Melanie Laibl und Lili Richter: So ein Mist: Von Müll, Abfall und Co

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen zwischen 7 und 11 Jahren
48 Seiten, gebundene Ausgabe um €19,95

Themen: Müll, Abfall, Erfindungen, Lebensmittelrettung, Haltbarmachen, Recyclen

 

Das wunderbare Sachbuch „So ein Mist“ von Melanie Laibl und Lili Richter ist ein ideales Geschenk für schlaue Köpfe zwischen 7 und 11 Jahren. Das Buch ist ein super Mix aus Wissenswertem, Lustigem, Gereimtem, ansprechenden Illus und mistigen Tabuwörtern, die alle Lesenden, egal ob jung oder alt, zum Lachen bringen. Es ist erstaunlich, wie viel Neues ich mit meinen… räusper… ähm, sagen wir mal 28 Jahren (kicher) dazugelernt habe! Auch meine Kinder sind von dem Buch total begeistert und mögen sich stundenlang damit beschäftigen. Dieser tolle Band, der für die Wahl zum „Wissenschaftsbuch des Jahres 2019“ nominiert ist, gewährt clevere Einblicke in folgende Themengebiete: Verrottung, Körpermüll, Wasserreinigung, Luftverschmutzung, Hausmüll, Lebensmittelrettung, Recyclen, das Haltbarmachen von Lebensmitteln, Weltallmüll und verblüffende Erfindungen, die Körpermüll und Abfall verwerten. Ein richtig spannendes Sachbuch!

 


Die studierte Übersetzerin und Kommunikationswissenschaftlerin Melanie Laibl erhebt nicht den pädagogischen Zeigfinger, sondern erzählt Wissenswertes ohne Tabus und Berührungsängste. Sie präsentiert überraschende Zusammenhänge, detailreiches Wissen, verblüffende und kindgerecht formulierte Zahlen sowie witzige Müllgedichte. Wer hätte gedacht, dass das Thema Müll so spannend und facettenreich sein kann? Lili Richter, seit 2013 als selbständige Illustratorin tätig, sind in diesem Sachbuch geniale Illustrationen gelungen. Die Seiten sind sehr gelungen und unterhaltsam, wobei ich die Bilder zu den Tabuthemen besonders bewundere. Sicherlich finden Jungs und Mädchen die Illus gleichermaßen ansprechend.


 

Der Tyrolia Verlag hat mir freundlicherweise ein Exemplar von „So ein Mist“ zum Verlosen zur Verfügung gestellt! Und für die Eltern wurde in bester Weihnachtslaune noch das hochinteressante Buch „Nicht alles ist Mist“ von Angelika Kirchmaier oben draufgelegt. Darin enthalten sind wertvolle Tipps zu Nahrungsmittellagerung, Resteverwertung und Lebensmittelverderb. Ich hab es verschlungen und noch einiges dazugelernt, obwohl ich mich viel mit Ernährung beschäftige.

Wer nun dieses tolle Buchpaket vom Tyrolia-Verlag gewinnen möchte und in Österreich oder Deutschland wohnt, verrät mir einfach in einem Kommentar zu diesem Blogbeitrag, welches Schrottgeschenk ihn oder sie auf die Palme treiben würde: Ein grasgrüner, herzförmiger Toaster in Nussgröße? Ein getupfter Riesenlöffel, den man höchstens als Highheel-Einstiegshilfe benutzen kann? Ein Busenquartett?? (Oh, ja, meine Lieben, das gibt es wirklich!!!!) Bis zum 17. Dezember 2018 um 23.59 könnt Ihr am Gewinnspiel teilnehmen. Wer gewinnt entscheidet am 18.12.18 das Los. Viel Glück!

 

Melanie Laibl und Lili Richter. So ein Mist: Von Müll, Abfall und Co. Innsbruck: Tyrolia-Verlag, 2018.

Türchen 14: Jeanne Birdsalls Die Penderwicks zu Hause

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Zum Vorlesen ab 5 Jahren, zum Selberlesen ab 10; für Jungs und Mädchen
320 Seiten, Taschenbuch um € 7,99

Themen: Familie, Freundschaft, Schule, erste Liebe, Nachbarschaft

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Hinter dem 14. Türchen unseres Kinderbuchblogger-Adventskalenders versteckt sich Jeanne Birdsalls Die Penderwicks zu Hause. Dieses wundervolle Kinderbuch verschenke ich zusammen mit dem ersten Band der Penderwick-Serie an eine glückliche Gewinnerin (oder einen GewinnER natürlich), die (der) mir in einem Kommentar zu diesem Blogbeitrag verrät, was für sie (ihn) das Schönste an Weihnachten ist.

Alle Astrid Lindgren- und Christine Nöstlinger-Fans werden sie lieben, die Penderwick-Bücher der genialen amerikanischen Kinderbuchautorin Jeanne Birdsall. Das Besondere an Birdsalls Büchern ist, dass sie den Kindern aus dem Herzen spricht und eine brillante Geschichtenerzählerin ist. 1992 erschuf sie in Anlehnung an Louisa May Alcotts Betty und ihre Schwestern die Penderwicks, vier Schwestern, die im Gegensatz zu ihren literarischen Vorbildern modern und lustig sind. Sehr lustig sogar! Rosalind ist 12, Sky 11, Jane 10, und Nesthäkchen Batty ist 4 Jahre alt. Der lateinliebende Botaniker Mr. Penderwick und der alles zerkauende Hund Hound, Battys Schatten, komplettieren die Familie.

Im ersten von fünf Bänden*, den Sylke Hachmeister virtuos übersetzt hat, fährt die Rasselbande auf Urlaub und gerät in allerlei Schwierigkeiten. Hier habe ich Band 1 schon einmal vorgestellt. Der zweite Band, Die Penderwicks zu Hause (ebenfalls genial übersetzt von Sylke Hachmeister), startet mit einem Brief der fünf Jahre zuvor verstorbenen Familienmutter an Papa Penderwick: Er solle sich eine neue Partnerin suchen und nur ja nicht ewig alleine bleiben. Die Töchter sind wenig begeistert vom Gedanken an eine Stiefmutter, und so hecken sie einen verwegenen Plan aus… Ein brillantes Buch über Familie, Freundschaft, das Schulleben und besondere Nachbarschaftsbande. Jeanne Birdsall ist es gelungen, eine kunterbunte, heitere, warmherzige und abenteuerliche Erzählung von vier fabelhaften Schwestern zu schreiben, die uns LeserInnen, egal ob jung oder alt, zum Lachen bringen (und manchmal auch vor Rührung zum Weinen). Und das aller-, allerbeste an diesem Buch ist, dass noch weitere geniale Penderwick-Bände* auf uns warten!

Weil ich selbst Reihen immer von Buch 1 weg lese, verlose ich Band 1 und 2 zusammen, obwohl ich in diesem Blogbeitrag hauptsächlich Band 2, Die Penderwicks zu Hause, vorstelle. Ihr habt bis zum 15. Dezember 2018 um 23:59 Uhr Zeit, diesen Blogbeitrag zu kommentieren, danach verlose ich die Penderwicks. (Es entscheidet das Los. Der Rechtsweg sowie eine Barauszahlung des Gewinns sind ausgeschlossen.) So einfach kommt Ihr zu zwei herausragenden Kinderbüchern!! Wenn Ihr schnell seid, könnt Ihr hier noch in den Lostopf des gestrigen Türchens hüpfen. Und morgen gibt es bei Juli liest schon die nächste Gewinnchance. Ich wünsche Euch viel Glück und eine wunderschöne Weihnachtszeit!


Über die Autorin:
Jeanne Birdsall, Jahrgang 1951, lebt mit ihrem Mann in Northampton, Massachusetts (USA). Die Kinderbuchautorin erhielt zahlreiche Preise, darunter den US-amerikanischen National Book Award für Kinderbücher, die Kalbacher Klapperschlange (ein von einer reinen Kinderjury vergebener Jugendliteraturpreis) sowie den Heidelberger Leander.


 

*Der fünfte Band der Penderwick-Reihe wird vom Carlsen-Verlag im Mai 2019 publiziert werden.

Jeanne Birdsall. Die Penderwicks zu Hause. Hamburg: Carlsen Verlag, 2011. Übersetzt von Sylke Hachmeister.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Willkommen zum Kinderbuchbloggerinnen-Adventskalender! Wie Constanze von Kitzings drei Pinguine warten wir froh und munter auf das große Fest und freuen uns auf viele glückliche GewinnerInnen bei unseren täglichen Verlosungen!

An jedem Tag stellt eine von uns deutschen, schweizerischen und österreichischen Kinderbuchbloggerinnen ein geniales Kinderbuch vor, das dann nach 48 Stunden verlost und den Gewinnern zugeschickt wird. So bekommt Ihr ratzfatz freudebringende, sinnvolle und besondere Geschenkideen für Kinder, und mit etwas Glück gewinnt Ihr sogar ein Buch (oder mehrere)! Toitoitoi für die Verlosungen!

Am 1.12. startet die Initiatorin Anna Herrmann auf ihrem Blog Kinderbuch-Detektive.

 
Und so geht es weiter:

2.12. Familienbücherei

3.12. Papillionis liest

4.12. Kids & Cats

5.12. Bücherwelt von Corni Holmes

6.12. Buchverzückt

7.12. Favolina & Junior

8.12. Papillionis liest

9.12. Lütte Lotte

10.12. Geschichtenwolke

11.12. Mint & Malve

12.12. Kinderbuch-Fuchs

13.12. Buchwegweiser

14.12. meine Wenigkeit in der goldenen Mitte

15.12. Juli liest

16.12. Buchverzückt

17.12. Lütte Lotte

18.12. Buchverzückt

19.12. Mint & Malve

20.12. Letteraturen

21.12. Kids & Cats

22.12. Kinderbuch-Detektive

23.12. Favolina & Junior

24.12. Familienbücherei

Maggie Stiefvater: Rot wie das Meer

Leselevel: ♦♦♦♦♦
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: ab 14 Jahren
432 Seiten, wunderschöne gebundene Ausgabe um € 18,95
Themen: Freundschaft, Familie, Liebe, Pferde, Rennen, Capaill Uisce-Mythos, britische Inseln

Gleich vorweg: Diesen Jugendroman werden nicht nur PferdeliebhaberInnen genial finden! Maggie Stiefvater gelingt in diesem Band, den faszinierenden Capaill Uisce-Mythos von blutrünstigen Wasserpferden einzufangen, die spannende Geschichte eines Pferderennens zu erzählen, eine zarte Liebesgeschichte einzuflechten und die von vielen Schicksalsschlägen geprägten Lebenslinien der beiden Protagonisten (und Erzähler) Puck und Sean einfühlsam nachzuzeichnen – daher auch die 432 Seiten. Echt gewaltig!

Die britische Insel Thisby* wird alljährlich im Herbst von Capaill Uisce heimgesucht, monströsen, magischen Meerespferden, die unglaubliche Kräfte haben, aber auch blutrünstig sind. Nur den mutigsten Inselbewohnern gelingt es, die Wesen einzufangen, ohne dabei getötet zu werden. Sie treten am 1. November zum Skorpio-Rennen gegeneinander an. Sean Kendrick ist einer von ihnen, er hat das Rennen mit seinem Hengst Corr sogar schon viermal gewonnen. „Seinem“ stimmt leider nicht ganz, denn obwohl er für dieses Capaill Uisce sorgt, gehört es ihm genauso wenig wie das hohe Preisgeld. Puck Connolly braucht genau dieses: Wenn sie das Rennen nicht gewinnt, verliert sie ihr Zuhause. Doch kann ein Mädchen ein Capaill Uisce beherrschen? Was wird aus ihrem eigenen Pferd Dove? Das Rennen wird definitiv Menschenleben kosten und die Meereswellen rot färben.

*“Thisby“ ist eine von Shakespeare im Sommernachtstraum benutzte, falsche Schreibweise von „Thisbe“, dem weiblichen Teil eines babylonischen Romeo und Julia-Liebespaares. Dass Stiefvaters ihren Handlungsort so benannt hat, ließ mich schon von Beginn an an einem Happy End zweifeln.


Nicht nur dieser Roman, auch die Schriftstellerin ist faszinierend. 1981 in Virginia, USA, geboren, hieß sie ursprünglich mit Vornamen Heidi, änderte ihn aber mit 16 Jahren auf Margaret. Die New York Times-Bestsellerautorin ist Hobby-Rennfahrerin und schreibt auch Artikel für Rennsportmagazine. Ihre Young Adult-Romane, die teils als Folgen erschienen sind und teils als Einzelbände, haben unzählige Preise erhalten, Filmrechte wurden verkauft, die Presse feierte sie ab, kurz: Sie ist megaerfolgreich. Mit Mann und Kindern sowie Kühen, Pferden, Hunden, Ziegen und einer Katze lebt sie im Shenandoahtal in Virginia (in der lokalen indigenen Sprache heißt „Shenandoah“ übrigens Tochter der Sterne – na das passt ja perfekt!). Sie spielt mehrere Instrumente und ist auch Künstlerin. Schaut am besten auf ihrer Homepage vorbei, dort könnt ihr coole Pics der brillanten Frau sehen.

Maggie Stiefvater. Rot wie das Meer. Fein übersetzt von Sandra Knuffinke und Jessika Komina. Bindlach: Loewe Verlag (script5), 2012.

Norbert Landa und Tim Warnes: Meins! Nein, meins! 

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung:♦♦♦◊◊
Humor:♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Kinder von 3 bis 6 Jahren

32 Seiten, gebundenes Buch um € 13,95

Themen: Freundschaft, Streit, Versöhnung

 

Hase und Bär gehen zusammen durch Dick und Dünn, wohnen zusammen, kochen zusammen, genießen es so richtig, beste Freunde zu sein. Doch dann entdecken sie ein Glitzerding, auf das sie beide scharf sind. Sie streiten sich, reißen es in zwei Teile und schmollen vor sich hin: der eine im Baumhaus, der andere im Hasen-Bären-Haus. Doch in der Nacht bemerken die besten Freunde Hase und Bär, dass ihr Streit um dieses Glitzerding blöd war. Gleichzeitig schleichen sie zueinander und versöhnen sich. Sie halten beide Spiegelteile zusammen: „‚Ein Bild von uns beiden!‘, rief der Bär voller Glück. ‚Wie schön!‘, flüsterte Hase. ‚Siehst du, wir gehören zusammen!‘“ (Seite 31-32). Ist das nicht wunderbar? Ein geniales Bilderbuch von Norbert Landa mit herzigen Illustrationen von Tim Warnes für Kinder von 3 bis 6 Jahren rund um Freundschaft und Versöhnung.

Gerade in der Winterzeit, wenn Nikolo und Christkind Geschenke verteilen, kann dieses Buch ein guter Anstoß sein, den ein oder anderen Neid-Konflikt der Kinder zu besprechen.

Der 1952 geborene Kinderbuchautor Norbert Landa arbeitete früher als Journalist und Öffentlichkeitsberater eines Politikers. Illustrator Tim Warnes, 1971 in England geboren, hat für seine liebenswerten Illustrationen bereit zahlreiche Preise gewonnen, und er ist der Ehemann der Illustratorin Jane Chapman, die superniedliche Bärenbilderbücher zeichnet.

 

Norbert Landa und Tim Warnes. Meins! Nein, meins! Bindlach: Loewe Verlag, 2009.

Jujja Wieslander und Sven Nordqvist: Mama Muh spielt Sommer

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Kinder von 4 – 6

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,-

 

Das neuste Buch von Jujja Wieslander (Autorin), Sven Nordqvist (Illustrator) und Maike Dörries (Übersetzerin) ist da: Mama Muh spielt Sommer. Der Titel ist Programm: Zusammen mit Freund Krähe stürzt sich Mama Muh in einen graukalten Wintertag. Plötzlich fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: Man könnte doch so tun, als ob Sommer wäre! Sie pflückt sich einen Eiszapfen von der Dachrinne und lutscht an diesem Eis, setzt sich auf ihren Lieblingskletterbaum und flutscht über eine Rutsche auf den zugefrorenen See. Zu guter Letzt hat sie noch eine gewaltige Erkenntnis, die uns durch den Schnee und das Eis diesen Winters begleiten soll:

„Zu tun als ob und zu toben im Schnee,

ist genauso schön wie ein Bad im See.

Der Tag ist gleich viel weniger dunkel,

verbringt man ihn mit einem Kumpel“ (Seite 32).

Ein niedliches Kinderbuch, das alle Kinder für kuh-le Abenteuer vor der Haustür begeistern wird, egal ob sie Schneeengel zaubern oder Sommerfantasien ausleben wollen.

 


Die Autorin Jujja Wieslander (geboren 1944 in Schweden, 2005 mit dem Astrid Lindgren-Preis ausgezeichnet) ist in unseren Breiten vor allem bekannt wegen ihrer Bücher rund um die Figur der Mama Muh, die sie zusammen mit ihrem 1996 verstorbenen Mann Tomas erschaffen hat. Die sprechende Kuh erlebt Abenteuer, die Kindern wohl bekannt sind: sie fährt Rad, geht schwimmen, baut ein Baumhaus,… . Ihrer positiven Lebenseinstellung wird ihr Freund Krähe entgegengesetzt, der immer jammert, kritisiert, herummäkelt. Trotzdem sind sie zusammen ein super Team und haben viel Spaß.

Illustrator Sven Nordqvist (1946 in Schweden geboren) ist vielen durch seine Petterson und Findus-Bücher bekannt. 2003 erhielt er den Astrid Lindgren-Preis für sein Gesamtwerk.

Maike Dörries ist eine erfolgreiche deutsche literarische Übersetzerin aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen. Sie wurde schon mit dem Buxtehuder Bullen, dem NORLA-Übersetzerpreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und arbeitet ehrenamtlich für Übersetzen, die Fachzeitschrift des deutschen Übersetzerberufsverbandes VdÜ.

 

Jujja Wieslander und Sven Nordqvist. Mama Muh spielt Sommer. Hamburg: Oetinger, 2018. Aus dem Schwedischen übersetzt von Maike Dörries.

Interview mit Anne Sanders alias Lea Coplin aka Alexandra Pilz auf der Lit Love in München am 11.11. 2018

Ich war letzten Sonntag in München auf der Lit Love, einer jährlichen Veranstaltung der Random House-Verlage für alle Liebhaberinnen romantischer Belletristik. Es war toll! Kann ich Euch echt wärmstens empfehlen! Hingefahren bin ich hauptsächlich für das untenstehende Interview mit der sympathischen Jugendbuchautorin Lea Coplin (alias Anne Sanders aka Alexandra Pilz), aber ich habe sämtliche Lesungen, Gesprächsrunden und vor allem die nette Lit Nerd-Community sehr genossen.

Die unter drei Pseudonymen publizierende Schriftstellerin aus München, die am gleichen Tag wie Jane Austen Geburtstag hat, gewährt im Interview tiefe Einblicke in die Zusammenarbeit von Autorin, Literaturagentur und Verlag, erklärt die Sache mit ihren Pseudonymen und plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen, zum Beispiel wie sie sich belohnt, wenn mal wieder eins ihrer Bücher an der Spitze der Spiegel-Bestsellerliste landet. Übrigens haben mir andere Autoren auf der Lit Love erzählt, welch dominante Rolle die Verlage spielen, zum Beispiel beim Festlegen von Titel und Cover. Wusstet Ihr das?

 


Als Anne Sanders (im Blanvalet Verlag) hat die Schriftstellerin ihre größten Erfolge gefeiert, im Bereich der romantischen Belletristik. Ich liebe ganz besonders Sommer in St. Ives (2016), aber auch Mein Herz ist eine Insel (2017) und ihre jüngste Publikation Sommerhaus zum Glück (2018) sind große Erfolge. Bald wird Wild at Heart – Willkommen im Hotel der Herzen folgen.

Ihr Erstlingswerk, Zurück nach Hollyhill, erschien im Februar 2013 beim Verlag Heyne fliegt unter dem Pseudonym Alexandra Pilz. Dieses Jugendbuch ist eine Mischung aus Fantasy, Romanze und Thriller und war so erfolgreich, dass zwei weitere Bände folgten.

Im April 2018 erschien das geniale Jugendbuch Nichts ist gut. Ohne dich. im dtv Verlag unter dem Pseudonym Lea Coplin. Den Folgeband Nichts zu verlieren. Außer uns. (publiziert im September 2018) hebe ich mir für die Weihnachtsferien auf – ich freue mich jetzt schon darauf!


 

Interview mit Anna Sanders (AS) alias Lea Coplin aka Alexandra Pilz auf der Lit Love in München am 11.11. 2018

 

BW: Lass uns doch mit Deinen Pseudonymen starten. Du hast ja derer drei, und keiner ist Dein echter Name, nicht?

AS: Alexandra Pilz ist mein Mädchenname. Unter diesem Namen habe ich Jugendbücher geschrieben, bevor ich zu Blanvalet gegangen bin und so das Genre in die Erwachsenenbelletristik gewechselt habe. Mit dem Genrewechsel hat sich der Verlag einen neuen Namen gewünscht, möglichst einen, den man auch englisch aussprechen kann – wie Anne Sanders eben. Als ich dann mit meinen Jugendbüchern zu dtv gegangen bin, wäre es verwirrend gewesen, für beide Genres den Namen Anne Sanders zu verwenden, allein wegen der nahe zusammenliegenden Erscheinungstermine.

 

BW: Jeanne Birdsall, die Autorin der Penderwicks, hat in einem Interview festgestellt, dass sie sich noch ganz genau erinnern könne, wie es war, Kind zu sein. Deine Jugendbücher erwecken in mir auch den Eindruck, dass Du Dich noch ganz genau daran erinnern kannst, wie es war, ein Teenager zu sein. Ist dem so?

AS: Tatsächlich werde ich im nächsten Jahr 50, und trotzdem ist Jugendbuch mein absolutes Steckenpferd. Ich habe nicht umsonst mit dem Schreiben von Jugendbüchern begonnen und auch wieder dorthin zurückgefunden, weil es mir einfach total Spaß macht, sie zu schreiben und zu lesen. Und ich kann die Gefühle, die diese Zeit mit sich bringt, noch sehr genau abrufen. Es geht nicht nur um erste Liebe und ersten Sex – zum Beispiel weiß ich noch ganz genau, wann ich meine erste Avocado gegessen habe. Ich glaube, da war ich schon vierzehn. Coming of Age und Erwachsenwerden ist eine dramatische Zeit. Ich weiß noch sehr genau, wie das war [lacht].

 

BW: Ist das Alter der Protagonisten auch etwas, das der Verlag festlegt?

AS: Bei den Lea Coplin-Büchern sind die Protagonisten tatsächlich etwas älter, 18 und 21, und da sprechen wir natürlich vorher ab, ob das im Jugendbuch möglich ist. Aber nachdem dtv Colleen Hoover unter Vertrag hat, in deren Büchern die Protagonisten manchmal noch älter sind, ist das hier zum Glück kein Problem.

 

BW: An welchem Punkt hast Du entschieden, dass Du Vollzeitschriftstellerin sein möchtest?

AS: Ich glaube, möchten möchte man das immer, aber entscheiden kann man es erst, wenn es tatsächlich möglich ist. Als ich mit meinem ersten Buch, Zurück nach Hollyhill, angefangen habe, habe ich noch Vollzeit als Redakteurin gearbeitet. Ich musste das Haus um acht Uhr verlassen und bin um fünf Uhr aufgestanden, um zu schreiben. Damals war ich wie besessen davon. Ich habe dagesessen und hatte Gänsehaut, weil mir das Schreiben so viel Spaß gemacht hat. Als dann nach Band eins auch Band zwei verkauft wurde, bin ich sukzessive immer weiter mit meinen Stunden runtergegangen, bis es dann irgendwann gar nicht mehr möglich war, nebenher zu arbeiten. Spätestens, als mit dem zweiten Verlag ein Buch mehr im Jahr auf dem Plan stand. Und nun ist die Schriftstellerei meine Arbeit. Und sie hat nicht wirklich viel an Reiz verloren, aber wenn ich Sonntagabend auf dem Sofa sitze, denke ich doch: „Morgen muss ich arbeiten.“ Dennoch: Die schönste Arbeit der Welt, zuhause, im Warmen, allein, mit meinen zwei Katzen.

 

BW: Und bespricht man im Vorfeld mit seinem Verlag, welche Ideen man hätte?

AS: Ja, natürlich. Meistens schlage ich mehrere Ideen vor, und dann entscheidet man zusammen mit der Lektorin, welche man macht, welche nicht, und welche man vielleicht noch aufhebt.  

 

BW: Hast Du ein Belohnungssystem? Wenn Du wieder mal einen Spiegel-Bestseller raushaust, kaufst Du Dir dann eine teure Handtasche oder so?

AS: Meistens belohne ich mich, indem ich mit meinem Mann schön essen gehe. Es gibt hier in München eine Kette englischer Restaurants, The Victorian House, da ist es sehr gemütlich und very British und gerade zur Weihnachtszeit wunderschön geschmückt. Es gibt englische Gerichte und englisches Bier, und wann immer es mit den Anne-Sanders-Büchern etwas zu feiern gibt, gehen wir eigentlich dorthin.

 

BW: Was ist Dein Lieblingskinderbuch?

AS: Das Tragische ist: Ich kann mich daran nicht erinnern. Ich habe erst kürzlich mit meinem Mann darüber gesprochen, ob mir meine Mutter überhaupt vorgelesen hat – ich weiß es einfach nicht mehr. Ich erinnere mich, dass ich später, als ich so zehn war, Enid Blyton gelesen habe und Trixie Belden, das war so eine Reihe über ein mutiges Mädchen und deren Abenteuer, ein bisschen wie Krimis für Zehn- bis Zwölfjährige.

 

BW: Hast Du mal eine Krimiphase gehabt?

AS: Ich hatte die absolute Krimiphase, weil ich jemand bin, der aus einem Genre, das ihm gefällt, dann gern gleich alles liest. Also habe ich eine Zeit lang nur Krimis gelesen, bis mir das alles dann doch irgendwann zu deprimierend wurde. Bei Arnaldur Indridason habe ich aufgehört, und dann bin ich zu den Jugendbüchern gekommen. Ich glaube tatsächlich sogar über Twilight, oder über Harry Potter.

 

BW: Was ist Dein liebstes Jugendbuch?

AS: Zählt Harry Potter als Jugendbuch? Dann sind es alle sieben Bände. Ich habe die damals angefangen, weil ich mein Englisch aufbessern wollte und dachte: „Ach, so ein Kinderbuch, das wird schon gehen.“ Seitdem bin ich absoluter Fan. Aber ich mag auch Jugendbücher von Maggie Stiefvater sehr gerne. Die finde ich ganz, ganz toll, quasi als Gesamtkunstwerk, denn sie malt auch und macht Musik.

 

BW: Wie bist Du zum kreativen Schreiben gekommen?

AS: Ich bin ja Journalistin, ausgebildet bei der Tageszeitung. Und ich habe diesen Weg eingeschlagen, weil ich immer schon schreiben wollte, nur habe ich nie an die Schriftstellerei gedacht. Das kam mir wohl zu absurd vor. Also Journalistin. Und jeder Journalist will irgendwann mal ein Buch schreiben, zumindest ist das in meiner Umgebung so. Irgendwann habe ich mich mit meinem Mann zusammen hingesetzt -er ist auch Journalist – und wir haben jeder einen Romananfang geschrieben. Davor haben wir ein paar Theoriebücher gelesen, Wie man einen verdammt guten Roman schreibt zum Beispiel. Dabei bin ich mir gar nicht sicher, ob man die Theorie wirklich braucht. Lesen ist eigentlich der beste Lehrer.

 

BW: Wie viele Bücher schreibst Du pro Jahr?

AS: Dadurch, dass ich zwei Verlage habe, sind es mindestens zwei pro Jahr. Wenn dazu noch die Abstände zwischen Romanen kürzer werden – wie bei Nichts ist gut. Ohne dich., das im April erschienen ist, und Nichts zu verlieren. Außer uns., erschienen im September, dann wird es allmählich knapp. Es ist ja nicht nur das Schreiben, auch das Überarbeiten dauert lange. Dann kommt der Satz, und die Fahnen müssen korrigiert werden. Also im Augenblick ist wirklich viel zu tun, aber das ist ja auch gut. Besser, als andersherum.

 

BW: War es leicht für Dich, einen Verlag für Deinen ersten Roman zu finden?

AS: Ich hatte tatsächlich ziemliches Glück, weil ich sehr bald meine Agentin hatte, Rosi Kern. Sie ist mit meinem Mann in die Grundschule gegangen und hat ihn angeschrieben, nachdem sie einen seiner Artikel über Literatur in der Zeitung gelesen hatte. Wir haben ihr dann beide unsere Romananfänge geschickt, und die Agentur – Agence Hoffman – hat uns beide unter Vertrag genommen. Das war wirklich sehr, sehr glücklich. Und Rosi hat dann wiederum mein Exposé und den Anfang von Zurück nach Hollyhill mit zur Buchmesse nach Frankfurt genommen.

 

BW: Schreibst Du ein Buch fertig und startest dann das nächste?

AS: Eigentlich ja. Aber, wie schon gesagt, ich fange das nächste an, dann kommt noch die Überarbeitung von dem vorherigen, dann die Fahnen, etc. etc.

 

BW: Mir gefällt vieles an Deinen Büchern. Besonders bemerkenswert finde ich, dass sie so eine eigene, markante Stimme auszeichnet.

AS: Dankeschön! Das höre ich tatsächlich öfter, und es freut mich immer sehr.

 

BW: Du kommst ja aus der Serien- und Medienecke und hast berühmte Persönlichkeiten interviewt.

AS: Das stimmt. Ich bin Printjournalistin gewesen, habe aber unter anderem für eine Nachrichtenagentur viel im Unterhaltungsbereich gearbeitete, das heißt, Kinokritiken geschrieben und Schauspieler interviewt. Alan Rickman zum Beispiel, den ich immer schon sehr verehrt habe – obwohl er dann beim Interview sehr strikt Fragen zu Harry Potter abgelehnt hat, was ich schade fand. Und Rosamunde Pilcher war ein Highlight. Seitdem liebe ich diese Frau. Sie ist über 90, topfit und so humorvoll. Ich hoffe, dass meine Bücher noch irgendwann ins Englische übersetzt werden, weil ich ihr gern eins schicken würde. Hollyhill hat sie schon – sie ist in München bei der gleichen Agentur wir ich und so konnte ich den Kontakt herstellen. Sie hat mir daraufhin geschrieben, dass sie es ins Regal gestellt hat, weil es so schön gelb ist. Eine so tolle Frau.

 

BW: Ich gehe davon aus, dass Du auch ein großer Jane Austen-Fan bist.

AS: Ja, ich mag Jane Austen und auch Elizabeth Gaskell, wobei die Schreibe heute natürlich etwas antiquiert daherkommt.

 

BW: Was liest du sonst noch gern?

AS: Im Augenblick halte ich es so: Wenn ich Jugendbücher schreibe, lese ich Jugendbücher, und wenn ich Frauenunterhaltung schreibe, dann Frauenunterhaltung. Ich habe gerade das aktuelle Buch von Petra Hülsmann gelesen, das hat mir sehr gut gefallen. Jenny Colgans Sommerküche am Meer fand ich auch toll.

 

Yay! Und ich finde Anne Sanders, Lea Coplin und Alexandra Pilz toll! Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview!
LLit Love 2018 Rosie Walsh Anne Sanders Lea Coplin Alexandra Pilz Interview Lit Love 2018 11 11 2018 Brigitte Wallinger Kinderbuchblog

 

Lea Coplin: Nichts ist gut. Ohne dich.

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen:♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 14 Jahren

352 Seiten, TB um € 10,95

Themen: Liebe, Freundschaft, Familie, Unfalltod, München

Die Münchner Autorin „Lea Coplin“, die am gleichen Tag wie Jane Austen Geburtstag hat, hat 2018 dieses geniale Buch veröffentlicht. Seit der Geburt meiner Kinder habe ich aus den hinlänglich bekannten Gründen kein einziges Buch mehr auf einmal ausgelesen („in one sitting“, hätte Edgar Allan Poe gesagt), und gestern war es wieder soweit: Schlag 18 Uhr setzte ich mich hin und stürzte mich Hals über Kopf in _Nichts ist gut. Ohne dich._ Und als ich den letzten Satz fertiggelesen hatte, herrschte schon finsterste Nacht, mein Mann hatte die Kinder zu Bett gebracht und der Hund streckte sich genüsslich nach seinem Marathonschläfchen.

 Was für ein grandioses, gelungenes Buch! Der Plot ist vielschichtig und interessant, die Charaktere tiefgründig und faszinierend, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten Jana und Leander intensiv und ergreifend. Die Geschichte wird größtenteils abwechselnd aus seiner und ihrer Sicht erzählt, was spannende Einblicke gewährt.

Das Buch beginnt mit dem ersten, schockierenden Wiedersehen von Leander und Jana in der Jetztzeit. Als Kinder gut befreundet, riss ihre Verbindung sechs Jahre zuvor jäh ab, weil Janas Bruder in einem von Leander verursachten Autounfall starb. Nun müssen sich die beiden mit der schmerzlichen Vergangenheit auseinandersetzen und finden dabei mehr und mehr zueinander, was Jana in eine moralische Zwickmühle bringt (darf man den Mörder seines Bruders lieben?). Als Leanders Mutter an Krebs stirbt, gerät die zerbrechliche Liebe ins Wanken.

Jana und Leander stürzen die Leserschaft in eine emotionale Achterbahnfahrt. Steigt man am Ende aus, ist das Gehirn voller Speed und das Herz rast. Hier als kleine Leseprobe ein schönes Zitat von Leanders Mutter. Sie verspricht ihrem Sohn fünf Gründe, warum sein von Schuld geplagtes Leben lebenswert ist:

„Weil du noch nicht das getan hast, was du tun möchtest, ohne den Erwartungen anderer zu entsprechen. […] Weil du dir noch nicht erlaubt hast, glücklich zu sein. Weil du noch nie einem Mädchen ‚Ich liebe dich‘ gesagt und es aus tiefstem Herzen gemeint hast. Weil du noch nicht so geliebt wurdest, wie du es verdient hast. Weil du dir noch nicht selbst vergeben hast. Weil du noch nicht um das Mädchen gekämpft hast, das dir am wichtigsten ist. Weil du noch nicht der bist, der du sein willst. Weil jeder eine Aufgabe hat und du deine erst herausfinden musst. Weil das Schönste noch kommt, Leander.“

Für den Augenblick bin ich sprachlos. Dann habe ich das Gefühl, zu ersticken, was womöglich daran liegt, dass ich vergessen habe zu atmen. Ich sauge Luft ein, dann senke ich den Kopf und blinzle was auch immer da hinter meinen Lidern brennt in die Flucht.

„Das waren an die hundert Gründe“, sage ich schließlich.

„Du findest deine Top Fünf heraus.“ (Seite 151-152)

 

Natürlich habe ich immer wieder geheult wie ein Schlosshund und mich dann extrem gefreut, wenn Silberstreifen am Horizont dieser komplizierten Geschichte erschienen. Das Buch hat mich gebeutelt und mitgenommen. Was ich besonders herausragend an Lea Coplins Buch finde ist, dass die Autorin keinen Roman für Jugendliche als Zielgruppe geschrieben hat. Nein! Vielmehr weiß sie noch bis ins letzte Detail, wie es wirklich ist, jung zu sein und das Auf und Ab verworrener Familienbande und tiefgründiger Liebe zu erleben. Ein großer Lesegenuss! Und im September 2018 hat Lea Coplin _Nichts zu verlieren. Außer uns._ veröffentlicht, in dem es um Leanders Freund Max geht. Das ist sicher ebenfalls genial: Ich hebe es mir für die Weihnachtsfeiertage auf <3 !

Alexandra Pilz: Zurück nach Hollyhill

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 15 Jahren
368 Seiten, TB um € 8,99
Themen: Freundschaft, Liebe, Zeitreise, Familie, Unfalltod, Geheimnisse, England

Die Münchner Autorin „Alexandra Pilz“, die am gleichen Tag wie Jane Austen Geburtstag hat, hat 2012 dieses tolle Buch veröffentlicht. Es ist der erste Band ihrer abgeschlossenen Hollyhill-Trilogie rund um die siebzehnjährige Zeitreisende Emily.

Die Vollwaise Emily lebt in München bei ihrer Oma, die ihr zum Schulabschluss einen Brief der Mutter aushändigt. „Ich bitte dich“, steht darin geschrieben, „nach Hollyhill zu reisen, das Dorf, das viele Jahre meine Heimat war. Es liegt im Dartmoor. Du wirst es finden.“ Ohne Umschweife macht sich die junge Frau auf den Weg dorthin. Auch wenn das Örtchen Hollyhill auf keiner Landkarte verzeichnet ist, reist Emily ins Dartmoor und steigt im Zentrum des Nationalparks aus. Zufällig trifft sie dort den gutaussehenden Matt, der sie mit dem Auto nach Hollyhill bringt. Sobald sie in dem sehr kleinen Örtchen ist, geschehen sonderbare Dinge und ein Abenteuer voller Magie und Zauber beginnt. Und natürlich bahnt sich da etwas an, zwischen Emily und Matt… Während die Münchnerin das Rätsel um das Dorf langsam entschlüsselt, wird ihre beste Freundin von einem Mädchenmörder entführt, und Emily kann zusammen mit Matt ihre neuentdeckten Kräfte einsetzen.

Mich hat dieses Buch begeistert. Ich habe eigentlich einen romantischen Roman für Mädels erwartet und war vom gelungenen, spannenden Plot rund um das Zeitreisedorf Hollyhill und die Jagd nach dem Mädchenmörder sehr angetan. Zudem macht der wundervolle Humor der Autorin dieses Buch zu etwas ganz Besonderem: „In diesem Meer aus Anzugträgern stach sie [Emily] mit ihren lila Strähnen und der pinkfarbenen Leggings heraus wie ein Zirkusclown auf einer Beerdigung“ (Seite 271). Und das Beste: Es gibt noch zwei Folgebände. Hurra!

Alexandra Pilz. Zurück nach Hollyhill. München: Heyne, 2012.

En Hanaya: Motokare Retry 1: Second Chance

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Mädchen und Jungs (Frauen und Männer) ab 15
192 Seiten, TB um € 6,99
Themen: erste Liebe, neuer Versuch, Unistart, Highschoollovers, Manga, Japan

Ich wollte unbedingt mal ein Manga testen. Ihr wisst schon, diese japanischen Comics, sozusagen die Buchform der Anime-Serien, die wir in jungen Jahren guckten (Sailor Moon, Pokemon, Kickers und Digimon). Und es ist vollbracht: mein erstes Manga war En Hanayas Motokare Retry: Second Chance 1.

Mit so einem Manga taucht man echt in eine andere Welt ein. Es fängt schon damit an, dass man das Buch, wie sich’s in Japan gehört, „von hinten“ anfängt und von hinten nach vorne liest. Herrlich, wenn ein Buch schon mal vom Start weg ganz anders ist! Hat man’s mal begriffen, von rechts nach links vorzugehen, steht dem Vergnügen nichts mehr im Weg. Wie das schöne Cover schon erahnen lässt, ist der Zeichenstil sehr ansprechend.

Die Geschichte auch: Mitsu zieht frisch in ihre Wohnung am Unicampus und will ihren Nachbarn begrüßen gehen. Doch sofort gibt’s die böse Überraschung: Ihr Ex Kaede grinst raus. Das Schicksal will es haben, dass die zwei Tür an Tür wohnen, nur fünf Jahre nachdem sie an der Highschool ein Paar waren, bis sich Kaede von Mitsu trennte, weil wegen ihr seine Baseballform abnahm. In schneller Bildfolge und rapidem Wortwechsel bzw. Gedankengängen wird schnell klar, dass die beiden etwas für einander empfinden. Aber kann so eine aufgewärmte Liebe funktionieren?

Um das Hin und Her dieser Story genießen zu können, sollte man schon ein wenig mit den verwinkelten Gedankengängen der japanischen Kultur vertraut sein. Sonst fragt man sich unweigerlich ab und an mal: „Hä??“, zum Beispiel warum Kaede sich in der Highschool von Mitsu trennte und ihr dann vorwirft, ihm das Herz gebrochen zu haben, weil sie sich ganz zurückgezogen habe (er habe doch nur eine Beziehungspause machen wollen, aber sie habe ihm die kalte Schulter gezeigt). Über Gefühle wird eben weniger miteinander als vielmehr mit sich selbst gesprochen. Trotzdem ist die Geschichte ansprechend und man will unbedingt wissen, ob diese Beziehung gerettet werden kann.

Also Bonus enthält dieses Manga auch noch die Geschichte von China, die unsterblich in den wenig zugänglichen, aufbrausenden Mikami verliebt ist. Diese Story ist ein herrlicher Kontrast zu den stets zweifelnden Liebenden Mitsu und Kaede, denn von Beginn an sind die Fronten geklärt: China ist verschossen in den Typen, Mikami will nichts von ihr wissen. Ob sie diese harte Nuss knacken kann?

Definitiv eignet sich dieses Manga für Männer und Frauen (ab 15 Jahren), denn das Buch ist frei von unseren westlichen Liebesklischees und auch für Romantikallergiker geeignet. Die Geschichten sind folglich auch überhaupt nicht vorhersehbar und spannend. Übrigens gibt es von der abgeschlossenen Serie Motokare Retry sieben Teile. 3 Bände gibt’s schon auf Deutsch. Der vierte Band kommt Ende Dezember 2018 heraus. Band 5 wird im Februar 2019 folgen. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an den Carlsen Verlag, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat und mir den Einstieg in die mir neue Mangawelt versüßt hat!

En Hanaya. Motokare Retry 1: Second Chance. Hamburg: Carlsen Manga, 2018. Übersetzt von Benjamin Rusch.

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