Joyce Carol Oates: Sexy

Joyce Carol Oates Sexy Buchtipp Jugendbuchblog Brigitte Wallinger Buchempfehlung LGBT Feuer und Flamme Buchblog 80 Geburtstag

Zielgruppe: alle ab 12 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 5 von 5 Wissensstufen
Humor: 0 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

240 Seiten, TB um €8,95; gibt’s auch als Reclam Fremdsprachentext um €6,60

Themen: Homophobie, Mitläufertum, Mut, Feigheit, Pubertät, Sportlerclique, Schwimmtraining, Kameradschaft, LGBT Bashing

Der sechzehnjährige Darren Flynn wird angehimmelt von den Ladies, ist erfolgreich im Schwimmverein, schreibt gute Noten. Es läuft. Er ist allerdings nicht von seinem eigenen Ruhm überzeugt und hat nur wenig Selbstbewusstsein. Als ihm sein Englischlehrer Mr. Tracey bei Schneetreiben eine Mitfahrgelegenheit anbietet, lässt er sich nach Hause fahren. Er hat das Gefühl, bei dieser Autofahrt vom Englischlehrer angemacht worden zu sein und ist verwirrt (sein Vater, der Darren für „weibisch“ hält, hatte ihn eindringlich vor homosexuellen Übergriffen gewarnt). Als Mr. Tracey dem Besten des Schwimmteams eine schlechte Note gibt, muss dieser wegen seiner zu schwachen schulischen Leistung aus dem Team ausscheiden. Die Sportlerclique will sich an Mr. T. rächen und zettelt eine homophobe Hexenjagd an. Der Englischlehrer ersucht Darren, für ihn vor der Polizei auszusagen – ob er Manns genug dazu ist?

In Amerika sind Anschuldigungen von SchülerInnen, besonders jenen aus reichem Hause, deren Eltern die Schulen ihrer Kinder sponsern, leider an der Tagesordnung. Hierzulande bekommen LehrerInnen Probleme, wenn sie alkoholkrank sind oder Kinder schlagen, aber in den USA reicht oft nur der Verdacht, eine Lehrkraft könnte schwul oder lesbisch sein, und schon wird sie gekündigt. Joyce Carol Oates, die seit Jahren als Literaturnobelpreiskandidatin gehandelt wird und übrigens für ihre rege Twitter-Tätigkeit bekannt ist, nimmt sich auf unnachahmlich geniale Weise dem LGBT-Bashing in _Sexy_ an. Ohne Zeigefinger, mit viel Einfühlungsvermögen, auch gegenüber allen Darrens dieser Welt, denen sie den Roman widmet.

Heute wird Joyce Carol Oates 80 Jahre alt. Alles Gute dieser tollen Schriftstellerin!

Joyce Carol Oates. Sexy. München: Carl Hanser Verlag, 2006. Übersetzt von Birgitt Kollmann.

Minna Lacey und Stephen Cartwright: Mein erster Naturführer

Minna Lacey und Stephen Cartwright Mein erster Naturführer Buchtipp geniales Kindersachbuch Buchempfehlung Buchblog Kinder und Jugendliche Brigitte Wallinger
Zielgruppe: Kinder ab 4 Jahren
Leselevel: 3 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 5 von 5 Wissensstufen
Humor: 3 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

48 Seiten, gebundene Ausgabe um € 15,15

Themen: erste Naturbeobachtungen, Naturexperimente, Forscherbasteln, Jahreskreis, heimische Flora und Fauna

Ein erstes Naturbuch für Kinder ab 4, das die heimische Natur auf spannende Weise erkundet. Die wichtigsten Wildtiere werden vorgestellt (diesbezügliche Kapitel: Vögel, Insekten, Schmetterlinge, Raupen, Käfer, Bienen, Heuschrecken, Schnecken, Regenwürmer, Krabbeltiere, Spinnen, Frösche, Teichbewohner und Säugetiere), und auch viele Wald- und Wiesenpflanzen (Themengebiete: Blumen, Bäume, Blätter, Früchte, Samen, Winterknospen). Ein Naturtagebuch veranschaulicht dann noch den Jahreskreis, und auf jeder Doppelseite versteckt sich eine Ente, die es zu entdecken gilt. All das ist eingebettet in die Geschichte rund um die Bäuerin Frau Herrmann, ihre zwei wissbegierigen Kinder Lena und Paul sowie Hund Maxi. Viele Experimente und Bastelanleitungen motivieren die Kleinen, ihre eigene Umgebung zu entdecken, zum Beispiel indem sie Rindenabdrücke fertigen oder eine Regenwurmzucht anlegen (es wird natürlich angeregt, die Tiere nach kurzer Zeit wieder in die Freiheit zu entlassen!). Dieses Buch ist ein Jackpot für alle Kids, die gerne die Natur erkunden bzw. für alle Eltern, die ihren Nachwuchs mittels cooler Unternehmungen an die Tiere und Pflanzen der Umgebung heranführen wollen.

Sollte hier jemand an geführten Naturexperimenten mit einem Experten interessiert sein, kann ich Euch Rainhard Nestelbacher von Sciencetainment wärmstens empfehlen. Er war in unserem hiesigen Kinderverein, dem Club der schlauen Füchse, zu Gast und hat die Kids begeistert!

Minna Lacey und Stephen Cartwright. Mein erster Naturführer. Bernau: F.X. Schmid, 2009. Übersetzt von Dagmar Klotz.

Chisato Tashiro: 5 freche Mäuse machen Musik

Chisato Tashiro Fünf freche Mäuse machen Musik Buchtipp Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Buchempfehlung Bilderbuch Kinderbuch Jugendbuch geniales BuchZielgruppe: Kinder ab 3 Jahren
Leselevel: 3 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 4 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

32 Seiten, gebundene Ausgabe mit DVD um € 16,95

Themen: Mäuseband, Froschgesang, Musik verbindet

Fünf Mäusefreunde hören eines Tages einen Froschchor singen. Leider ist der Zutritt zum Konzert nur für Frösche, doch die Nager lauschen heimlich und können das schöne Mondlied nicht mehr vergessen. Wegen ihrer piepsiger Quiekstimmen beschließen sie, Instrumente zu bauen und ein Konzert zu geben, das wiederum die Frösche besuchen. Es kommt, wie es in Musikerkreisen kommen muss: Eine Jam-Session startet. Und schon beim nächsten Vollmond gibt’s ein gemeinsames Konzert von Fröschen und Mäusen.

Tolle Story, herzallerliebst illustriert von der japanischen Autorin und Illustratorin Chisato Tashiro (geb. 1969). Das beigefügte, mehrsprachige DVD-Bilderbuch eignet sich wunderbar für ein Kinderkino zuhause (frisches Popcorn natürlich unbedingt inklusive!).

Chisato Tashiro. 5 freche Mäuse machen Musik. Übersetzt von Sayako Uchida. Deutsche Textfassung von Renate Raecke. Bargteheide: Michael Neugebauer Edition, 2007.

Moira Butterfield: Komm mit nach London

Moira Butterfield Komm mit nach London Reiseführer Buchtipp Buchempfehlung Kinderbuch Sachbuch Kinderbuchblog Jugendbuchblog Brigitte Wallinger Feuer und Flamme fuer junge Literatur
Zielgruppe: Kinder von 7 bis 12 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 5 von 5 Wissensstufen
Humor: 4 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

102 Seiten, TB um € 12,99

Themen: Kinderreiseführer, London, Geheimnisse

Ein toller Reiseführer für junge LondonbesucherInnen!

Sollte jemand anlässlich des Vatertags eine Londonreise aushecken, bitte diesen super Reiseführer mitnehmen! 19 Touren zu Themengebieten wie „London von oben“, „Schatzsuche“ oder „Auf den Spuren der Magie“ werden vorgestellt und dabei zahlreiche interessante Geschichten, coole Fakten und spannende Geheimnisse präsentiert. Das Buch ist 2017 erschienen und enthält, soweit ich das einschätzen kann, alles, was Kinder und Jugendliche, die nach London reisen, interessieren könnte. Das relativ neue Discover-Museum (Englands erste Geschichtenzentrale für englischsprachige Kinder von 0-11 Jahren) fehlt, allerdings ist es für deutschsprachige Kids sicher vernachlässigbar. Die Infos umfassen nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, sondern auch Fakten, die Kinder faszinierend finden, wie zum Beispiel welche kuriosen Objekte im Fundbüro der Londoner Verkehrsbetriebe landen (unter anderem ein vier Meter langes Boot) oder der Grund, warum ein echter Falke im Tennisclub von Wimbledon arbeitet. Die grafische Gestaltung des Buches ist auch top!

Dieser London-Reiseführer von Moira Butterfield, den Marion Matthäus wunderbar übersetzt hat, ist total gelungen! Das gleiche Autorin-Übersetzerin-Team hat übrigens auch den Lonely Planet Kinderreiseführer Komm mit nach New York geschrieben.

Moira Butterfield. Komm mit nach London. Ostfildern: Mairdumont Verlag, 2017. Übersetzt von Marion Matthäus.

Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten

Andreas Steinhöfel Rico Oskar und die Tieferschatten Buchempfehlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Feuer und Flamme für junge Literatur Buchtipp geniales Kinderbuch
Zielgruppe: Kinder von 9 bis 13 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 3 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

224 Seiten, TB um € 6,99

Themen: Freundschaft, Krimi, Tief- und Hochbegabung

Ein witziges, spannendes und exzellent geschriebenes Buch über das Dreamteam Rico und Oskar, der eine tiefbegabt, der andere hochbegabt. Sie leben in Berlin, freunden sich an und lösen einen Kriminalfall (ein Kindesentführer treibt sein Unwesen). Alles beginnt damit, dass der Erzähler, der leicht beeinträchtigte Rico, eine in Sauce getunkte Rigatoni auf dem Gehsteig findet. Überraschenderweise beschäftigt es ihn, wer wohl so etwas aus dem Fenster wirft, und er macht sich auf die Suche nach dem Fundnudelursprung. Dabei lernen die Leser nicht nur Ricos Nachbarschaft, das einfühlsam beschriebene Biotop rund um die Dieffenbachstraße in Kreuzberg, kennen, sondern Rico trifft bei seinen Recherchen auch auf den schlauen Oskar, der stets einen Vollvisierhelm trägt (schließlich ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste). Ihr erster gemeinsamer Ausflug soll aufs Dachgeschoss von Ricos Wohnblock führen, aber sie sind im Stiegenhaus zu laut, was den miesepetrigen Nachbarn Herrn Fitzke auf den Plan ruft:

Im nächsten Moment krachte es, eine Tür flog auf und eine Welle üblen Geruchs schlug uns entgegen. Fitzke stand in seinem verlotterten gestreiften Schalfanzug vor uns wie der Racheengel aller Altkleidersammler. Seit ich ihn am Samstag zuletzt gesehen hatte, hatte er sich immer noch nicht rasiert und anscheinend auch nicht gekämmt, und da hatte er schon ausgesehen wie ein Wischmopp, der in einer Steckdose steckt.
„Geht’s noch lauter, ja?“, polterte er los. „Ich hab’s am Herzen! Was soll denn dieser Lärm im –“ Er unterbrach sich und starrte überrascht Oskar an, der mindestens drei Meter kleiner war als er. Oskar klappte blitzschnell sein Visier runter und starrte zurück.
„Was bist denn du für’n komischer Vogel? Hat der Schwachkopf sich Verstärkung aus der Klapsmühle geholt, oder was?“
Keine Antwort.
„Kannste nicht sprechen?“ Fitzke klopfte mit einem Finger dreimal fest auf den Helm. „Hallo? Ich hab dich was gefragt!“
„Sie müffeln!“, dröhnte Oskar plötzlich durch das Visier. „In den Entwicklungsländern ist mangelnde Hygiene eine der häufigsten Todesursachen! Sie sollten dankbar sein, dass es bei uns fließendes warmes Wasser und Seife gibt. Und Sie sollten davon Gebrauch machen.“ (Seite 75-76)

Besonders charmant an diesem Buch finde ich den Berliner Dialekt (man speist zum Beispiel abends keine belegten Brötchen sondern „Müffelchen“), die überraschenden Vergleiche von Rico („Eine Depression ist, wenn alle deine Gefühle in einem Rollstuhl sitzen. Sie haben keine Arme mehr und es ist auch gerade niemand zum Schieben da. Womöglich sind auch die Reifen platt. Macht sehr müde.“ Seite 163) und die großteils nicht vorhersehbare Handlung sowie das sehr spannende Ende, das den jüngeren LerserInnen schon einen Schauer über den Rücken jagen wird. Es wundert mich überhaupt nicht, dass dieses wunderbare Buch 2014 verfilmt wurde und 2009 den Deutschen Jugendbuchpreis und den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis erhalten hat.

Der Autor, Andreas Steinhöfel, hat unter anderem den Erich-Kästner-Preis für Literatur, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk und den James-Krüss-Preis erhalten. Als erster Kinder-und Jugendbuchautor ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Steinhöfel hatte die Geschichte ursprünglich als Trilogie geplant, allerdings schrieb er dann noch einen vierten Band, in dem das Duo um zusätzliche Kinder erweitert wird. Ein fünfter Band ist laut Wikipedia in Planung und soll die Bandengeschichte abschließen. Der erste Band, Rico, Oskar und die Tieferschatten, wurde auch fürs Theater adaptiert, es gibt ein Hörbuch, ein Musical, Unterrichtsmaterialien und vieles mehr. Dieses Buch ist auf allen Ebenen ein voller Erfolg!

Andreas Steinhöfel. Rico, Oskar und die Tieferschatten. Hamburg: Carlsen Verlag, 2008.

Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte

Martin Baltscheit Die Geschichte vom Löwen der nicht schreiben konnte Buchtipp Buchempfehlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Schorn Feuer und Flamme fuer junge Literatur Kinderbuch Jugendbuch Kritik
Zielgruppe: Kinder von 4 bis 7 Jahren
Leselevel: 3 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 3 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

40 Seiten, gebundene Ausgabe um € 6,95

Themen: Schreiben lernen, Liebe, Briefe schreiben

Eine herrlich witzige Geschichte mit ansprechenden, humorvollen Illustrationen und einem tollen Ende, das allen Lesern den Genuss von Buchstaben vermittelt.

Ein Löwe verliebt sich Hals über Kopf in eine Löwin, die ein Buch liest. Weil er seiner Herzensdame nun einen Liebesbrief schicken will, aber selbst nicht schreiben kann, wendet er sich an andere Tiere, damit sie für ihn dieses Schreiben verfassen. Das führt zu vielen Liebesbriefen, die die Leser zum Brüllen bringen, weil sie so lustig sind, aber den Löwen vor Zorn zum Brüllen bringen. (Das Nilpferd fragt zum Beispiel in seinem Brief, ob die Löwin nicht gemeinsam mit dem Löwen nach Algen tauchen wolle, und der Mistkäfer preist seinen total leckeren Dung an.) Keine Sorge, am Schluss liegen beide Löwen auf der Wiese und beschäftigen sich mit dem Buchstaben A, „A wie Anfang“…

Diese witzige Geschichte mit ihren super Illustrationen wird sicher zu einem heißgeliebten Buch für Kinder, die gerade in die Welt der Buchstaben eintauchen.

Martin Baltscheit. Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte. Weinheim: Beltz & Gelberg, 2012.

Sarah Aßmann: Kawaii backen

Sarah Aßmann Kawaii backen Buchtipp Buchempfehlung Brigitte Wallingers Kinderbuchblog Feuer und Flamme für junge Literatur.
Innen süß, außen süß: perfekt!!

Zielgruppe: Eltern von Kindern, die knuffiges Backwerk lieben
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 5 von 5 Wissensstufen
Humor: 2 von 5 Punkten
Spannung: 4 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

80 Seiten, gebundene Ausgabe um € 9,99

Themen: Backen für Kinder, süßes Design, kawaii

Dieses Backbuch hilft allen Erwachsenen auf die Sprünge, die ihren Kleinen gerne niedliche Süßigkeiten backen möchten. Katzencakepops, Früchtekekse, Einhorntorten und Gespensterbaiser: mit diesem Buch alles kein Problem, vorausgesetzt man hat etwas Zeit. Die im Buch enthaltenen Grundrezepte für Torten, Cupcakes, Kekse, Icing, Ganache und Cake Pops sind schmackhaft und easy, die Gestaltungsvorschläge niedlich und leicht nachzumachen. Wer auf das Eistütenkeks noch diagonale Streifen mit hellbraunem Icing in Rautenform aufspritzt, ist sicher eine geduldige Seele; für den Rest der Menschheit sieht die Eistüte auch ohne Waffelmuster zuckersüß aus. Alle Liebhaber von japanischen Comics und Mangas werden diesen Style heiß und innig lieben; auch die Normalsterblichen werden ob der niedlichen Dekoideen begeistert sein. So und jetzt werde ich mal diese Einhorntorte nachbacken :-).

Sarah Aßmann. Kawaii backen. München: Bassermann, 2017.

Stefanie Höfler: Mein Sommer mit Mucks

Stefanie Hoefler Mein Sommer mit Mucks Buchtipp Empefhlung Jugendbuch Kinderbuch Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Feuer und Flamme fuer junge Literatur
Zielgruppe: alle ab 11
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 5 von 5 Wissensstufen
Humor: 4 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

140 Seiten, TB um € 5,95

Themen: Freundschaft, Anderssein, Gewalt in der Familie

Vorab schon mal: Stefanie Höflers Debütroman ist ein wirklich geniales Jugendbuch! Das Taschenbuch kostet nicht einmal 6 €: Was für ein tolles Präsent für Teenies, die man ab einem gewissen Alter sonst nur mehr mit Gutscheinen beschenkt… Ein einzigartig gutes Buch: muss gelesen und ins Herz geschlossen werden!

Zonja ist ein wissbegieriges Mädchen, das schwierige Wörter, Statistiken und Kurioses liebt und Fragen sammelt, auf die sie Antworten finden will (z.B.: „Was ist die durchschnittliche Temperatur im Dezember in Weißrussland?“, 9). Das macht sie in ihrer Klasse natürlich zur Außenseiterin, doch sie hält sich an das, was ihre Mutter ihr einmal geraten hat: „Wenn du etwas sagen oder tun willst, dann mach das auch. Egal ob jemand anderes dich und deine Fragen blöd findet. Mach das, was dir richtig vorkommt. Und lass dich nicht davon abbringen“ (83). Schlaue Mutter, schlaues Kind! Jedenfalls lernt die Einzelgängerin an einem Sommertag im Schwimmbad Mucks (aka „die Birke“) kennen, und eine wunderbare Freundschaft keimt auf: „Und dann fragt er mich tatsächlich, ob ich mit ihm Scrabble spielen will. Das Spielbrett ist schon aufgebaut und er hat einige Wörter gelegt. Poesie, Gartentor und Kokosnus kann ich lesen, bevor er das Brett mit der Handkante leerfegt. Kokosnus. Mit einem S. Die Birke geht also ins Freibad, um gegen sich selbst Scrabble zu spielen. Und ich dachte, es gäbe keinen Zwölfjährigen, der so komische Hobbys hat wie ich. Na ja, vermutlich ist er dreizehn. Und ich bin überzeugt, dass ich beim Scrabble gewinnen werde. Hämoglobin kennt er auf keinen Fall.“ (Seite 22-23).
Als Zonja in Mucks Tasche zufällig einen Pfefferspray entdeckt und ihr die blauen Flecke auf seinem Körper auffallen, findet sie langsam heraus, welches Geheimnis sein Leben überschattet. Ein spannendes, tiefsinniges, feines Buch für Jugendliche ab 11 Jahren und erwachsene LiebhaberInnen guter Romane.

Völlig verdient wurde Mein Sommer mit Mucks 2016 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und gewann einen Leipziger Lesekompass. Die Autorin, Stefanie Höfler, wurde 2015 mit dem Nachwuchspreis für deutschsprachige Kinder-und Jugendbuchautoren ausgezeichnet.

Stefanie Höfler. Mein Sommer mit Mucks. Mit Vignetten von Franziska Walther. Weinheim: Beltz & Gelberg, 2015.

Linda Chapman: Sternenschweif. Geheimnisvolle Verwandlung

Linda Chapman Sternenschweif Geheimnisvolle Verwandlung Buchtipp Kinderbuchblogg Brigitte Wallinger Feuer und Flamme fuer junge Literatur

Zielgruppe: Mädchen und pferdeliebende Jungs; 6-11 Jahre
Leselevel: 3 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 3 von 5 Wissensstufen
Humor: 4 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

126 Seiten, gebundene Ausgabe um € 8,99

Themen: Pony, Freundschaft, Einhorn, Abenteuer, Reiten

Eine Pflichtlektüre für PferdeliebhaberInnen: Die bezaubernde Laura zieht mit ihrer Familie aufs Land und darf sich ein Pony aussuchen. Sie entscheidet sich für den unauffälligen „Sternenschweif“ und ahnt noch nicht, dass er sich in ein Einhorn verwandeln kann. Stück für Stück kommt sie hinter sein magisches Geheimnis und erlebt mit ihrem Freund viele spannende Abenteuer, die Lina Chapman in ihrer fünfzehnteiligen Pferdebuchreihe beschreibt. (Das dazugehörige Hörbuch ist auch prima.) Auf Deutsch sind noch weitere Bände erschienen, die andere Autorinnen verfasst haben.

Man kann über den Kosmos Verlag übrigens sogar eine personalisierte Geburtstagsausgabe bestellen: In diesem Buch wird dann das beschenkte Kind zu einer der Hauptfiguren und besteht zusammen mit Laura und Sternenschweif ein Abenteuer (man muss nur die Haarfarbe, die Augenfarbe und natürlich den Namen des Kindes beim Bestellen angeben). Ein perfektes Geschenk für Liebhaberinnen der Serie. Auch die Adventskalender-Bücher kann ich wärmstens empfehlen. Bald schon werdet Ihr und Eure Kinder folgenden Spruch in- und auswendig kennen:

„Silberstern, Silberstern,
hoch am Himmel, bist so fern.
Funkelst hell und voller Macht,
brichst den Bann noch heute Nacht.
Lass dies Pony grau und klein
Endlich doch ein Einhorn sein.“ (102).

Die Sternenschweif Bände sind allesamt liebevolle, positive Bücher, in denen Probleme, die jedes Kind erlebt, durch den Zusammenhalt von Freunden und Familie gelöst werden. Zusätzlich zu den bezaubernden Geschichten ist natürlich die Einhornwelt ein wunderbarer Anreiz für die Phantasie der Kinder. Diese Buchreihe ist wirklich toll!

Linda Chapman. Sternenschweif: Geheimnisvolle Verwandlung. Übers. Bettina Schaub. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlag, 2004.

Katherine Applegate: Der unvergleichliche Ivan

Katherine Applegate Der unvergleichliche Ivan  Buchempfehlung Buchtipp Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Feuer und Flamme fuer junge Literatur tolles Buch lesenswert empfehlung
Ein poetisches Kinderbuch, geschrieben aus der Sicht eines Gorillas. Wunderschön!

Zielgruppe: Jungen und Mädchen ab 10 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 4 von 5 Wissensstufen
Humor: 4 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

264 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen: Tiere, Freundschaft, Kunst, Gefangenschaft, Hoffnung

Der Silberrücken Ivan wir zusammen mit anderen exotischen Tieren in kleinen Käfigen als Attraktion in einem großen Einkaufszentrum gefangen gehalten. Mit Elefantendame Stella und Streunerhund Bob ist er befreundet, ebenso wie mit dem Kind Julia, der kleinen Tochter seines Pflegers. Der Roman wird aus Ivans Perspektive erzählt, was zu kurzen, wunderschön verfassten Kapiteln führt – schließlich sind Berggorillas keine Plaudertaschen wie etwa Schimpansen… Als Stella durch Verschulden des Zirkusbetreibers Mack stirbt und Elefantenbaby Ruby von ihm mit einem Hakenstock misshandelt wird, beschließt der „unvergleichliche Ivan“, seinem Namen gerecht zu werden und Ruby zu retten:
„Als alle Menschen gegangen sind, schicke ich Bob los, um nach Ruby zu sehen. ‚Wie geht es ihr?‘, frage ich, als er zurückkommt.
‚Sie zittert‘, sagt Bob. ‚Ich habe versucht, sie mit Stroh zuzudecken. Und ich habe ihr gesagt, dass sie sich keine Sorgen machen soll, weil du sie retten wirst.‘
Ich starre ihn an. ‚Das hast du ihr so gesagt?‘
‚Du hast es Stella versprochen.‘ Bob senkt den Kopf. ‚Ich wollte doch nur, dass die Kleine sich besser fühlt.‘
‚Ich hätte das nicht versprechen dürfen, Bob. Ich wollte nur…‘ Ich zeige auf Stellas Zuhause, und einen Moment lang kommt es mir vor, als hätte ich plötzlich vergessen, wie man atmet. ‚Ich wollte Stella glücklich machen, glaube ich. Aber ich kann Ruby nicht retten. Ich kann ja noch nicht einmal mich selbst retten.‘
Ich lasse mich nach hinten auf den Rücken fallen. Der Betonboden ist hart und kalt wie immer, aber heute Nacht fühlt er sich an wie Eis.
Bob springt auf meinen Bauch. ‚Du bist der unvergleichliche Ivan‘, sagt er, ‚der mächtige Silberrücken‘“ (Seite 102-103). Und Ivan gelingt das Unmögliche!

Die kompakte Sprache des tierischen Erzählers ist bezaubernd, die Geschichte unglaublich fesselnd – und sie beruht auf einer wahren Begebenheit: 27 Jahre lang wurde der aus dem Kongo entführte Gorilla Ivan in einem amerikanischen Einkaufszentrum in einem Einzelkäfig gefangen gehalten. 2012 ist er schließlich verstorben, und Katherine Applegates Roman verleiht ihm eine Stimme, die Gehör findet: Das berührende Buch ist ein New York Times Bestseller und Gewinner der John Newbery Medaille.

Katherine Applegate. Der unvergleichliche Ivan. München: Knesebeck, 2014. Übersetzt von Ingrid Ickler