Carson Ellis: Wazn Teez?

Leselevel: ♦◊◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 4 – 8 Jahre

48 Seiten, gebundenes Bilderbuch um € 16,50

Themen: Insekten, die Jahreszeiten, Freundschaft, Forschen, Abenteuer, Natur

Neuerlich hat mir eine Bibliothekarin ein extrem tolles Buch gezeigt. Vielen Dank, liebe Martina! Wazn Teez? ist bezaubernd, wunderbar, total gelungen – ja, Leute, ich bin sowas von begeistert: Die klaren, in Naturtönen gehaltenen Illustrationen sind wunderschön, die Geschichte toll, und nach dem Lesen gibt’s noch jede Menge lustigen Gesprächsstoff mit den Kids.

 

Aber fangen wir mal vorne an:

Die Story: Im Frühling sprießt ein grünes Pflänzchen aus dem Boden und viele vorbeikommende Insekten fragen sich: „Wazn teez?“ (Das heißt natürlich: „Was ist das denn?“) Erste Antwort: „Mi nanüt.“

Was? Du sprichst kein Insektisch? Kein Problem! Deine Kinder werden Dir alles perfekt übersetzen, und dabei gibt’s viel zu lachen! Man kommt natürlich auch als Erwachsene(r) in diese Fantasiesprache rein: „an Plumpse“ = eine Pflanze/Blume, „an Sprossel“ = eine Leiter, usw. Die Übersetzung der wüsten Beschimpfung der Spinne, die die Pflanze samt darauf errichteter Festung in Beschlag nimmt, ist dabei sicher ein Highlight (im Original: „SCHROXXLER! TITTI SCHROXXLER!“). Keine Sorge, schon auf dem nächsten Bild löst ein großer Vogel dieses Problem ;-). Als es schließlich Herbst wird, ziehen sich die Insekten zurück, Blume und Festung verfallen, Schnee bedeckt das Land, bis dann im Frühling…

Meine Kinder und ich hatten große Freude an den bezaubernden Bildern und unglaublichen Spaß beim Entziffern der Insektensprache. Auch danach haben wir noch weitergelacht und selbst Wörter in Insektensprache erfunden. (Ich werde wohl nie mehr eine Leiter sehen und nicht „an Sprossel“ denken!)

Carson Ellis Wazn Teez? Buchempfehlung Buchtipp Kinderbuchblog Brigitte Wallinger geniales Buch Kinderbuch Bilderbuch

Ein gewaltig gutes Bilderbuch, große Empfehlung für dieses geniale Werk! Unbedingt lesen und scheckig lachen!

 

ENDE DER LOBESHYMNE, HIER DIE NACKTEN FAKTEN 🙂

Das Buch ist nur für Menschen geeignet, die Zeit haben, es mit ihren Kindern zu besprechen. Wer ein ratz-fatz-vorlesen-und-dann-ab-ins-Bett-mit-dir-Buch braucht (und solche Bücher benötigt man manchmal auch), der ist hier falsch.

Die Insektensprache ist eine super Vorleseübung für Schulkinder, denn hier muss auf den Buchstaben genau gelesen werden, und die Kids können Wörter nicht „erraten“. Leider ist leider noch kein Quiz dazu auf Antolin abrufbar.

Und die Autorin? Carson Ellis, Jahrgang 1975, lebt mit ihrem Mann, dem Folkmusiker Colin Meloy, und ihren zwei Söhnen (sowie einer Katze, zwei Lamas, zwei Ziegen, einem Schaf, zehn Hühnern, einer Eulenfamilie und unzähligen Fröschen) auf einer Farm in Portland. Wazn Teez? ist ihr zweites Bilderbuch. Ihr erstes, Zuhause, ist auch schon auf Deutsch erschienen (also diesmal echt in Deutsch und nicht in Insektisch). Für einen Grammy war Carson Ellis übrigens auch schon mal nominiert: Sie hat 2016 ein wunderschönes Albumcover für die Band ihres Mannes, The Decemberists, kreiert.

Der Titel der Originalausgabe heißt Du Iz Tak. Das Buch hat unter anderem den E. B. White Lautlesepreis gewonnen. Ich habe ein bisschen in den englischen Originaltext hineingeschnuppert und muss sagen, das ist das erste Buch, in dem ich die deutsche Übersetzung noch besser finde als das Original! Hut aber vor den Übersetzern Jess Jochimsen und Anja Schöne!

Wazn Teez? war übrigens für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Gewonnen hat in der Kategorie Kinderbuch schließlich aber Megumi Iwasas Viele Grüße, Deine Giraffe (illustriert vom genialen Jörg Mühle) – und das ist auch ein klasse Buch! Aber dazu ein ander Mal mehr…

 

Carson Ellis. Wazn Teez? Zürich: NordSüd Verlag, 2018. Genial übersetzt aus dem Englischen von Jess Jochimsen und Anja Schöne.

Agnese Baruzzi: Große Überraschungen

Leselevel: ♦◊◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦◊◊
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Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 1 – 3 Jahre

20 Seiten, Pappbilderbuch mit Klappen € 11,95

Themen: Fahrzeuge, Verwandlung, groß und klein, Farben

Auf zehn ausklappbaren Doppelseiten entdecken die kleinsten LeserInnen große Überraschungen. Ein kleiner Traktor wird zum Beispiel, nachdem man die Klappe ausgezogen hat, zu einer großen Erntemaschine und eine Rakete zu einem Bus. Es ist faszinierend, wie sich die Fahrzeuge verwandeln. Durch die in großer Schrift verfassten, einfachen Texte eignet sich dieses Buch ideal dazu, dass größere Geschwister ihren kleinen Brüdern oder Schwestern vorlesen. Es hilft auch beim Erlernen von Fahrzeugbegriffen, Farben, Formen und Größenunterschieden. Ein wirklich gelungenes Bilderbuch!

Als Tochter eines Schriftsetzers und einer Bibliothekarin ist Agnese Baruzzi, geb. 1980, seit ihrer Kindheit von Büchern umgeben. Seit 2001 arbeitet sie nun schon als Illustratorin und Kinderbuchautorin. Ihre Werke werden in vielen Ländern publiziert. Sie lebt nahe Bologna und schreibt gerne in ihrem kleinen Sommerhäuschen am Land, gut bewacht von ihren Hunden Zorba und Orso (siehe hier).

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Agnese Baruzzi: Große Überraschungen. Bargteheide: Michael Neugebauer Edition, 2017.

Kate de Goldi: Die Anarchie der Buchstaben

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung:♦♦♦◊◊
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen:♦♦♦♦♦
Zielgruppe: ab 10 Jahren
151 Seiten, Kindle-Edition um € 9,99
Themen: Familie, Demenz, Tod, Freunschaft, Zuneigung, das ABC, positive Anarchie

Perrys Leben wird von ihren berufstätigen Eltern streng getaktet: vormittags Schule, nachmittags Malklasse, Klavierstunden, Klarinettengruppe, Musik- und Bewegungskurs und Förderunterricht. Samstags besuchen die Neunjährige und ihr Vater dessen demente Mutter Honora Lee im Altersheim – für ganze 40 Minuten. Sonntags geht die Familie zum Brunch ins „The Café“: Familienzeit. Doch plötzlich zerrt sich Brita von „Musik und Bewegung“ den Rücken, und der Kurs wird abgesagt. Was tun? Wohin soll das Kind nun am Donnerstagnachmittag geschickt werden? Perry schlägt vor, Oma Honora zu besuchen, und mangels Alternativen erlauben es ihr die Eltern widerwillig. Das Kind entwickelt eine wunderbare Liebe zur Oma, obwohl die alte Dame oft nicht einmal weiß, wer dieses Mädchen überhaupt ist und warum es einen Jungennamen trägt. Aber Perry verschreckt das schrullige Verhalten der Großmutter (und der anderen HeimbewohnerInnen) nicht. Ganz im Gegenteil: sie liebt die Zeit im Altersheim und beschließt, ein Abc-Buch darüber zu schreiben. Nur dass alphabetisches Vorgehen für senile Senioren schwierig ist und am Ende eher ein Acb- bzw. Bca-Buch dabei herauskommt. Aber diese Anarchie der Buchstaben (und die der Altenheimleute) ist für das eingeteilten Kind wie Balsam auf Wüstenhaut.

Alle, die schon einmal in einem Altenheim waren, können bestätigen, wie komisch manche Erlebnisse mit AltersheimbewohnerInnen sind. Und auch wie traurig. Und oft beides zusammen. Der neuseeländischen Kinder- und Jugendbuchautorin Kate de Goldi gelingt es, solche Momente wunderbar einzufangen. Sie erzählt einfühlsam, witzig und schlau. Gregory O’Briens fabelhafte Illustrationen runden dieses feine Meisterwerk ab. Und Ingo Herzke hat das englische Original gekonnt ins Deutsche übersetzt.
Hier eine bittersüße Szene aus dem Buch, die einen guten Eindruck vom Charakter des Textes gibt:

„Oma hat vergessen, wie man Ich sehe was, was du nicht siehst spielt“, verriet Perry Audrey [einer Pflegerin].
„Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist frech“, sagte Oma. Sie beugte sich zu Doris und flüsterte ihr ins Ohr: „Ich gewinne.“
„Viel Spaß!“, sagte Audrey. Sie ging auf die andere Seite des Gemeinschaftsraums, um Jeffrey zu helfen, der manchmal auf seinem Stuhl zur Seite sackte und dann mit alter, dünner Stimme „Schwester? Schwester?“ rief.
Oma stand auf. Krümel fielen ihr von der Brust. Doris stand ebenfalls auf. Sie reichte Oma bis zur Schulter. Sie hatte einen Marmeladenklecks auf dem Kinn, wie ein glänzender Schorf.
„Jeden Moment kommen die Schüler“, sagte Oma. „Die Zeit wartet nicht.“
„Die Zeit wartet nicht“, wiederholte Doris.
Auch Perry stand auf. Sie könnte ebenso gut mitgehen, dachte sie sich. (Seite 39).

Eine der genialen Nebenhandlungen des Buches dreht sich um den Tod, und zwar konkret um tote Hummeln, die Perry findet, aufhebt und schlussendlich begräbt. Der Nebenstrang mit dem zweijährigen Sohn von Perrys Kinderfrau, der sich im Prinzip wie die AltersheimbewohnerInnen verhält, zeigt auf wunderbare Weise, dass sich der Kreis schließt und alte Leute wieder wie Kinder werden. Und das Ende der Geschichte, ist es vorhersehbar?? Wer erwartet schließlich nicht, dass eine Oma-Enkelin-Geschichte, die im Altersheim spielt, traurig ausgeht? Ob das bei diesem Buch auch so ist, findet Ihr am besten selbst heraus ;-). Die Lektüre lohnt sich für alle ab 10!

Kate de Goldi. Die Anarchie der Buchstaben. Übersetzt von Ingo Herzke. Mit Bildern von Gregory O’Brien. Hamburg: Königskinderverlag (Carlsen), 2012.

Beatrice Alemagna: Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Kinder von 4 – 8 Jahren

46 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen des vielfach preisgekrönten Buches: Langeweile, Computerspiele, Natur, Abenteuer, Herbst, Trauer, Familie, neonorangene Lebensfreude

Dieses geniale Kinderbuch wurde mir von unserer engagierten Gemeindebibliothekarin Anni empfohlen: Vielen Dank für diesen Tipp! Das Buch ist eine herausragende Kombination aus wunderschönen Illustrationen, spannender sowie poetischer Geschichte und pädagogisch wertvollem Inhalt. Ich kann Euch diesen Schatz nur wärmstens weiterempfehlen! Auf so eine funkelnde Bilderbuchperle trifft man ganz, ganz selten. ♥

Zum Inhalt: Ein Mädchen bezieht mit ihrer Mutter das angestammte Ferienhäuschen. Die Gegend ist trist, regnerisch, langweilig. Beide Figuren sind traurig (ich vermute, dass der Vater verstorben ist). Während sich die Mutter still ihrer Arbeit am Laptop widmet, tötet das Mädchen Marsmännchen auf ihrem Minicomputer und denkt an die schönen Dinge, die ihr ihr Vater früher draußen gezeigt hat.

Als ihr die Mutter das Spiel aus der Hand reißt und sie tadelt, weil sie erneut einen ganzen Tag lang mit Nichtstun vergeudet, holt sich das Kind heimlich den Minicomputer zurück und verlässt das Haus. Draußen wird sie von Matsch, strömendem Regen, Wind und der „Langeweile der ganzen Welt“ in Empfang genommen. Um das elektronische Gerät vor dem Regen zu schützen, steckt sie es in die Manteltasche. Das Mädchen läuft einen Hügel hinunter und sieht in einem Teich Steine, die sie an die Marsmännchenköpfe erinnern. Sie springt auf sie, und der Minicomputer plumpst dabei ins Wasser: „Das war das Schlimmste, was auf der Welt passieren konnte.“ – Oder vielleicht in Wirklichkeit das Beste? Plötzlich auftauchende Riesenschnecken sprechen nun mit ihr, ein Pilzmeer erinnert sie an Großvaters Keller, in dem ihr Lieblingsspielzeug lagert, sie greift nach Schätzen in der Walderde. Plötzlich reißt der Himmel auf, Lichtstrahlen und ein Regenbogen erhellen die Welt, sie atmet tief ein, klettert, unterhält sich mit Tieren und trinkt wie sie, springt herum. „Warum hatte ich das noch nie zuvor gemacht?“, wundert sie sich.

Zurück im Haus, sieht das Kind in den Spiegel und entdeckt ihren lächelnden Vater darin. Ihre Mutter verlässt den Arbeitsplatz und widmet sich der Tochter, die ihr eigentlich von ihrem wundersamen Abenteuer berichten möchte. Doch dann sitzen sie nur zusammen in der Küche bei einer Tasse heißer Schokolade und schauen sich an, ohne Worte. Sie spüren „diesem magischen, unglaublichen Tag voller Nichts“ nach.

Was für eine großartige, poetische Geschichte, komprimiert auf 46 Bilderbuchseiten: Ich bin total begeistert!

Nicht nur die Geschichte, sondern auch die Illustrationen sind herausragend. Die anfangs in Herbsttönen gehaltenen, zauberhaften Bilder vermitteln die vom Kind verspürte Langeweile auf wunderbare Weise. Nur die neonorangene Regenjacke der Ich-Erzählerin sticht heraus. Es wird sofort klar, dass diese Jacke ein großes Abenteuer verheißt. Später werden die Bilder heller und heller. Man sieht, wie die traurige Stimmung abflaut und ein Hoffnungsschimmer Mutter und Tochter erleuchtet. Als die Tochter heimkehrt, fallen der Mutter neonorangene Blumen neben ihrem Laptop auf, die zu Buchbeginn noch grau waren.

Dass das Kinderbuch aus der Ich-Perspektive des Mädchens erzählt wird, ist grandios! Damit, dass die Mutter nörgelt, weil man schon wieder vor dem PC hängt oder an Playstation, Nintendo und Handy herumdrückt, kann sich heutzutage ja fast jedes Kind identifizieren. Sicherlich vermittelt dieser Kunstgriff den Kids auch die Erkenntnis, dass die Natur abenteuerlicher ist als Computerspiele :-).

Beatrice Alemagna Ein grosser Tag, an dem fast nichts passierte großer Brigitte Wallingers Kinderbuchblog Bilderbuchtipp Buchempfehlung für Kinder geniales Buch

Aus pädagogischer Sicht ist dieses Buch wunderbar dazu geeignet, Depression und Tod zu besprechen, oder auch einfach nur, um Kindern bewusst zu machen, dass Naturabenteuer auf sie warten, wenn sie Nintendo, Playstation & Co. den Rücken kehren. Sie müssen ja nicht gleich das ganze Computerzeug im Fischteich versenken….

Die 1973 in Bologna geborene Beatrice Alemagna lebt heute in Paris und ist eine erfolgreiche Kinderbuchautorin und -illustratorin. Einige von Euch kenne sie sicher durch Im Land der Flöhe und Große Liebe. Im Alter von 8 Jahren beschloss sie, Buchautorin und Malerin zu werden: Das ist ihr auf geniale Art und Weise gelungen! Das vorgestellte Buch ist – völlig zurecht – vielfach ausgezeichnet: Es gewann die Goldmedaille der amerikanischen Society of Illustrators 2017. Die NY Times und die NY City Library haben es zu einem der zehn best-illustrierten Bilderbücher 2017 gekürt. Es hat 2017 auch in Frankreich abgesahnt: Un grand jour de rien, so der Titel der Originalausgabe, gewann den Goldenen Illustrationspreis 2017 und den Prix Landernau: Bestes Kinderbuch 2017. Der englischen Ausgabe, On a Magical Do-Nothing Day, wurde 2018 der English Association Book-Award verliehen.

Beatrice Alemagna. Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte. Aus dem Französischen von Anja Kootz. Weinheim: Beltz & Gelberg, 2018.

Gunilla Bergström: Die besten Geschichten von Willi Wiberg

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Kinder von 5-8 Jahren

128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 15

Themen: Erlebnisse eines Schulkindes, Kindergeburtstag, erster Schultag, Verletzung, Jungs-Mädels-Freundschaft

Willi Wiberg-Geschichten sind ein Quell der Weisheit und absolute Kultbücher:-) . In diesem Sammelband ist Willi schon 7 Jahre alt (in den ersten WW-Büchern ist er vier) und erlebt allerlei Abenteuer, mit denen Kids in den ersten Schuljahren konfrontiert sind: der Schulstart, ungerechtes Verhalten, Jungs-Mädchen-Freundschaft und eine Kindergeburtstagsparty. Die Autorin hat auch die herausragenden Illustrationen gestaltet.

Der sympathische Knirps mit dem braunen Pulli und dem ballförmigen Kopf ist kein Superheld oder Übertyp, sondern er erlebt seinen Alltag als ganz normaler Junge: witzig, erfindungsreich und empfindsam – eine Identifikationsfigur für viele Kinder. Sein Leben wird nicht idealisiert dargestellt, sondern echt und wirklich, mit tatsächlichen Kindheitsproblemen, die Willi – oft mithilfe seines herzigen Vaters – lösen kann. Seine Lösungen sind alltagstaugliche, höchst nützliche Wegweiser für unsere Kinder, die sich in vielen Willi Wiberg-Geschichten vor lauter Lachen kringeln.

Auch erwachsenen (Vor-)Leser erliegen dem Humor und Charme der Willi Wiberg-Bände: Willi ruft uns wieder in Erinnerung, wie es sich angefühlt hat, Kind zu sein. Den fleißigen Mamis und Partyqueens möchte ich unbedingt die Geschichte „Jetzt wird gefeiert, Willi Wiberg“ ans Herz legen, in der Willis Tante Fiffi extra anreist, um dem Jungen ein unvergessliches Geburtstagsfest auszurichten, wobei Willi am Ende sein eigenes Fest im kleinen Kreis unter dem Tisch abhält. Die anderen drei Geschichten erzählen von Turbulenzen in der Schule, die ideale Gesprächsanstöße für tiefgehende Eltern-Kind-Gespräche sein können.

Sollten Eure Kinder noch nicht zur Schule gehen, kann ich Euch Gute Nacht, Willi Wiberg als herrliche Geschichte zum Schlafengehen empfehlen und Mach schnell, Willi Wiberg für alle Haushalte mit Kindergartenkindern, in denen es morgens gerne hektisch zugeht.
Gunilla Bergström Gute Nacht Willi Wiberg Brigitte Wallinger Kinderbuchblog Buchempfehlung fuer Kinder von 4 bis 6 Jahren Buchtipp geniales Kinderbuch
Gunilla Bergström Mach schnell Willi Wiberg Gunilla Bergström Willi Wiberg Brigitte Wallinger Kinderbuchblog Buchempfehlung fuer Kinder von 4 bis 6 Jahren Buchtipp geniales Kinderbuch

Seit den 1970er Jahren hat die Schwedin Gunilla Bergström mehr als 30 dieser tollen Kinderbücher publiziert, die in 29 Sprachen übersetzt worden sind. Willi Wiberg heißt im Original Alfons Aberg. Was für ein genialer Kunstgriff, den Namen des Titelhelden so treffend ins Deutsche zu übertragen! (In England kennt man unseren Willi übrigens als „Alfie Atkins“.) Die 1942 in Göteborg geborene Journalistin, Kinderbuchautorin, Illustratorin und Großmutter Gunilla Bergström verbringt den Winter gerne in Ostafrika – das kann ich als österreichische Bergziege nur zu gut verstehen!

Gunilla Bergström. Die besten Geschichten von Willi Wiberg. Hamburg: Oetinger, 2012. Übersetzt von Angelika Kutsch. Illustrationen von Gunilla Bergström.

Christian Tielmann Waschmaschine, Föhn und Kühlschrank: Technik einfach gut erklärt

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦◊◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦◊◊
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: für Kinder von 4 – 9 Jahren

24 Seiten, Maxipixibuch (Lesemaus-Ausgabe) um € 3,99

Themen: Technik, Ventilator, Föhn, Staubsauger, Bohrmaschine, Akkuschrauber, Handrührgerät, Waschmaschine, Klospülung, Toilette, Lichtschalter, Kühlschrank, Geschirrspüler, CD-Spieler

Okay, es ist mir peinlich, aber so ganz habe ich die Technik bisher nicht durchblickt. Obwohl meine Eltern und meine Lehrer anno dazumal sämtliche Erklärungsversuche mit „Also das ist kinderleicht…“ begannen, blieb da nicht viel hängen. Als Mama starte ich nun neu durch und knöpfe mir mit meinen Töchtern täglich ein Gerät vor. Ventilator und Föhn haben wir schon durch und ehrlich, Leute, ich könnte Euch die Funktionsweise dieser zwei Geräte knackig aufsagen. Am besten gefällt mir, dass sich in vielen Geräten ähnliche Bauteile befinden und alles irgendwie zusammenhängt: Föhn = Ventilator + Toaster, zum Beispiel.

Zurück zum Buch: Mathilda besucht in den Ferien die Großeltern. Ihr Opa ist ein richtiger Bastler. Er erklärt seiner Enkelin viele Geräte, die wir alle zuhause haben: Föhn, Akkuschrauber, Klospülung, Waschmaschine, Lichtschalter und vieles mehr. Die Funktionsweise der Geräte wird einleuchtend (!!) erklärt und in einfachen (!!) Illustrationen dargestellt.

Die Kids lernen so den Zauber der Technik kennen und verstehen, und wir Eltern ersparen uns das peinlich lange „Ähhhhhmmm“ auf Fragen wie „Warum ist es im Kühlschrank kalt?“ Super Sache, oder?! Dieses Buch ist auch ein tolles Mitbringsel, das definitiv jede Süßigkeit schlägt.

Christian Tielmann Waschmaschine, Föhn und Kühlschrank Technik einfach gut erklärt Buchtipp Sachbuch Kinder Buchempfehlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger geniales Buch

Christian Tielmann. Waschmaschine, Föhn und Kühlschrank: Technik einfach gut erklärt. Mit Bildern von Ursula Weller. Hamburg: Carlsen Verlag, 2018.

Alyson Noel: Soul Seeker: Vom Schicksal bestimmt

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 16 Jahren

441 Seiten, eBook um € 8,99

Themen: Teenieleben, Magie der Ureinwohner Nordamerikas, Liebe, Familie, Gut gegen Böse, Fantasy

Dieses Buch habe ich gekauft, weil ich seine Übersetzerin verehre: Ariane Böckler, die schon Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück und viele andere tolle Bücher auf geniale Weise übersetzt hat und nebenbei auch noch ein total netter Mensch ist, hat dieses Young Adult Schätzchen ins Deutsche übertragen (#theartoftranslation). Auch die amerikanische Romanautorin Alyson Noel ist sehr erfolgreich: Vielleicht kennt ihr sie durch ihre YA-Serie Evermore? Soul Seeker: Vom Schicksal bestimmt ist ein durch und durch gelungenes Buch! Die vierbändige Soul Seeker-Reihe startet mit diesem Band, in dem die 16-jährige Halbwaisin Daire Santos ihre Bestimmung erfährt.

Daires Lebenwird wird vom Job ihrer Mutter bestimmt, die als Visagistin auf Hollywood-Filmsets arbeitet: Zusammen reisen sie von Filmlocation zu Flmlocation. Als Daire plötzlich Visionen bekommt, die alle um sie herum für Halluzinationen halten und ihr beinahe einen Aufenthalt in der Klapse bescheren, meldet sich Paloma, Daires Großmutter väterlicherseits. Sie überzeugt die Mutter, den Teenie zu ihr zu schicken und verspricht, ihr helfen zu können.

Daire reist also zu ihrer Abuela und staunt nicht schlecht, als sie von der langen Seelensucher-Tradition ihrer Familie väterlicherseits erfährt. Zuerst wehrt sie sich dagegen, dieses Schicksal anzunehmen, und will das kleine Dorf Enchantment in New Mexico, wo die Großmutter lebt, sofort wieder verlassen. Doch dann verliert sie sich in den blauen Augen des feschen Dace, spürt die Tiefe ihrer familiären Bande und genießt es, zum ersten Mal in ihrem Leben ein richtiges Zuhause zu haben. Daire bleibt, und die kränkelnde Paloma lehrt sie die Magie der Suchenden:

Ich sehe mich im Zimmer um, betrachte die Regale voller Tinkturen und Tränke und allen möglichen Kräuterarzneien, während in anderen Bücher, Rasseln, verschiedene Kristalle und Steine und eine rot bemalte Trommel zu erkennen sind. Und obwohl ich versuche, meinen Geist offen zu halten, und mein Bestes tue, um mitzuspielen, habe ich keine Ahnung, was sie meint. Ich bin die Tochter einer reisenden Visagistin – alles, was ich weiß, habe ich auf einem Filmset gelernt, im Internet oder direkt durch eigene Anschauung. So etwas habe ich allerdings noch nie gelernt. Ich hatte noch nicht einmal von Schamanen oder Suchenden gehört, ehe ich hierhergekommen bin.
Ich will schon protestieren, doch sie beeilt sich, mich zum Schweigen zu bringen. „Glaub mir, nieta – alles Wissen, das du brauchst, steckt bereits in dir. Es ist das Erbe deiner Vorfahren, es ist in dem Blut, das durch deine Adern fließt, es ist der Puls in deinem Herzschlag, und es ist meine Aufgabe, dir dabei zu helfen, es zu entdecken (Seite 158-159).

Das Dorf Enchantment ist sozusagen ein magischer Hotspot und zu Allerseelen kommt es zum Showdown: Daire und ihre Verbündeten gegen die böse Richter-Familie, zu der Dace in gewisser Weise gehört.

So ein YA-Text über Magie, Liebe, Familie und Teenierebellion könnte ganz schnell ins Platte, Abgekaute abdriften. Aber dank der wunderbaren Übersetzung von Ariane Böckler geschieht das nicht. Hut ab! Und volle Leseempfehlung für die Soul Seeker-Reihe, wenn Ihr Fans von Twilight und anderen Fantasy-Büchern wie Das Reich der sieben Höfe seid. Weil die Soul Seeker-Reihe der 1967 geborenen US-Bestsellerautorin Alyson Noel zwischen 2012 und 2015 herausgekommen ist, könnt Ihr jetzt gleich alle 4 Bücher nacheinander lesen: juhu!

Alyson Noel: Soul Seeker: Vom Schicksal bestimmt. München: Goldmann Verlag, 2012. Aus dem Deutschen übertragen von Ariane Böckler.

Timo Parvela: Ella in der Schule

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦◊◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Kinder von 6 – 9 Jahren
144 Seiten, Taschenbuch um € 6,95

Thema: das erste Schuljahr, Blödsinn im Klassenverband, doppelbödiger Humor aus Kinderperspektive

Es ist soweit: Meine „Kleine“ kommt in die Schule, und in ihrer Schultüte steckt ein witziger Ella-Band, der ihr Lust auf einen Haufen Blödsinn inmitten der Schulbänke machen soll (sorry, Frau Lehrerin!).

Ella ist Erstklässlerin und alles läuft super, bis ihr Lehrer einen vermeintlichen Erpresserbrief bekommt. Was folgt ist eine Lawine aus Missverständnissen und urkomischen Situationen, und am Ende gibt‘s Zeugnisse für die SchülerInnen und ein Baby für den Herrn Lehrer. Juhu!

Einen kleinen Textausschnitt hab ich auch für Euch, der den temporeichen, lustigen Charakter des Buches ganz gut widergibt (Buch Seite 55-56):

Als Nächstes wollte der Vertretungslehrer mit uns rechnen. (…) „Kann jemand von Euch rückwärts zählen?“
„Ist doch pepsi“, sagte Mika.
„Dreh sofort deinen Stuhl wieder um und schau nach vorn!“, sagte der Vertretungslehrer streng.
„Ich dachte, ich soll rückwärts zählen.“
„Und du weißt nicht, was das bedeutet?“
„Doch“, sagte Mika und ruckte wieder seinen Stuhl in Richtung Rückwand.
„Ruhe die anderen!“, sagte der Vertretungslehrer, weil sich inzwischen die ganze Klasse darüber stritt, wie er das mit dem Rückwärts-Zählen wohl meinte.
„Und ihr dreht euch auch um!“, sagte der Vertretungslehrer zu Timo und Hanna, die genau wie Mika ihre Stühle umgedreht hatten.
„Ihr anderen nicht!“, rief der Vertretungslehrer, als wir anderen unsere Stühle umdrehten und plötzlich nur noch Mika, Timo und Hanna richtig herum saßen.
„Herr Lehrer“, meldete sich Pekka, als wir wieder alle in dieselbe Richtung schauten.
„Ja?“
„Heute ist bei uns Saunatag“, sagte Pekka und lächelte stolz. Pekka sagt manchmal einfach irgendwelche Sachen, und niemand weiß, warum.

Und alle LehrerInnen unter Euch wissen, dass es in jeder Klasse einen Pekka gibt 🙂 … Ella und ihre SchulkollegInnen verehren ihren Lehrer übrigens (also null Teacher-Bashing, keine Sorge!). Die Buchreihe ist nach der Ich-Erzählerin Ella benannt, aber in Ella in der Schule geht es um die ganze Klassengemeinschaft, das ist natürlich fabelhaft!

Ich wünsche allen ErstklässlerInnen und auch den „alten Hasen“ ein spannendes Schuljahr, in dem sie zusammen mit ihren KlassenkollegInnen viel zu lachen haben! Und uns Eltern starke Nerven, haha!

 

PS: Der 15. deutsche Ella-Band, Ella und der falsche Zauberer, kommt übrigens am 24. September in den Buchhandel. Ella und ihre KollegInnen – sie sind mittlerweile schon in der 3. Klasse – retten in dieser Geschichte ihren Lehrer, der plötzlich verdächtigt wird, ein Juwelendieb zu sein.

 

Timo Parvela. Ella in der Schule. München: dtv, 2017. 12. Auflage! 1995 auf Finnisch erschienen als Ella ja kaverit. Ins Deutsche übersetzt von Anu und Nina Stohner. Mit Bildern von Sabine Wilharm. Ella in der Schule ist der erste Band der Ella-Reihe.

Antje Damm: Frag mich!

Leselevel: ♦◊◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 4 – 100 Jahre

240 Seiten, stabiles Taschenbuch (offiziell: flexibler Einband) um € 15

Thema: 118 Fragen, um mit Kindern (und Erwachsenen) ins Gespräch zu kommen

Dieses Buch ist genial! Und zwar nicht nur, um mit Kids tiefgehende Gespräche zu führen, sondern auch mit Älteren. (Es mag natürlich seltsam anmuten, wenn man zum Gespräch im Caféhaus oder Altenheim ein Buch mitbringt und daraus Fragen vorliest, aber empfehlenswert ist es dennoch!) Die kurzen Texte können auch LeseanfängerInnen schon lesen. PädagogInnen empfehlen dieses Buch übrigens zur Sprachförderung.

Ich hatte es zufällig mit, als wir stundenlang im Stau standen, und die Zeit ist damit (und mit einer XXL-Packung Manner Wafferl) superschnell verflogen. Vielleicht eine Lektüre, die Ihr beim nächsten Urlaub einpacken wollt? Vermutlich findet Ihr sogar bei diesem Frage-Antwort-Spiel noch etwas Neues über Eure Liebste / Euren Liebsten heraus…

Die vier Töchter der Gießener Autorin haben am Buch mitgewirkt: Man merkt, dass in diesem Buch viel Herzblut, Fantasie und Einfühlungsvermögen stecken. Volle Empfehlung: tolles Buch!!

Antje Damm. Frag mich! Frankfurt: Moritz Verlag, 2017.

Wieland Freund: Krakonos

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Jugendliche von 10 – 14 Jahren

292 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen: Rübezahl, Brüderbeziehung, digitale Welt, Natur

Die Brüder Nik und Levi leben zusammen mit anderen Jugendlichen und Kindern auf dem Campus der IT-Firma Qwip, für die ihre Eltern fast Tag und Nacht arbeiten. Der Alltag wird dominiert von Handys, PCs, Computerspielen, Laptops, autonomen Fahrzeugen und Videoüberwachung. Levi hält nichts von dieser digitalen Blase, sucht die Natur, auch wenn ihn das auf verbotene Wege führt. Sein Bruder ist bemüht, Levi zu decken und zu beschützen, wo er kann. Eines Nachts treffen sie jedoch auf den Naturgeist und Gestaltenwandler Krakonos, den man auch Rübezahl nennt. Er wird von einem erbarmungslosen Sonderkommando gejagt, das ihn töten will. Nur die Mythobiologin Emma, die einst zur Überwachung des Berggeistes abgestellt wurde und nun Teil des Sonderkommandos sein muss, will Krakonos schützen. Eine spannende Jagd beginnt, bei der auch die beiden Jungs ins Visier der Technokraten geraten.

Wieland Freund gelingt es mühelos, eine glaubhafte und fesselnde Geschichte im Spannungsfeld zwischen hochtechnologisierter Gegenwart und sagenhafter Naturwelt anzusiedeln. Zur aufregenden Jagd auf Rübezahl kommt auch noch die interessante Beziehung zwischen Nik und Levi. Letzterer erscheint zu Beginn des Romans autistisch, seltsam technologiefremd und eigenbrötlerisch. Später wird Nik entdecken, dass Levis Interesse an der Natur und Zuneigung zu Tieren durchaus ihre Berechtigung hat und dank Levi in eine neue Denkart und Sichtweise eintauchen. Ein tolles, sehr empfehlenswert Buch, das 2018 mit dem Leipziger Lesekompass und dem Rattenfänger Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Der 1969 geborene Wieland Freund, dessen Vater Germanistikprofessor war, arbeitet als Journalist, Autor von Kinder-und Jugendbüchern und Literaturkritiker in Berlin. Der Vater dreier Kinder ist auch als Übersetzer tätig. Zusammen mit Andrea Wandel hat er Steve Coles _Astrosaurier_-Bücher aus dem Englischen übertragen.

Dieses Buch ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 nominiert. Toitoitoi :-)!

Wieland Freund. Krakonos. Weinheim: Beltz & Gelberg Verlag, 2017.