Sabine Wiemers und Saskia Hula. Das große Wien-Wimmelbuch

Wiemers Hula Das große Wien Wimmelbuch, Buchempfehlung, Kinder, Jungen, Mädchen, Buchtipp, sehr gut Zielgruppe: Kinder von 4 bis 9 Jahren, die mit Wien bzw. Österreich etwas anfangen können oder wollen
Themen: Wien, Wimmelbuch, Kunst, Kultur, Reise
Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
28 Seiten, gebundene Ausgabe, € 14,90

Zwei Daumen nach oben für dieses witzige, optisch sehr ansprechende und rundum gelungene Wimmelbuch der besonderen Art!

Erstklassige Bilder, witziger Inhalt, interessante Wieninformationen und jede Menge Spaß stecken auf diesen 13 Doppelseiten. Ich habe gestern dieses Buch mit meinen beiden Töchtern (sie sind 6 und 8 Jahre alt) gelesen, und wir hatten eine herrliche Zeit zusammen! Man kann es sich wieder und wieder ansehen und entdeckt immer neue Details. Zudem wird die Stadt Wien unterhaltsam von vielen Seiten beleuchtet, sei es Natur, Kunst und Kultur, Bewohner (inklusive grantigem Kellner), Souvenirs oder Vergnügungsmöglichkeiten. Ein besonderes Vergnügen war für mich als Leseratte das Themengebiet Literatur. Ihr werdet Euch vermutlich fragen, was ein Wimmelbuch zu diesem Thema beitragen kann :-). Die Lösung liegt in der Figur des Bücherwurms “Fabios Mama”, die auf jeder Doppelseite zu entdecken ist und sich offensichtlich für Wiener Literatur (von Freud bis Jelinek) begeistert.

Die kurzen, einleitenden Bemerkungen zu den Illustrationen sind ebenso wie die Infotexte zu Buchanfang und -ende ansprechend formuliert, voller nützlicher Tipps und witzig. Eine Seite widmet sich etwa dem Opernball: “Dort treffen sich die Reichen und Schönen aus aller Welt, um zu zeigen, wie reich und schön sie sind” (mit dieser philosophischen Erkenntnis wartet Doppelseite 5 auf). Zu Buchbeginn stellt die Autorin mehrere „Arbeitsaufgaben“ (zum Beispiel auf jedem Bild ein Wiener Schnitzel zu entdecken), und auch am Ende warten spannende Tasks auf die LeserInnen. Das Buch weckt eine große Begeisterung für Österreichs Hauptstadt und beweist, dass Wien zurecht zum neunten Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wurde.

Habt ihr Tipps für Wimmelbücher, die in anderen Städten spielen?

Sabine Wiemers und Saskia Hula: Das große Wien-Wimmelbuch. Salzburg: Residenz Verlag, 2014.

Jörg Mühle: Nur noch kurz die Ohren kraulen?

Joerg Muehle Nur noch kurz die Ohren kraulen Bilderbuch, Pappbuch interaktiv Kinderbuchblog Brigitte Walliser Zielgruppe: Jungen und Mädchen ab 2 Jahren
Themen: Gutenachtgeschichte, Interaktives Vorlesen
Leselevel: ♦♦◊◊◊
Wissenssteigerung:♦◊◊◊◊
Humor:♦♦♦♦♦
Spannung:♦◊◊◊◊
Gefühl:♦♦♦♦♦
Elternvergnügen:♦♦♦♦♦
22 Seiten, Pappbilderbuch, € 8,95

Das Buch ist so süß und witzig! Ich bin begeistert!

Die geniale und fabelhaft illustrierte Gutenachtgeschichte rund um das entzückende Hasenkind beginnt mit Zähneputzen und Pyjamaanziehen, dann kommt das Bett dran und jede Menge wunderbare Schlafrituale wie Ohrenkraulen und Rückenstreicheln. Schon ab der ersten Seite interagiert das Pappbuch mit der Leserschaft, indem es die Kinder auffordert, dem Hasenkind auf die Schulter zu tippen, sein Kissen aufzuschütteln, usw. Nach getaner Arbeit werden die Kleinen gelobt und bedankt, das begeistert sie natürlich zusätzlich. Die Kinder bringen Schritt für Schritt das Hasenkind zu Bett, zum Schluss wird noch das Licht ausgemacht und gut is‘: Spätestens an diesem Punkt gähnen Kinder und Vorleser, alle sind entspannt und beruhigt, die Kleinen können nun selbst friedlich einschlummern. (Hätten die genervten Eltern in Adam Mansbach’s Bilderbuch Verdammte Scheiße, schlaf ein! doch nur Jörg Mühles Gutenachtgeschichte vorgelesen!)

Jörg Mühles Folgebücher Badetag für Hasenkind (2016) und Tupfst du noch die Tränen ab (2017) sind ebenso bezaubernd und empfehlenswert.

Kennt Ihr Jörg Mühles Hasenkind-Bücher schon? Verwendet jemand von Euch auch das in Nur noch kurz die Ohren kraulen? beschriebene Einschlafritual für seine Kinder?

Jörg Mühle. Nur noch kurz die Ohren kraulen? Frankfurt am Main: Moritz Verlag, 2015.

Jacqueline West: Olive und das Haus der Schatten

Zielgruppe: Mädchen und Jungen von 9-14 Jahren
Thema: Rätsel, Spannung, Mädchen, Katzen, Zauberer, magische Welt

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
221 Seiten, gebundene Ausgabe, € 12,80

Für mutige Kinder, die nicht so leicht Angst bekommen, ist dieses gut geschriebene und fesselnde Buch. Der Spannungsbogen des Buches ist wirklich gelungen, für Zartbesaitete mag die ansonsten humorvolle Geschichte stellenweise zu unheimlich sein.

Die Heldin des Kinderbuches, Olive Dunwoody, zieht mit ihren Eltern in ein altes Haus, in dem viele Gemälde der Vorbesitzerin hängen. Bald findet Olive heraus, dass sie durch die Bilderrahmen in eine von einem bösen Zauberer beherrschte Geheimwelt steigen kann. Drei besonders große und gesprächige Katzen helfen ihr im Kampf gegen den Magier. Und Freund Morton, auf den sie in einem der Bilder trifft, steht ihr ebenfalls zur Seite, auch wenn er eine verdächtig glatte und kühle Haut hat…

Olives Eltern, beide Mathematiker, sind liebevoll und schrullig, und viele lustige Momente entstehen durch ihre naturwissenschaftliche Leidenschaft.

Die deutsche Übersetzung von Leonard Thamm ist gut gelungen. Die Illustrationen der englischen Originalausgabe sind allerdings viel ansprechender. Vielleicht ist das der Grund, warum nur zwei der fünf in Amerika sehr beliebten Elsewhere-Abenteuer  auf Deutsch erschienen sind.

Olive und das Haus der Schatten ist ein tolles Kinderbuch. Ich gebe eine klare Lese- und Kaufempfehlung für mutige Jungen und Mädchen ab, allerdings ist ängstlichen, nervösen Kindern von der Lektüre dieses Romans abzuraten. Man darf auf Olives nächstes Abenteuer gespannt sein: Band zwei der Serie, Im Bann der Magie, ist auch auf Deutsch erhältlich.

Jacqueline West. Olive und das Haus der Schatten. Übersetzt von Leonard Thamm. Mit Illustrationen von Ingrid und Dieter Schubert. Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2010.