogin, Motogeragogin, Kindergesundheitstrainerin und Frühmusikpädagogin. Man merkt es ihrem Text an, dass sie genau weiß, was Kinder verstehen können und wie man ihnen Wissen vermittelt, z.B. spricht sie im Buch davon, dass die Körperzellen von Willi Virus gezwungen werden, „neue Schnupfenviren herzustellen, wie ein Kopiergerät“ (S. 13). Ihr Kindersachbuch-Debut Gerda Gelse: Allgemeine Weisheiten über Stechmücken (Tyrolia, 2013) wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Leonora Leitl, geb. 1974, ist selbständige Autorin und Illustratorin. Sie lebt mit ihrer Familie im Mühlviertel und wurde für ihre herausragenden Werke bereits mehrfach ausgezeichnet. Ihr Kinder-Philosophier-Buch Einmal wirst du… hat 2020 den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis gewonnen. Hier meine Rezension von Einmal wirst du… .

Ich danke dem Tyrolia Verlag für das wunderschöne Rezensionsexemplar! Wie viele wissen, bietet der Tyrolia Verlag auch einen super Online-Buchshop an, der innerhalb Österreichs kostenlos liefert!

Heidi Trpak. Willi Virus: Aus dem Leben eines Schnupfenvirus. Innsbruck, Wien: Tyrolia Verlag, 2016. Illustriert von Leonora Leitl.