Cally Stronk und Constanze von Kitzing: Leonie Looping – Kleine Robbe in Not

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen ab 5 Jahren, zum Selberlesen ab 7
100 Seiten, gebundene Ausgabe um € 8,99

Themen: Freundschaft, Umweltschutz, Elfen, Ostfriesland, Campen, Plastikmüll

Dieses ErstleserInnen-Buch besticht mit wunderschönen Illustrationen von Constanze von Kitzing, die schon mit ihrem Bilderbuch Was fressen Monster (2018) und vielen anderen Publikationen begeistert hat, und der spannenden Geschichte von Cally Stronk, der bekannten, preisgekrönten Berliner Kinderbuchautorin.

In diesem Band, dem 7. der ErstleserInnen-Reihe rund um Titelheldin Leonie Looping, campt sie zusammen mit ihrem Freund Florian, Oma Anni und den Schmetterlingselfen Mücke, Luna und Kim-Chi in Ostfriesland. Als sie auf ein verletztes Robbenkind treffen, erkennen sie, dass der Plastikmüll im Meer und am Strand ein echtes Problem ist. Bei ihrer Rettungsaktion geraten die Freunde in große Gefahr.

Eine tolle Urlaubslektüre, die auch Lesemuffel fesseln wird. Und elf elfige Plastikspartipps gibt’s obendrauf!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Ravensburger Buchverlag für das Rezensionsexemplar. Meine Töchter und ich sind von Leonie Looping echt begeistert!

Cally Stronk und Constanze von Kitzing. Leonie Looping: Kleine Robbe in Not. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag, 2019.

Thomas Hrabal und Nini Spagl. VollMond: Mission Mond-Wissen

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: ab 5 Jahren
26 Seiten, gebundene Ausgabe um € 16,95

Themen: der Mond, das Universum, Astronomie, Weltraumtourismus, 50-Jahr-Jubiläum der Mondlandung, Wettlauf ins All, Neil Armstrong, Mondphasen, Mondbeobachtung, Rakete basteln

Momentan kann man den Fernseher nicht aufdrehen, ohne beim Durchzappen auf eine Monddoku zu stoßen. Warum? Am 21. Juli 1969, also vor 50 Jahren, betraten die ersten Menschen den Mond. Grund genug, den Kids mal vom spannenden Wettlauf ins All zu berichten (USA vs. UdSSR), von Neil Armstrongs coolem Funkspruch („That’s one small step for man, one giant leap for mankind.“) und der Bedeutung der Mondlandung für die damalige Bevölkerung (meine Urgroßmutter hat ja bis zu ihrem Tod felsenfest geglaubt, dass diese Mondlandung gefakt war).

Allerdings fragen unsere wachen Kids bei solchen Gesprächen dann auch Sachen wie „Seit wann gibt es den Mond?“, „Wer kreist da oben am Himmel eigentlich so herum und warum?“ und „Sehen wir immer die gleiche Seite des Mondes?“ Ähm, räusper..

Thomas Hrabal und Nini Spagl haben die Lösung parat: VollMond: Mission Mond-Wissen. Alles, was die Menschheit je über den Mond in Erfahrung gebracht hat und wissen will, steckt in diesem fabelhaften Sachbuch. Von der Bedeutung des Monds, seiner Entstehung, unserem Universum, dem Trio Mond-Erde-Sonne, den Mondphasen, der Mondbeobachtung, seiner Oberfläche, dem Wettlauf ins All und der Mondlandung bis hin zum Weltraumtourismus. Und auf der ersten Seite erhalten die Kinder sogar noch Inspiration zum Bau einer eigenen Mondrakete . Das Sachbuch in bewährter Tyrolia-Qualität mit haptisch ansprechendem Papier und robuster Gestaltung wurde verständlich und spannend formuliert von Thomas Hrabal, einem Hobbyastronomen, und genial illustriert von Nini Spagl, deren kunstvolle Illustrationen mich genauso sehr entzücken wie Lisk Fengs Everest-Bilder. Toll! Man möchte sich von jeder Seite ein großes Poster machen und die Wände damit tapezieren.

Und nun: 10 – 9 – 8– 7 – 6 – 5 – 4 – 3 – 2 – 1 – LESEN!

Thomas Hrabal und Nini Spagl. VollMond: Mission Mond-Wissen. Innsbruck: Tyrolia Verlag, 2019.

Alice Turquois: Mein supertoller Rätselspaß

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 5 – 7 Jahren
48 Seiten, Broschur, € 6,99

Themen: Rätsel, Labyrinthe, Ausmalseiten, von Punkt zu Punkt, verworrene Fäden, Suchbilder, zuzuordnende Ausschnitte, Dominosteine, Meereswissen, Tiere im Meer, Ferienheft, Beschäftigungsbuch

Das unterhaltsame Ferienheft Mein supertoller Rätselspaß: Am Meer ist wunderbar zur Beschäftigung von Kindern zwischen 5 und 7 Jahren geeignet. Eine bunte Palette von Suchbildern, Labyrinthen, Rätseln, Ausmalseiten, Punkt-zu-Punkt-Bildern, Fadensalaten, zuzuordnenden Ausschnitten und Dominosteinen wird die Kids fesseln und nebenbei ihr Hirn auf Trab halten. Es wird sogar etwas Meereswissen vermittelt.

Die coolen Illustrationen von Alice Turquois sprechen Jungs genauso an wie Mädchen. Die Bilderwelt rund ums Meer sieht aus wie ein toller Zeichentrickfilm und gefällt den Kindern garantiert. Ahoi! Spaß nähert sich in schneller Fahrt auf 10 Grad Backbord 🙂 !

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich beim Thienemann-Esslinger Verlag und Henrike Blum.

Alice Turquois (Illustratorin). Am Meer: Mein supertoller Rätselspaß. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2019.

Benji Davies: Nick und der Sommer mit Oma

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Elternvergnügen: ♦♦◊◊◊

Zielgruppe: Mädchen und Jungs von 4 bis 6 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen: Enkelkind, Oma, Sommer, Vögel, Abenteuer, Meer

Nick und der Sommer mit Oma ist eine tolle Enkelkind-Oma-Geschichte, vom englischen Kinderbuchautor und -illustrator Benji Davies getextet und illustriert, übersetzt von Johanna Hohnhold.

Die wunderbare Geschichte startet, als Nick ein Schiff zur entlegenen Insel seiner Oma nimmt. Dort wird er den Sommer verbringen. Oma geht allerdings ihrem Tagwerk nach, und so macht Nick sich auf eigene Faust auf Entdeckungstour. Als die Flut kommt und ein Sturm aufzieht, verlieren er und ein kleines Vögelchen die Orientierung. Doch da braust schon Oma mit dem Segelboot heran: Sie rettet Nick und den kleinen Vogel, und auf der Heimfahrt nehmen sie noch jede Menge andere, verwirrte Vögel mit an Bord. Der Schwarm wird zuhause aufgepäppelt und fliegt weiter – nur das kleine Vögelchen will nicht und bleibt bei Oma: „ ‘Ich glaube, er mag dich, Oma!‘, sagte Nick.“ Oma hat aber nicht nur das Herz des Vögelchens erobert, sondern auch Nicks. Das Abenteuer hat sie zusammengeschweißt: Von nun an erkunden sie Insel und Meer zusammen.

Eine süße Geschichte mit unglaublich schönen Illustrationen. Dass Oma und Nick immer und überall – auch im Bett – eine Kopfbedeckung tragen ist liebenswert kurios, und bei steifer Brise sicher hilfreich. Nach dem Abenteuer verändert Oma nicht nur ihr Verhalten dem Enkelkind gegenüber, sie lebt auch selbst neu auf: braucht keine Brille mehr, wirkt fit und froh. Für mich sticht an diesem Bilderbuch nicht nur die feine, fantasiereiche Story heraus, sondern auch, wie sehr es Benji Davies gelungen ist, die raue See, das zarte Farbenspiel am Strand und Omas Wesen in Bildern einzufangen. Einfach grandios!

Ich danke dem Aladin Verlag und Henrike Blum sehr herzlich für das auch haptisch total ansprechende Rezensionsexemplar.

Benji Davies: Nick und der Sommer mit Oma. Stuttgart: Aladin im Thienemann-Esslinger Verlag, 2019. Übersetzt von Johanna Hohnhold. Originaltitel: Grandma Bird.

Dirk Hennig: Die besten Schülerwitze

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Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 6 – 9 Jahren (und darüber hinaus)
160 Seiten, Taschenbuch um € 5

Themen: Witze, Humor, Schule, Zeugnis, Ferien, Familie, Tiere, Sport und Freizeit, ErstleserInnen, Rätsel, Zungenbrecher

Ein super Witzebuch für ErstleserInnen und Humorbegeisterte ab 6 Jahren. Alles, was das (Scherz-)Herz begehrt, steckt in diesem tollen Taschenbuch: Witze, lustige Rätselfragen und Sprüche, Zungenbrecher und spaßige Illustrationen vom deutschen Illustrator Dirk Hennig. Beispiel gefällig?

„Fragt der Neue in der Schulklasse: ‚Wann macht ihr hier eigentlich Pause?‘ – ‚Nie! Wir schlafen durch.‘“ (Seite 11)

Den kannte ich noch nicht. Und viele andere gute Schenkelklopfer auch nicht, was mich echt überrascht hat. 🙂

Der kleine Preis macht dieses gute-Laune-Buch zu einem super Zeugnisgeschenk und wird so manch laaaangweilige Stunde in den Ferien verkürzen! Außerdem ist es eine optimale Leseübung: Witze sind kurz, und die Schrift ist angenehm groß. So macht das Lesen wirklich Spaß!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Thienemann-Esslinger Verlag und Henrike Blum für das Rezensionsexemplar. Leider wurde es schon nach kurzer Zeit von meinen Kindern entführt… Aber ich hab es später wieder zurückstibitzt, hihi!

Dirk Hennig (Illustrator): Die besten Schülerwitze. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2019.

Giuliano Ferri: Die wilden Fußballzwerge

Leselevel: ♦◊◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
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Zielgruppe: Mädchen und Jungs von 0 bis 4 Jahren

14 Seiten, robustes Pappbilderbuch um € 8

Themen: Fußball, Teamgeist, Sieg, klein sein, David gegen Goliath

In Bologna habe ich im April 2019 den Illustrator Giuliano Ferri kennengelernt. Sein neuestes Buch, Die wilden Fußballzwerge, ist wirklich witzig und ein tolles Pappbilderbuch für die Kleinsten.

Im Zentrum ein Team von Kleinen: Igel, Hase, Katze, Bärchen und Hund matchen sich mit den riesigen Gegnern (Krokodil, Löwe, Wolf, Dinosaurier und Gorilla). Durch die flinke, technisch versierte Spielweise der niedlichen Mannschaft kann sie gewinnen: Klein aber oho!

Die fußballspielenden Tiere sind geschlechtsneutral, die grün-rot-blaue Farbgebung des Buches ebenso. Hier können sich Mädchen und Jungs gleichermaßen identifizieren.

Gemeinsam sind die kleinen Tiere ein starkes Team, das den Ball mit viel Freude und toller Technik ins Tor der Gegner kickt. Im Buchinneren befindet sich ein Loch, durch das die Ball- und Teambewegungen eine geniale Dynamik erfahren. Echt cool gemacht! Das ist mit Abstand das beste Fußballbilderbuch, das ich kenne. Der Verlag minedition (Michael Neugebauer Edition) war so freundlich, mir ein Verlosungsexemplar zur Verfügung zu stellen.

Giuliano Ferri: Die wilden Fußballzwerge. Bargteheide: Michael Neugebauer Edition, 2019.

William Shakespeare und Lisbeth Zwerger: Romeo & Julia

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: meiner Einschätzung nach ab 8 Jahren, auch für erwachsene Verliebte und Shakespeare-Fans sehr zu empfehlen. Das vom Hersteller empfohlene Alter liegt bei 12 – 15 Jahren. Ich traue jüngeren LeserInnen die gehobene Sprache allerdings schon zu, insbesondere da durchwegs geläufige Wörter verwendet werden
48 Seiten, gebundene Ausgabe um € 19,95

Themen: Liebe, Feindschaft, Verona, Shakespeare-Drama für Kinder, Liebespaar

Romeo und Julia las ich zum ersten Mal als 17-Jährige (Shakespeares beliebtestes Drama war natürlich Schullektüre). Gott sei Dank hatte unsere Englischlehrerin Gnade mit uns und schaffte für uns Teenies eine zweisprachige Schulausgabe der Cambridge University Press mit Verständnishilfen an. Ich stand schon nach den ersten Seiten in Flammen und fand das Drama genial. Umso mehr freut es mich, dass Lisbeth Zwerger sich Shakespeares Romeo und Julia „vorgeknöpft“ hat und die herausfordernde Geschichte für Kinder nacherzählt und illustriert hat. Herausgekommen ist ein rundum gelungenes Meisterwerk, das ich Euch sehr ans Herz legen möchte.

Die Geschichte vom berühmtesten Liebespaar der Weltliteratur ist vielen Erwachsenen geläufig, wenn nicht von Shakespeares Theaterstück, dann zumindest von Leonard Bernsteins West Side Story oder Baz Luhrmanns cooler Verfilmung aus dem Jahr 1996. Lisbeth Zwerger macht diese Liebesgeschichte Kindern zugänglich, in einfachen Sätzen und doch in stimmig-gehobener Sprache. Ihre wunderschönen, feinen Illustrationen veranschaulichen zum einen die Handlung und Gefühlswelt der Figuren, zum anderen sind sie zauberhafte Kunstwerke, die diese Ausgabe von Romeo und Julia anderen überlegen machen. Als Sahnehäubchen hat Zwerger noch Shakespeares Originalstimme eingebaut und die berühmtesten Zitate bzw. wichtigsten Zeilen des Theaterstücks in den Text eingefügt. Was will man mehr?

Tja… also eigentlich will man noch, dass die Geschichte gut ausgeht und Romeo und Julia bis an ihr Lebensende glücklich zusammenleben. Ob Lisbeth Zwerger das möglich macht???

Wenn Ihr Eure Kinder an Shakespeares geniales Werk heranführen wollt bzw. den Kids die Romeo und Julia-Story vorstellen wollt, kann ich Euch dieses Buch nur empfehlen. Hier könnt Ihr mein Interview mit der großartigen Lisbeth Zwerger nachlesen.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Verlag Michael Neugebauer (Minedition), von dem ich ein signiertes Rezensionsexemplar erhalten habe.

William Shakespeare. Romeo & Julia. Nacherzählt und illustriert von Lisbeth Zwerger. Bargteheide: Michael Neugebauer Edition (Minedition), 2016.

Interview mit Lisbeth Zwerger, BCBF 2019

Bild: Detail aus Lisbeth Zwergers Romeo und Julia (2016)

Die Wienerin Lisbeth Zwerger zählt zu den bekanntesten IllustratorInnen. Die grandiose Künstlerin erhielt schon zahlreiche Auszeichnungen, darunter vier (!!) Bologna Ragazzi Awards, zwei (!!) Hans Christian Andersen Preise und das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Sie hat zwei Tage und ein paar Jährchen vor mir Geburtstag und begeisterte mich auf der Kinderbuchmesse in Bologna, wo ich sie am 3. April 2019 am Stand des Michael Neugebauer Verlags interviewen durfte, mit ihrer direkten und ehrlichen Art. Hat sie wirklich gesagt, ihr falle nichts mehr ein? Warum juckt sie es eigentlich nicht, sich eine eigene Geschichte auszudenken? Die Antworten zu diesen und anderen spannenden Fragen findet Ihr hier:

BW: Diese langen IllustratorInnenschlangen an den Verlagsständen der Kinderbuchmesse in Bologna stechen einem ins Auge. Was sagen Sie dazu?

LZ: Ich musste es nie tun. Ich bin sozusagen froh, dass ich schon in einem höheren Alter bin: Ich hatte noch das Glück, eine Art Karriere zu machen. Es ist jetzt sicher schwieriger für die jungen Leute.

BW: Sie sind hochdekorierte Illustratorin und wurden unter anderem mehrmals von der New York Times ausgezeichnet, sind Trägerin von vier Bologna Ragazzi Awards, zwei Hans Christian Andersen Preisen, dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich und vielem mehr. Hat es am Karriereanfang genauso viele Absagen gegeben?

LZ: Um ganz ehrlich zu sein, ich habe eigentlich keine Ablehnung in Erinnerung. Ich bin in die richtigen Hände gekommen, nämlich zu Neugebauer Press, zum Vater des jetzige Verlegers Michael Neugebauer.

BW: Wie läuft so eine Publikation als etablierte Illustratorin ab? Denken Sie sich nun einfach Sachen aus und geben beim Verlag Bescheid?

LZ: Früher war das so. Früher habe ich mir Sachen ausgedacht und konnte die dann illustrieren. Aber jetzt fällt mir nichts mehr ein. Ich habe schon so viele Märchen illustriert, was soll ich noch machen? Jetzt bin ich auf die Anregung der Verleger angewiesen. Und das ist dann eine schönere Herausforderung, als hätte ich die Idee schon lange mit mir herumgetragen.

BW: Sie sind ja bekannt für Ihre Märchenbücher. Juckt es Sie manchmal, ein eigenes Bilderbuch mit einer eigenen Geschichte zu machen?

LZ: Nein, weil ich nicht zu den Leuten gehöre, die gerne etwas erzählen. Ich wüsste nicht, was ich mir einfallen lassen sollte. Es fällt mir nichts ein und es würde mich, glaube ich, langweilen, meine eigenen Geschichten zu illustrieren.

BW: Ist es für Sie ein Druck, sich in eine Tradition einzureihen und einen Stoff zu bearbeiten, den auch schon andere KünstlerInnen illustriert haben?

LZ: Früher, vor vielen Jahren habe ich mich nicht getraut anderer Leute Illustrationen anzuschauen, weil ich mir gedacht habe, das würde mich ablenken oder zu stark beeinflussen. Aber jetzt schaue ich sie mir gerne an, weil diese Gefahr nicht mehr besteht.

BW: Was ist Ihr Lieblingskinderbuch?

LZ: Sofort fallen mir Die Mumins ein.

BW: Welches Ihrer eigenen Bücher ist Ihr Liebling? Oder ist Ihnen immer Ihr jüngstes Projekt am liebsten?

LZ: Ja, ich bin immer in die Neuesten verliebt, aber es gibt schon Lieblinge, zum Beispiel Der Nussknacker.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei Lisbeth Zwerger für das Interview! Leider habe ich in der Aufregung vergessen, um ein gemeinsames Foto zu bitten. Da ein Bild mehr sagt als tausend Worte, stelle ich ein Foto von einer ihrer Illustrationen ein. Darauf zu sehen sind vier Zeichnungen von zwei Rosen, die die Handlung von Shakespeares Romeo und Julia grandios zusammenfassen und sozusagen den graphischen Prolog zu ihrem Buch Romeo und Julia (2016) bilden. Hier stelle ich dieses unfassbar schöne Buch vor.

Ein großes Dankeschön an Michael Neugebauer und sein Team für die Interview-Herberge am Minedition-Stand in Bologna und an Gudrun Albertsmeier für ihre beherzte Intervieworganisation!

Clive Gifford und Paul Boston: Das große Buch der Vergleiche

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Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 6 Jahren

96 Seiten; gebundene Ausgabe um € 16,95

Themen: Natur, Naturwissenschaften, Vergleiche, Sachbuch

Als ich gerade meinen Blog gestartet hatte, hat mich eine Followerin angeschrieben und mich gefragt, ob ich nicht ein Natursachbuch kennen würde, das Kindern naturbezogene Zahlen und Fakten durch Vergleiche veranschaulicht. In etwa so: „Wenn man die ganze Weltbevölkerung gleichmäßig auf die Erde verteilt, dann leben 129 Personen auf 2,5 Quadratkilometern, das ist so groß wie ein Fußballfeld.“ Oder: „Ein Giraffenbulle wird in etwa 5,5m groß, das ist so hoch wie drei durchschnittlich große Männer übereinander.“

Ich habe damals sofort eine große Recherche gestartet, wollte meine erste Anfrage als Kinder- und Jugendbuchexpertin natürlich gut meistern. Leider fand ich nur englischsprachige Sachbücher dieser Art. Typisch: Im anglo-amerikanischen Sprachraum versteht man es, selbst Fakten in eine spannende Story zu verpacken.

Aber nun, taadaaaa: Diese tolle Neuerscheinung im Moses Verlag, dem meine Kinder und ich übrigens sehr herzlich für das Rezensionsexemplar danken. Clive Gifford (Text) und Paul Boston (Illustrationen) haben genau so ein Traumbuch verfasst, das den Kindern naturwissenschaftliche Fakten durch lustige Vergleiche vorstellbar und zugänglich macht. Na gut, die zwei kommen aus Großbritannien, aber durch die feine Übersetzung von Stefanie Kuballa-Cottone gibt es dieses schlaue Buch nun auf Deutsch. Hurra!

Das große Buch der Vergleiche: Groß wie ein Wolkenkratzer, klein wie eine Maus überrascht mit witzigen Vergleichen: Die Zunge des Blauwals ist so groß, dass 2 Fußballmannschaften darauf passen. Ein Nashornkäfer kann das 100-fache seines Körpergewichts stemmen, das ist, als würde ein Mann 1 Afrikanischen Elefanten + 1 Breitmaulnashorn stemmen. Unsere Mundspeicheldrüsen produzieren pro Jahr so viel Speichel, dass man damit 3,5 Badewannen füllen könnte (ja, das ist eklig, aber wahr!). Und all diese Zahlen werden nicht nur beschrieben, sondern auch noch bildlich dargestellt. Perfekto!

Wie sollen sich Kinder die Größe oder das Gewicht von etwas vorstellen, das sie noch nie gesehene haben, noch dazu, wenn sie eigentlich nicht wissen, wie schwer 1 Tonne oder wie hoch 100 Meter sind? Durch Vergleiche mit Dingen, die Kinder kennen, veranschaulicht dieses tolle Sachbuch interessante naturwissenschaftliche Fakten zu den Themen Mensch, Tiere, Pflanzen, Weltall, Naturkatastrophen wie Lawinen und Erdbeben, Energie, Wetter, Wasser (inkl. Ozeane und Tiefsee), Höhe (Tiere, Bäume, Gebäude, Berge), Sphärische Höhe (alle Höhenangaben erfolgen in km sowie der Anzahl übereinandergestapelter Bleistifte), das Erdinnere, Temperatur, Rekorde, Sonnensystem, Weltraum, Schwerkraft, Dinosaurier, Sport, Maschinen, Physik, die Sinne und die Geschichte der Erde. Kurz: Alles, was Kinder an naturwissenschaftlichen Informationen wissen wollen und sollen steckt in diesem Buch, und zwar so erklärt, dass man sich was darunter vorstellen kann und es sich merken kann (Das macht dieses Buch zu einem idealen Geschenk für praktisch jedeN). Und die Illustrationen von Paul Boston sind auch genial, sodass auch die Augen der Kids bestens unterhalten werden. Dieses Buch ist ein perfektes Rundumpaket, ein erstklassiges Sachbuch, das die Kinder bestens unterhält.

Der mehrfach ausgezeichnete Autor Clive Gifford legt übrigens größten Wert darauf, dass seine Bücher die jungen LeserInnen unterhalten, informieren und in Staunen versetzen. Gifford schreibt nicht nur Bestseller, sondern hat auch schon über 70 Länder bereist, als Journalist berühmte WissenschaftlerInnen und SportlerInnen interviewt und Beiträge für die Encyclopedia Britannica verfasst. Mehr zu seiner Person findet Ihr hier. Informationen zum Illustrator Paul Boston gibt’s hier.

Clive Gifford und Paul Boston. Das große Buch der Vergleiche: Groß wie ein Wolkenkratzer, klein wie eine Maus. Kempen: Moses Verlag, 2019. Übersetzt von Stefanie Kuballa-Cottone. Titel der Originalausgabe: The Book of Comparisons: Sizing up the World around You.

Elsa Mroziewicz: Wilde Tierstimmen

Leselevel: ♦◊◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦◊◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 1 – 3 Jahren
12 Seiten, robuste Ausgabe mit Klappen um € 12

Themen: Tiere, Geräusche, Laute, Rätselspaß, Feinmotorik, Klappen

Elsa Mroziewiczs Wilde Tierstimmen ist ein wunderschönes, farbenfrohes Bilderbuch für 1 – 3-Jährige. Seine dreieckige Form und die bezaubernden Illustrationen sind hinreißend. Zudem enthält es spannende Tierrätsel: Die Kids dürfen auf jeder Doppelseite raten, welches Tier wohl den beschriebenen Laut macht. Dann gilt es die Klappen zu öffnen und nachzusehen, ob sie Recht hatten. Die jungen LeserInnen dürfen die Tierköpfe mit 2 Klappen „auspacken“, und zwar je nach Tier mal nach oben, mal nach unten, und beim Krokodil heißt es sogar Buch drehen. Großartig! Auch für ältere Geschwisterkinder ein großes Vergnügen!

Ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem besonderen Bilderbuch und bedanke mich sehr herzlich beim Verlag Minedition für mein Rezensionsexemplar.

Elsa Mroziewicz ist eine herausragende Bilderbuchkünstlerin, die auch schreibt und Filme macht. Hier erhält man einen guten Eindruck von ihrem bunten, ansprechenden Stil, der stark geprägt ist von der Zirkuswelt, dem Theater, der Musik und ihren Reisen in Länder wie Mexiko, dem Jemen, Indien und Indonesien.

Elsa Mroziewicz. Wilde Tierstimmen. Bargteheide: minedition (Verlag Michael Neugebauer Edition): 2019.