Amrei Fiedler: Wenn du deine Augen schließt

Leselevel: ♦♦◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦◊◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 3 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 20

Themen: Schlafen, Träumen, Entspannen, Gutenachtgeschichte, Ruhe, friedliches Einschlafen, Familie, Tiere, Natur, Zuhause

Ein wunderschön illustriertes, entspannendes und frohes Gutenachtbuch für kleine EntdeckerInnen ab 3 Jahren!

Wenn du die Augen schließt ist ein zartes, ruhiges Bilderbuch über ein geliebtes Kind, ein friedliches Zuhause und eine bunte Welt, die es in echt und im Traum zu entdecken gilt.

Die Illustrationen in Amrei Fiedlers neuem Bilderbuch sind atemberaubend schön! Diese Farben, diese Menschen und Tiere, diese Orte und Lebensräume: genial! Die Geschichte ist ebenfalls großartig: Als das Kind zu Bett geht, sagt der Papa: „Wenn du deine Augen schließt, kannst du alles sehen, was du willst!“ Und dann kommt ein Augenpaar und das Kind sieht die Welt durch die jeweiligen Augen: Was sieht Opa, wenn er aus dem Fenster guckt? Was sieht der Kater, wenn er am Teich lauert? Was sieht der große Bruder – und was du selbst?

Ein absolut empfehlenswertes Bilderbuch zum Entspannen und Einschlafen, das die Kinder immer und immer wieder erfreuen wird! #Traumbuch

Amrei Fiedler ist erfolgreiche Illustratorin für Verlage, Magazine und Zeitschriften. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Ich danke dem Kunstanstifter Verlag für das Rezensionsexemplar!

Amrei Fiedler. Wenn du die Augen schließt. Mannheim: Kunstanstifter Verlag, 2020. Klimaneutral hergestellt in Deutschland.

Rike Drust und Mareike Engelke: Das Ei von Aua

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
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Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 4 Jahren

52 Seiten, gebundene Ausgabe um € 22

Themen: Freundschaft, Eis, Berg, Gipfel, Wintersport, Einsamkeit

Ein superlustiges, wunderschön illustriertes Bilderbuch über Freundschaft und Eis: sehr zu empfehlen – nicht nur im Sommer!

Bob der Berg ist schwammweich bis zum Kern. Weil das gefährlich ist, wurde er mit Absperrband umringelt, und keiner kann ihn besteigen. Ziemlich traurig die Sache. Und echt hart, wenn man so weich ist. Doch dann kommt die schlaue EIsverkäuferin AUrorA mit ihrem abgefuckten Eismobil vorbei, und macht mit ihrer Eissorte „Flummi Fortissimo“ aus Bob, dem Wackelpudding, Bob, den beliebten Winterking.

Was mich an diesem Buch so extrem begeistert? Die fantasievolle, witzige und kurzweilige Geschichte mit (Achtung, Wortwitz!) Tiefgang UND die fantasievollen, witzigen und detailreichen Illustrationen. Einfach toll!

Ein geniales Bilderbuch, das vorzeigt, wie man einander hilft und dabei Spaß hat! Außerdem lernen alle Eltern, dass Eis immer geht. Auch im Winter! Im Sommer ist es sowieso Pflicht!!

Rike Drust (*1975) kennen viele von Euch als klischeefreie Kinderbuchbloggerin Kinstabuch. Sie ist die Autorin von Muttergefühle und arbeitet als Werbetexterin und als Journalistin für diverse Magazine und Pinkstinks, eine feministische NGO. Das Ei von Aua ist ihr erstes Kinderbuch.

Mareike Engelke (*1979) ist Illustratorin, Künstlerin und Designerin. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katern in Duisburg und hat schon mehrere Kinderbücher herausragend schön illustriert, u.a. das preisgekrönte Vor den 7 Bergen.

Ich danke dem Kunstanstifter Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rike Drust und Mareike Engelke. Das Ei von Aua. Mannheim: Kunstanstifter Verlag, 2020. Klimaneutral hergestellt in Deutschland.

Frauke Angel und Stephanie Brittnacher: Oma Kuckuck

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

34 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,40

Themen: Familie, Demenz, Enkelkind, Oma, Großmutter, Altersheim, Pflege, Großeltern

Ein großartiges Bilderbuch über ein wunderbares Oma-Enkelin-Paar!

Oma Kuckuck wird von ihrer Enkelin heiß geliebt. Sie ist ein bisschen schräg, dafür wird es mit ihr nie langweilig. Oma Kuckuck und ihre Enkelin spielen zum Beispiel nicht normales Memory, sondern sie decken zwei unterschiedliche Bilder auf und erfinden dazu eine Geschichte. Wer gewinnt, wird Memmerkönigin. Doch eines Tages wird Oma Kuckuck vom schrägen Vogel zum verrückten Hühnchen, erkennt ihre eigene Tochter nicht mehr, schreit und tobt. „Es ist so weit“, flüstert Mama. Oma muss ins Altersheim. Die Enkeltochter hat die perfekte Idee, um Oma freiwillig zum Umzug zu bewegen.

Ein wunderbares Bilderbuch, das Kindern hilft, Omas bzw. Opas Umzug ins Altersheim zu begreifen und ihren dementen Verrücktheiten angstfrei zu begegnen. Frauke Angels Ode an die Enkelkind-Großeltern-Liebe ist nicht nur traurig, sondern vor allem witzig und quietschbunt. Die Illustratorin Stephanie Brittnacher hat Oma Kuckuck bezaubernd und würdevoll in Szene gesetzt. So baut sie, zum Beispiel, das Motiv der quadratischen Memory(!)-Kärtchen in jede Doppelseite ein und verwendet die Farben Gelb und Pink, die Farben der Lieblingsspeise von Oma und Enkelin, als Symbol für Omas Liebe und Frohsinn.

Frauke Angel und Stephanie Brittnacher sind echte Memmerköniginnen – und ein Dreamteam! Die Geschichte und Illustrationen von Oma Kuckuck sind genial miteinander verwoben. Stephanie Brittnacher (*1985) ist studierte Kommunikationsdesignerin und arbeitet seit 2013 als freie Illustratorin und Grafikerin in Chemnitz. Die in Dresden lebende Frauke Angel (*1974) ist ausgebildete Schauspielerin und seit 2012 erfolgreiche freie Autorin von Büchern und Hörspielen. Hier meine Empfehlungen ihrer ebenfalls großartigen Bücher Ein eiskalter Fisch (illustriert von Elisabeth Kihßl) und Das tut weh und ist schön.

Ich danke dem Verlag Edition Pastorplatz für das Rezensionsexemplar!

Frauke Angel und Stephanie Brittnacher. Oma Kuckuck. Aachen: Edition Pastorplatz, 2020.

Rogé: Rogers Pommesbude

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 3 Jahren

36 Seiten, gebundene Ausgabe um € 22

Themen: Hund, Dackel, Pudel, Imbissbude, Pommes, Maiskolben, die Welt, Erfolg, Liebe, Freundschaft, Pate Chinois, Lebensglück

„Roger war ein nachdenklicher Dackel. Seine Gedankengänge waren noch länger als sein laggezogener Hotdog-Körper. Er streifte mit Vorliebe durch die Stadt und machte ich Gedanken zu ungewöhnlichen Themen: ‚Wenn ich einen Hausmenschen hätte, würde ich ihm dann beibringen, Händchen zu geben?“ Roger ist ein echter Träumer, und als vor seiner Schnauze ein paar Kartoffeln aus dem Einkaufwägelchen purzeln, kommt ihm eine geniale Idee: Aus einem alten Zirkuswagen bastelt er sich eine Pommesbude und tingelt fortan höchst erfolgreich durch die Welt. Obwohl Roger, den man nun überall als „Pommeskönig“ kennt, bejubelt wird, erfüllt ihn eines Tages eine Traurigkeit. Er schließt seine Pommesbude und streift durch die Straßen. Da trifft er auf die „Maiskolbenkönigin“, Pudeldame Charlotte… Grande amore, happy end und Bauchweh vor Lachen: hurra!

Wenn ein Künstler namens Rogé ein Bilderbuch über Dackel Roger schreibt, liegt nahe, dass im Vierbeiner einiges vom Zweibeiner steckt. Frage 1: Wer ist eigentlich dieser Rogé? Er ist ein erfolgreicher kanadischer Illustrator, Maler und Autor. Rogé begann seine Karriere als Art Director für eine Werbeagentur, folgte aber einige Jahre später seiner wahren Passion. Für sein umfangreiches Werk erhielt er schon viele Auszeichnungen, darunter den renommierten Governor General Literary Award und den New York Times Award. Er hat zahlreiche Bilderbücher illustriert, Rogers Pommesbude ist jedoch seine erste Publikation im deutschsprachigen Raum. Rogé lebt mit seiner Familie auf den Magdaleneninseln und in Montreal (Quebec). Frage 2: Was verbindet Künstler und Hund? Am Anfang waren Rogé (der Illustrator) und Roger (der Dackel) beide gut im Geschäft: der eine in einer Werbeagentur, der andere als Kartoffelkönig und Imbissbudenkönig. Doch beiden fehlte etwas: die Liebe. Roger (4 Beine) entdeckte in diesem Moment eine erfolgreiche Pudel-Imbissbudenkönigin, Rogé (2 Beine) widmete sich der Kinderbuchillustration. Et voilà: Lebensglück gefunden!

Die Hund-Mensch-Grenzen verschieben sich nicht nur zwischen Künstler und Titelheld, sondern auch in Rogés Illustrationen. Die Hochhäuser in der Stadt ähneln langgezogenen Hundehütten, auch die Wolken haben etwas Dackeliges. Hier lernen die Kids eine fantastischeWelt kennen, in der alles möglich ist. Ein Hund kann eine Imbissbude aufmachen und es mit leckeren Pommes rund um den Globus und sogar ins Fernsehen schaffen. Charlottes Heliumpuffreis lässt einen Bäcker wegfliegen und der Weihnachtsmann, auf Urlaub am Südpol, knabbert mit Pinguinen Pommes. Wenn das alles möglich ist, was kann dann den jungen LeserInnen alles gelingen?

„Man muss die Welt mit Kinderaugen betrachten.“ Dieses Matisse-Zitat steht in Rogers Pommesbude auf einer Einkaufstüte. Diesem Motto hat sich nicht nur Rogé selbst verschrieben, sondern auch seine deutsche Übersetzerin Anne Thomas (*1988). Sie lässt Roger mit „Auwauu!“ schmerzerfüllt aufjaulen, schreibt von „Hund-zu-Mund-Propaganda“ und lässt Charlotte „wie angeleint“ lauschen. Roger bringt seinen Zirkuswagen nicht auf Vordermann, sondern auf „Vorderhund“, und ihm kommt da nicht „Menschenskind“ eine großartige Idee, sondern „Hundekind“. So eine spritzige Übersetzung gelingt nur einer Person, die selbst auch kreativ tätig sind. So verwundert es nicht, dass Anne Thomas, die seit 2013 in Paris als Übersetzerin arbeitet, selbst Theater spielt.

Hund Roger ist nicht nur als Abenteurer in der Welt unterwegs, sondern er macht sich auch auf eine philosophische Reise und sucht nach dem Glück. Dieser Tiefgang ist nicht nur in Rogés Geschichte zu erkennen, sondern auch in seinen wunderschönen Illustrationen und in Anne Thomas gelungener Übersetzung. Ein Buch der Extraklasse für alle Hunde- und Imbissbuden-LiebhaberInnen ab 4 Jahren.

Ich danke dem Kunstanstifter Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rogé. Rogers Pommesbude. Mannheim: Kunstanstifter Verlag, 2020. Übersetzt von Anne Thomas. Titel der französischen Originalausgabe: Le Roi de la Patate.

Smriti Prasadam-Halls und Robert Starling: Gemeinsam sind wir stark, eine gans wahre Geschichte

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 3 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 13

Themen: Freundschaft, Zusammenarbeit, Teamwork, besser als die anderen sein, etwas nur für sich haben wollen, Streit, Zank, Versöhnung, Zusammenleben, Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass, Gemeinschaft, Brexit

Ein lustiges, großartig illustriertes Bilderbuch übers Teilen und Zusammenleben!

Gemeinsam sind wir stark: Eine GANS wahre Geschichte von Smriti Prasadam-Halls mit Bildern von Robert Starling erzählt von den Gänsen und Enten, die auf einer kleinen Insel bei einem Bauernhof leben und zusammen mit den anderen Tieren den Hof bewirtschaften. Eines Tages beschließen sie, die Insel nur für sich haben zu wollen und reißen die Verbindungsbrücke ab. Alleine scheint das Leben viel schöner zu sein, mit den anderen war es so überfüllt und laut. Doch das Leben alleine ist kalt – und gefährlich! Als die Füchse einfallen, werden die Gänse und Enten von den anderen Bauernhoftieren gerettet. Mit vereinten Kräften werden die Verbindungsbrücke und die verwüstete Insel wiederaufgebaut: Gemeinsam ist man eben stark!

Ein humorvolles Bilderbuch über Freundschaft, Gemeinschaft und das Teilen – oder über Fremdenfeindlichkeit und den Brexit? Jedenfalls: ENTE gut, alles gut!

Die in Südindien geborene Smriti Prasadam-Halls kam mit zwei Jahren nach Großbritannien. Sie studierte Geschichte und Englisch in Liverpool und arbeitete u.a. fürs BBC-Kinderfernsehen (u.a. für Bob den Baumeister und den Grüffelo), bevor sie 2012 freie Autorin wurde. Ihre erfolgreichen Kinderbücher wurden bereits in 30 Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und dem Hausdrachen Doris in London.

Robert Starling ist ein begnadeter, britischer Illustrator. Er hat bislang vier großartige, humorvolle, ausdrucksstarke Kinderbücher gestaltet. Seine Illustrationen verleihen Smriti Prasadam-Halls tiefgründiger Geschichte eine große Portion Komik und Gefühl!

Ich danke dem Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar!

Smriti Prasadam-Halls und Robert Starling. Gemeinsam sind wir stark: Eine gans wahre Geschichte. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2020. Übersetzt von Sylvia Tress. Titel der Originalausgabe: The Little Island.

Äsop und Manuela Adreani: Äsops Fabeln

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

44 Seiten, gebundene Ausgabe um € 9,25

Themen: Fabeln, Lebensweisheiten, Gutenachtgeschichten, Klassiker für Kinder

Dieses unterhaltsame, wundervoll illustrierte Fabelbuch lehrt die jungen LeserInnen Lebenswichtiges ;-)!

Zwanzig von Äsops besten Fabeln hat der Kindermann Verlag Berlin in Äsops Fabeln zusammengetragen und von Manuela Adreani wunderschön illustrieren lassen. Die Tiergeschichten sind alle knapp, lustig und klug, also ideale Vorlesegeschichten. Die jungen LeserInnen werden nicht nur bestens unterhalten, sondern lernen auch noch was fürs Leben: optimal!

Die italienische Illustratorin Manuela Adreani hat die Fabeln begnadet in Bilder gegossen. Farbenfroh und ausdrucksstark zeigen sich ihre Tiere und beweisen, dass die 2600 Jahre alten Geschichten noch immer Gültigkeit besitzen.

Ich danke dem Kindermann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Äsop und Manuela Adreani. Äsops Fabeln. Berlin: Kindermann Verlag, 2018.

Antje Damm: Der Besuch

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 4 Jahren

36 Seiten, gebundene Ausgabe um € 13,31

Themen: Einsamkeit, Angst, Nachbarschaft, Freundschaft, alt und jung, Lebensfreude, Zuversicht, kunterbuntes Leben mit Kindern

Ein berührendes, fein komponiertes Bilderbuch-Meisterwerk!

Elise lebt einsam und voller Angst in ihrem schwarz-weiß-grauen Zuhause. Eines Tages schießt ein blauer Papierflieger durchs offene Fenster und versetzt die Frau in Angst und Schrecken. Tags darauf klopft es. Mit Emil, der auf der Suche nach seinem Flieger ist und mal ganz doll muss, treten Licht und Farbe in Elises Leben. Elise erzählt Emil von ihrer Vergangenheit, sie liest ihm ein Märchenbuch vor und sie spielen und essen zusammen. Bestimmt gibt es ein Wiedersehen in Elises nun kunterbuntem Haus.

Antje Damm kleidet diese berührende Geschichte nicht nur in Worte, sondern auch in innovative Illustrationen: Sie bedient sich fotografierter Schaukästen, in denen sich gezeichnete, ausgeschnittene Kartonfiguren bewegen, die Damm teilweise auch koloriert und beleuchtet hat. Zu Buchbeginn ist Elises ganze Welt grau in grau, doch Emil bringt Farbe in ihr Leben: Der blaue Papierflieger macht den Anfang und nach und nach verwandelt sich Elises Zuhause in ein farbenfrohes Paradies. Damms Diorama-Technik ist beeindruckend: Ein Bilderbuch mit 3D-Effekt!

Die vielfach preisgekrönte Illustratorin und Autorin Antje Damm (*1965) lebt mit ihrem Mann und vier Töchtern bei Gießen und ist studierte Architektin. Viele ihrer ausgesprochen originellen Kinderbücher wurden mit bedeutenden Kinderbuch-Preisen prämiert. _Der Besuch_ zum Beispiel mit dem Leipziger Lesekompass, dem Troisdorfer Bilderbuchpreis und dem Bilderbuchpreis der New York Times. Diese Bücher von Antje Damm lege ich euch auch sehr ans Herz: Was wird aus uns?, Der Wolf und die Fliege und Frag mich!

Ich danke dem Moritz Verlag für das Rezensionsexemplar.

Antje Damm. Der Besuch. Frankfurt: Moritz Verlag, 2019.

Rainer Maria Rilke und Julia Nüsch: Der Panther

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ◊◊◊◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

24 Seiten, gebundene Ausgabe um € 18,50

Themen: Panther, Tiergarten, Zoo, eingesperrt sein, Weltliteratur

Der wundervolle Klassiker von Rainer Maria Rilke für Kinder illustriert von Julia Nüsch: unbedingt lesen!

Rainer Maria Rilke beschreibt in seinem weltberühmten Gedicht aus 1902, wie sich ein Panther in einem Pariser Tiergarten fühlt: „ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe / und hinter tausend Stäben keine Welt.“

Der Kindermann Verlag Berlin hat diesen Klassiker für Kinder zugänglich gemacht und Illustratorin Julia Nüsch mit der Bebilderung dieses Werks beauftragt. Das Bild des Panthers auf dem Cover drückt Rilkes Gedicht auf beeindruckende Weise aus. Im Buchinneren visualisiert jedes Bild zwei Gedichtzeilen und zeigt Rilkes Gedanken in Bildersprache. Absolut großartig!

Immer wieder flicht Nüsch Rilke und seinen Zoobesuch ein. (Es ist bestimmt kein Zufall, dass sich die Augen des Panthers und des Dichters sehr ähneln.) Die unmittelbare Welt des Panthers im Käfig ist in Grau- und Blautönen gehalten, Rilkes Welt außerhalb des Pantherkäfigs in Gelb- und Brauntönen. Durch Julia Nüschs fantasiereiche Illustrationen und Rilkes berührendes Gedicht sieht man dem gefangen gehaltenen Panther mitten ins Herz.

Der Buchtrailer zu Der Panther wurde mit dem Deutschen Buchtrailer Award ausgezeichnet! Er ist einfach genial und man kann bzw. sollte ihn sich unbedingt auf YouTube ansehen.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Lyrikern. „Der Panther“ wurde durch seine Besuche im Pariser Jardin des Plantes inspiriert.

Julia Nüsch (*1979) ist freie Illustratorin und Grafikerin in Hamburg.

Ich danke dem Kindermann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Rainer Maria Rilke. Der Panther. Berlin: Kindermann Verlag, 2019.

Albertine und Sylvie Neeman: Sie kommen!

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 5 Jahren

32 Seiten, wunderschöne gebundene Ausgabe um € 15

Themen: Kindergarten, Schule, Kita, Pädagog*in, Lehrer*in, Tagesmutter, Kinder, Monster, Angst, erster Schultag, erster Kindergartentag, Schulbeginn, Kindergartenstart

Ein monstermäßig lustiger Blick auf den (Neu-)Start in Schule oder Kindergarten, für Kinder und Erwachsene!

Schulen, Kindergärten, Kitas, Tagesmütter: Alles öffnet wieder. Für Kinder, denen es in der Coronazeit zuhause besser gefallen hat und die in der nun wieder ungewohnten Umgebung irgendwie ein komisches Gefühl haben, bietet sich dieses monstermäßig lustige Bilderbuch von Albertine und Sylvie Neeman an: Sie kommen!, aus dem Französischen übersetzt von Bernadette Ott. Natürlich passt dieses Buch auch prima zum ersten Schul- oder Kindergartentag.

Das Buch zeigt einen Frau (Kindergärtnerin? Lehrerin?), die angstvoll die „Monster“ erwartet, sich dabei die ulkigsten Dinge ausmalt und dann auf der letzten Seite erkennt, dass die Kinder gar keine Monster, sondern süße Wesen sind, und manche sogar auch ein wenig Angst vor der ersten Begegnung mit ihr haben.

Wie toll für die jungen Leser*innen zu sehen, dass sie nicht die einzigen sind, denen vor dem ersten Kindergarten- oder Schultag mulmig zumute ist. Sogar Kindergärtner*innen, Tagesmütter und Lehrer*innen haben Ängste. Und am Ende sind alle Sorgen völlig unbegründet! Hurra!

Ein großartig illustriertes, witziges Bilderbuch, das mit einer augenzwinkernden Geschichte und farbenfrohen, superlustigen Monsterbildern überzeugt. Die Illustrationen zeigen bunte Scherzmonster in klaren Buntstiftlinien mit vielen herrlichen Details wie dem Ameisenmüsli „Knusper Knurps“. Während sich die Pädagogin in angsterfüllten Gedanken verstrickt, kichern sich die jungen Leser*innen von Seite zu Seite: Monster beim Essen, Monster beim Laufen, Monster im Auto mit 36 Orang-Utans,… Da gibt’s jede Menge zu entdecken und zu lachen!

Die Schweizer Illustratorin Albertine (*1967) wurde übrigens vor Kurzem prämiert mit dem Hans Christian Andersen Preis für ihre vielseitig interpretierbaren, humorvollen, mit feinster Präzision gezeichneten Kinderbuchillustrationen.

Ich danke dem Aladin Verlag für das Rezensionsexemplar.

Albertine und Sylvie Neeman. Sie kommen! Stuttgart: Aladin in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 2020. Übersetzt von Bernadette Ott.

Annika Leone und Bettina Johansson: Überall Popos

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: 4 – 6 Jahren

32 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14

Themen: Familie, Körper, Nacktsein, Schwimmen, Schwimmbad, Springturm, Springen, Mut, Scham, der weibliche Körper, Vielfalt

Ein witziges, offenes, bestärkendes Bilderbuch für neugierige LeserInnen ab 4 Jahren!

Endlich ist Samstag und Mila kann mit ihren Eltern ins Schwimmbad gehen, um ganz alleine ins große Becken zu springen. Als ihr das Herz in die Hose rutscht, macht Papa vor, wie’s geht – und verliert dabei seine Badehose. Jetzt zeigt Mila, was in ihr steckt!

In diesem superlustigen Buch geht es nicht nur um Milas mutigen Sprung ins Becken, sondern auch um nackte Körper, Schamgefühl und Körpervielfalt. Das Buch ist also ganz nebenbei eine prima Vorbeugung gegen Selbstkomplexe und Body-Shaming. Schon die Jüngsten spüren das Korsett des Körperwahns, zum Beispiel beim Selfie-Machen, Barbie-Ausziehen und Filmegucken. Dem gilt es echte Körper entgegenzusetzen, dicke wie dünne, wabblige wie straffe, weiße wie braune. Zuhause sehen Kinder ja nur ihre Eltern nackt; in Überall Popos gibt‘s jede Menge nackter Körper zu sehen. Sie sind so vielfältig wie die Süßigkeiten, die sich Mila nach dem Schwimmbad aussucht.

Der witzige Text stammt von der freien Journalistin und Bloggerin Annika Leone, übersetzt hat Verlegerin Monika Osberghaus. Die großartigen Illustrationen stammen von Bettina Johansson. Auf ihrem Instagram-Account gewährt Annika Leone schon einen kleinen Einblick in den nächsten Band: Mila fährt mit ihren Eltern auf Urlaub nach Italien. Da gibt’s bestimmt wieder Spannendes zu entdecken, nicht nur Gelatoberge und Sandburgen!

Ich danke dem Klett Kinderbuch Verlag für das Rezensionsexemplar.

Annika Leone und Bettina Johansson. Überall Popos. Leipzig: Klett Kinderbuch Verlag, 2020. Originaltitel: Bara rumpor. Übersetzt von Monika Osberghaus.