Timo Parvela: Ella in der Schule

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦◊◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Kinder von 6 – 9 Jahren
144 Seiten, Taschenbuch um € 6,95

Thema: das erste Schuljahr, Blödsinn im Klassenverband, doppelbödiger Humor aus Kinderperspektive

Es ist soweit: Meine „Kleine“ kommt in die Schule, und in ihrer Schultüte steckt ein witziger Ella-Band, der ihr Lust auf einen Haufen Blödsinn inmitten der Schulbänke machen soll (sorry, Frau Lehrerin!).

Ella ist Erstklässlerin und alles läuft super, bis ihr Lehrer einen vermeintlichen Erpresserbrief bekommt. Was folgt ist eine Lawine aus Missverständnissen und urkomischen Situationen, und am Ende gibt‘s Zeugnisse für die SchülerInnen und ein Baby für den Herrn Lehrer. Juhu!

Einen kleinen Textausschnitt hab ich auch für Euch, der den temporeichen, lustigen Charakter des Buches ganz gut widergibt (Buch Seite 55-56):

Als Nächstes wollte der Vertretungslehrer mit uns rechnen. (…) „Kann jemand von Euch rückwärts zählen?“
„Ist doch pepsi“, sagte Mika.
„Dreh sofort deinen Stuhl wieder um und schau nach vorn!“, sagte der Vertretungslehrer streng.
„Ich dachte, ich soll rückwärts zählen.“
„Und du weißt nicht, was das bedeutet?“
„Doch“, sagte Mika und ruckte wieder seinen Stuhl in Richtung Rückwand.
„Ruhe die anderen!“, sagte der Vertretungslehrer, weil sich inzwischen die ganze Klasse darüber stritt, wie er das mit dem Rückwärts-Zählen wohl meinte.
„Und ihr dreht euch auch um!“, sagte der Vertretungslehrer zu Timo und Hanna, die genau wie Mika ihre Stühle umgedreht hatten.
„Ihr anderen nicht!“, rief der Vertretungslehrer, als wir anderen unsere Stühle umdrehten und plötzlich nur noch Mika, Timo und Hanna richtig herum saßen.
„Herr Lehrer“, meldete sich Pekka, als wir wieder alle in dieselbe Richtung schauten.
„Ja?“
„Heute ist bei uns Saunatag“, sagte Pekka und lächelte stolz. Pekka sagt manchmal einfach irgendwelche Sachen, und niemand weiß, warum.

Und alle LehrerInnen unter Euch wissen, dass es in jeder Klasse einen Pekka gibt 🙂 … Ella und ihre SchulkollegInnen verehren ihren Lehrer übrigens (also null Teacher-Bashing, keine Sorge!). Die Buchreihe ist nach der Ich-Erzählerin Ella benannt, aber in Ella in der Schule geht es um die ganze Klassengemeinschaft, das ist natürlich fabelhaft!

Ich wünsche allen ErstklässlerInnen und auch den „alten Hasen“ ein spannendes Schuljahr, in dem sie zusammen mit ihren KlassenkollegInnen viel zu lachen haben! Und uns Eltern starke Nerven, haha!

 

PS: Der 15. deutsche Ella-Band, Ella und der falsche Zauberer, kommt übrigens am 24. September in den Buchhandel. Ella und ihre KollegInnen – sie sind mittlerweile schon in der 3. Klasse – retten in dieser Geschichte ihren Lehrer, der plötzlich verdächtigt wird, ein Juwelendieb zu sein.

 

Timo Parvela. Ella in der Schule. München: dtv, 2017. 12. Auflage! 1995 auf Finnisch erschienen als Ella ja kaverit. Ins Deutsche übersetzt von Anu und Nina Stohner. Mit Bildern von Sabine Wilharm. Ella in der Schule ist der erste Band der Ella-Reihe.

Antje Damm: Frag mich!

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Zielgruppe: 4 – 100 Jahre

240 Seiten, stabiles Taschenbuch (offiziell: flexibler Einband) um € 15

Thema: 118 Fragen, um mit Kindern (und Erwachsenen) ins Gespräch zu kommen

Dieses Buch ist genial! Und zwar nicht nur, um mit Kids tiefgehende Gespräche zu führen, sondern auch mit Älteren. (Es mag natürlich seltsam anmuten, wenn man zum Gespräch im Caféhaus oder Altenheim ein Buch mitbringt und daraus Fragen vorliest, aber empfehlenswert ist es dennoch!) Die kurzen Texte können auch LeseanfängerInnen schon lesen. PädagogInnen empfehlen dieses Buch übrigens zur Sprachförderung.

Ich hatte es zufällig mit, als wir stundenlang im Stau standen, und die Zeit ist damit (und mit einer XXL-Packung Manner Wafferl) superschnell verflogen. Vielleicht eine Lektüre, die Ihr beim nächsten Urlaub einpacken wollt? Vermutlich findet Ihr sogar bei diesem Frage-Antwort-Spiel noch etwas Neues über Eure Liebste / Euren Liebsten heraus…

Die vier Töchter der Gießener Autorin haben am Buch mitgewirkt: Man merkt, dass in diesem Buch viel Herzblut, Fantasie und Einfühlungsvermögen stecken. Volle Empfehlung: tolles Buch!!

Antje Damm. Frag mich! Frankfurt: Moritz Verlag, 2017.

Wieland Freund: Krakonos

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Zielgruppe: Jugendliche von 10 – 14 Jahren

292 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,95

Themen: Rübezahl, Brüderbeziehung, digitale Welt, Natur

Die Brüder Nik und Levi leben zusammen mit anderen Jugendlichen und Kindern auf dem Campus der IT-Firma Qwip, für die ihre Eltern fast Tag und Nacht arbeiten. Der Alltag wird dominiert von Handys, PCs, Computerspielen, Laptops, autonomen Fahrzeugen und Videoüberwachung. Levi hält nichts von dieser digitalen Blase, sucht die Natur, auch wenn ihn das auf verbotene Wege führt. Sein Bruder ist bemüht, Levi zu decken und zu beschützen, wo er kann. Eines Nachts treffen sie jedoch auf den Naturgeist und Gestaltenwandler Krakonos, den man auch Rübezahl nennt. Er wird von einem erbarmungslosen Sonderkommando gejagt, das ihn töten will. Nur die Mythobiologin Emma, die einst zur Überwachung des Berggeistes abgestellt wurde und nun Teil des Sonderkommandos sein muss, will Krakonos schützen. Eine spannende Jagd beginnt, bei der auch die beiden Jungs ins Visier der Technokraten geraten.

Wieland Freund gelingt es mühelos, eine glaubhafte und fesselnde Geschichte im Spannungsfeld zwischen hochtechnologisierter Gegenwart und sagenhafter Naturwelt anzusiedeln. Zur aufregenden Jagd auf Rübezahl kommt auch noch die interessante Beziehung zwischen Nik und Levi. Letzterer erscheint zu Beginn des Romans autistisch, seltsam technologiefremd und eigenbrötlerisch. Später wird Nik entdecken, dass Levis Interesse an der Natur und Zuneigung zu Tieren durchaus ihre Berechtigung hat und dank Levi in eine neue Denkart und Sichtweise eintauchen. Ein tolles, sehr empfehlenswert Buch, das 2018 mit dem Leipziger Lesekompass und dem Rattenfänger Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Der 1969 geborene Wieland Freund, dessen Vater Germanistikprofessor war, arbeitet als Journalist, Autor von Kinder-und Jugendbüchern und Literaturkritiker in Berlin. Der Vater dreier Kinder ist auch als Übersetzer tätig. Zusammen mit Andrea Wandel hat er Steve Coles _Astrosaurier_-Bücher aus dem Englischen übertragen.

Dieses Buch ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 nominiert. Toitoitoi :-)!

Wieland Freund. Krakonos. Weinheim: Beltz & Gelberg Verlag, 2017.

Florian Beckerhoff: Nickel und Horn: Zwei Detektive mit Durchblick

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Zielgruppe: für Kinder von 5 – 9 Jahren

144 Seiten, gebundene Ausgabe um € 12,99

Themen: Detektive, Tiere, Abenteuer, Diebstahl, Brille

Die weitsichtige Meerschweinchendame Nickel und ihr Freund Horn, ein kurzsichtiger Papagei, leben mit dem ruhebedürftigen Hund Schlappi und seinem Herrchen, einem pensionierten Detektiv von 90 Jahren, zusammen. Als die beiden Brillenträger einen Einbrecher beobachten und der Nachbarsjunge Paul sie tags darauf um Hilfe bittet, weil sein Hinterafrikanisches Pupsetier verschwunden ist, gibt es für die tierischen Schnüffler kein Halten mehr.

Witzige, pointenreiche, kurzweilige Detektivgeschichte für Mädchen und Jungs ab 5 Jahren. Auch die Bilder von Barbara Scholz sind einsame Klasse! Das tolle Buch wurde völlig zurecht mit dem Leipziger Lesekompass 2018 prämiert.

Der 1976 in Zürich geborene und nun in Berlin lebende Schriftsteller ist wahrscheinlich vielen durch seinen Debutroman _Frau Ella_ bekannt, der 2013 mit Ruth Maria Kubitschek und Matthias Schweighöfer verfilmt wurde. Nickel und Horn: Zwei Detektive mit Durchblick ist sein Debut als Kinderbuchautor. Auf seiner Homepage hat der zweifache Vater übrigens einen nächsten Nickel und Horn-Fall in Aussicht gestellt. Yippie!

Florian Beckerhoff. Nickel und Horn: Zwei Detektive mit Durchblick. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2017. Mit Bildern von Barbara Scholz.

Tanja Kummer: Cat Cat

Zielgruppe: für Mädchen von 9 – 12 Jahren

128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 17,90

Themen: Freundinnen, Katzen, Klassengemeinschaft, Clique, Individualität

Leselevel: ♦♦♦◊◊
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Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
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Ein Geheimtipp aus der Schweiz! Dieses absolut empfehlenswerte Buch über Freundschaft und Katzenliebe ist ab 20.8. im Buchhandel erhältlich.

In Cat Cat geht es um die frisch übersiedelte, elfjährige Catrin, die sich in einer neuen Klasse einfinden muss. Ihre Klassenkolleginnen machen sich über sie lustig, nur ihre Banknachbarin Sofia freundet sich mit ihr an – hier eine Szene zu Beginn des Buches, auf dem winterlichen Pausenhof:

In der Mitte des Schulhofes stehen die kluge Leni und Emily-Grace, das Mädchen mit der pinken Haarsträhne. Um sie herum summen die anderen Mädchen der Klasse wie Bienen um ihre Königin.

„Worüber reden die?“, will Catrin wissen.

„Emily-Grace redet sicher über die Turnstunde am Nachmittag.“

Während sie spricht, steigt über Emily-Graces Kopf der Dampf ihres Atems auf.

„Warum, was macht ihr denn in der Turnstunde?“, will Catrin wissen. In Sport ist sie gut. In der alten Klasse wollte sie jeder in der Mannschaft haben, weil sie schnell ist wie ein Gepard.

„Was man halt so macht. Aber es geht nicht darum, was wir machen. Es geht darum, dass Leni und Emily-Grace immer die Besten sein wollen.“

„Und sind sie es auch?“

Catrin ist gespannt auf die Antwort. Das wäre doch total unfair, wenn Leni nicht nur klug, sondern auch noch eine Sportskanone wäre!

„Nein, sie sind nicht die Besten. Das bin ich.“

Catrin sieht sie überrascht an.

„Du?“

„Ja, ich“, sagt Sofia, „aber es interessiert mich nicht.“

Die Glocke schrillt. Sofia steht auf und geht Richtung Schulhauseingang. Catrin sieht ihr nach. Eigentlich geht Sofia nicht, sie schlurft eher. Und dieses Mädchen soll die Beste in Sport sein? Das ist ja komisch, denkt Catrin. Irgendwie ist das eine komische Schule. (Seite 19 – 20)

Als Catrins alte, heißgeliebte Katze stirbt, wird sie von Tag zu Tag katzenartiger: Sie jagt zum Beispiel einer herumwirbelnden Plastiktüte nach, faucht einen Hund an und möchte nicht mehr duschen. Was bei der Ingroup ihrer Klassenkameradinnen gut ankommt, stößt bei Sofia auf Ablehnung: „Katzen sind Katzen. Und Menschen sind Menschen. Menschen sollten keine Katzen werden. Menschen sollten einfach netter werden. So nett wie Katzen“, schreibt sie Catrin. Die Alpha-Mädels sind jedoch hin und weg, als Catrin den Lehrer anfaucht. Sie bekommt den Spitznamen „Cat Cat“ verliehen und wird zur Anführerin des „Cat Clubs“ ernannt. In diesen erlauchten Club wird nur aufgenommen, wer eine Mutprobe besteht. Doch die Aufnahmeprüfungen werden immer ärger, und als der Club zum zweiten Mal mit dem Gesetz in Konflikt gerät, schreiten die Eltern ein.

Ein spannendes Buch über Cliquenbildung und wahre Freundschaft, das vielen Mädchen ein guter Ratgeber in Freundschaftsfragen sein wird.

Die Geschichte ist wunderbar in der Gegenwart verankert, mit Selfies, DSDS-Auftritten,  Skype-Anrufen und witzigen Teenie-Kürzeln wie „hdl“ und „whdmfg“. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte fein formuliert und wird auch „gehobenen Ansprüchen“ genügen ;-). Die jugendliche Sprache und Erzählwelt spricht die jungen Leserinnen sicher an.

Ab und zu finden sich im Buch Schweizer Ausdrücke, was ich sehr charmant und authentisch finde, denn die Handlung spielt ja in der Schweiz. So gehen Catrin und ihre Mutter einmal „schlitteln“ und vor dem Sport wird „eingewärmt“. Der Kontext klärt die wenigen landestypischen Bezeichnungen – und außerdem: Hat das Wienerisch der Nöstlinger-Bücher auch nur ein Kölner Kind verschreckt?!?

Preislich liegt das Buch eher im oberen Segment, aber da es optisch sehr ansprechend ist (mit Glitzer, yeah!) und inhaltlich nicht nur eine tolle Geschichte sondern auch noch eine Art Freundschaftsratgeber bietet, würde ich Euch durchaus zu dieser Investition raten. Vielleicht könnt Ihr es auch auf die Wunschliste Eurer öffentlichen Bücherei schreiben? Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich beim Aris Verlag fürs Zusenden eines Exemplars – ist natürlich eine besonders feine Sache für Buchliebhaberinnen, wenn man ein Buchjuwel schon vor Publikationstermin lesen darf.

Die Autorin Tanja Kummer lebt übrigens in Zürich und publizierte bislang Lyrik, Kurzgeschichten und einen Roman. Sie tritt auch als Spoken Word-Künstlerin auf. Cat Cat ist ihr erstes Kinderbuch. Im Herbst wird es einige Buchevents zu Cat Cat geben (auf ihrer Homepage gibt’s Details).

Tanja Kummer. Cat Cat. Embrach: Aris Verlag, 2018.

Tuutikki Tolonen Monsternanny: Ein unterirdisches Abenteuer

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung:♦♦♦◊◊
Humor:♦♦♦♦♦
Spannung:♦♦♦♦♦
Gefühl:♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: Mädchen und Jungen von 9-12 Jahren

288 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,00

Themen: Familie, Monster, Waldgeister, Abenteuer

Eigentlich bin ich bei gehypten Büchern wie der Monsternanny immer vorsichtig. Die Aufmachung ist dermaßen cool und zielgruppengerichtet, dass man eher eine Marketingblase als ein fantastisches Kinderbuch erwartet. Allerdings kommt im Buch ein flauschiges Kindermädchen-Monster vor, deshalb musste ich es kaufen. Und siehe da: Monsternanny ist ein wundervolles Buch, fabelhaft konzipiert und witzig erzählt. Leider habe ich aus Versehen Band 2 bestellt, aber ich bin mir sicher, Band 1 ist genauso genial, also bitte dort starten.

In Teil 1 stößt das große, staubige Monster Grah zur Familie von Maikki, Hilla und Kaapo. Es wird die Nanny der drei recht unterschiedlichen Kinder (und wie sich herausstellt, werden auch die Nachbarskinder von Monsternannys gehütet). Band 2 beginnt damit, dass alle Monsternannys nach Hause gehen. Der kleinen Maikki gelingt es, ebenfalls in die unterirdische Welt zu schlüpfen; sie möchte herausfinden, wo Grah wohnt. Ein großes Abenteuer beginnt.

Die Geschichte ist kreativ, originell und lustig; dazu kommt noch die spritzig-freche Erzählweise (beziehungsweise die tolle Übersetzung von Anu Stohner). Hier lädt zum Beispiel die mutige Maikki den Türwächter der Unterwelt zu sich nach Hause ein, denn er würde so gerne wissen, was ein Badezimmer ist:

„Du kannst gerne mitkommen, wenn wir später nach Hause gehen. Dann finden wir auch den Heimweg leichter als ohne dich.“
So stellte Maikki sich das vor, aber Hilla anscheinend nicht. „Spinnst du, oder was?“, pampte sie ihre kleine Schwester an. „Wir müssen doch erst Mama fragen, bevor wir jemanden nach Hause einladen. Und neuerdings vielleicht sogar Papa.“
„Mit Papa könnte es schwierig werden“, sagte Maikki. Dass ihre große Schwester sie anpampte, war nicht nett, aber trotzdem konnte sie in dem Fall recht haben.
„Eben“, sagte Hilla.
„Ist es in eurem Badezimmer gefährlich?“, fragte der Türwächter.
„Nein, dort passiert einem nichts. Höchstens kommt mal zu kaltes Wasser aus der Dusche“, erklärte Hilla.
Der Türwächter hörte gar nicht mehr auf, den Kopf zu wiegen. „Ich möchte sehr gerne einmal euer Badezimmer aufsuchen“, sagte er.
Hilla rollte mit den Augen, aber Maikki blieb freundlich. „Das kriegen wir schon hin“, sagte sie (168-169).

Die super Illustrationen von Pasi Pitkänen sind überaus ansprechenden. Das ganze Buch ist rundum gelungen. Damit werden die Kids viel Freude haben.

Die Namen der handelnden Figuren haben es schon verraten: Das Kinderbuch spielt in Finnland; Autorin und Illustrator sind Finnen. Die 1975 geborene Tuutikki Tolonen ist Kinderbuchautorin und Reporterin für Finnlands Kinderliteraturzeitschrift Vinski. Ihr Sohn hat den Anstoß zu Monsternanny geliefert, als er im Alter von 6 Jahren zu seiner Mama sagte: „Ich habe gestern im Radio gehört, dass alle Mütter in den Urlaub fahren und Monster für sie einspringen.“ Vielleicht sollten wir auch tolle Sager unserer Kinder zu witzigen Geschichten und Kinderbüchern weiterspinnen! Tuutikki Tolonen ist jedenfalls Großartiges gelungen!

Tuutikki Talonen Monsternanny Ein unterirdisches Abenteuer Buchempfehlung Buchtipp genailes Kinderbuch Kinderbuchblog Brigitte Wallinger

Tuutikki Tolonen. Monsternanny: Ein unteriridisches Abenteuer. München: Carl Hanser Verlag, 2018. Mit Illustrationen von Pasi Pitkänen. Übersetzt von Anu Stohner.

M. G. Leonard: Käferkumpel

M G Leonard Käferkumpel Kaeferkumpel Britt Somann Jung Brigitte Wallinger Kinderbuchblog Jugendbuchblog geniales Buch fuer Kinder Buchtipp Buchempfehlung Mädchen und Jungen Kinder
Zielgruppe: Kinder von 10 – 14 Jahren

336 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14,99

Themen: Käfer, Freundschaft, Familie, Genforschung

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦♦
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Der Vater des dreizehnjährigen Darkus Cuttle verschwindet spurlos. Mit Hilfe seiner Menschen- und Käfer-Freunde kann er einen Teil des Rätsels in diesem ersten von drei genialen Bänden lösen. Käferkumpel ist so temporeich und spannend wie ein guter Film und bringt die Leserschaft dazu, Käfer von nun an mit ganz anderen Augen zu sehen. Zwei Daumen nach oben für dieses geniale Buch (und dessen ebenso geniale Übersetzerin Britt Somann-Jung, die ich in einem Übersetzungsworkshop in Wolfenbüttel zufällig kennengelernt habe). Chicken House, das zum Carlsen Verlag gehört, hat übrigens erst gestern bekannt gegeben, dass M.G. Leonard gerade das Drehbuch für die TV-Realverfilmung der Trilogie schreibt. Juhuuu!

Aber fangen wir mal bei der Story an: Darkus Vater ist von einem Tag auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt. Obwohl der Rest der Welt vermutet, dass sich Dr. Bartholomew Cuttle das Leben genommen hat, weiß der Junge instinktiv, dass dem nicht so ist. Er wird von seinem Onkel Max aufgenommen und beide beginnen ihre Detektivarbeit. Aufgrund des neuen Wohnortes kommt Darkus allerdings an eine neue Schule, wo er schnell aneckt. Virginia Wallace und Bertolt Roberts helfen ihm aus der ersten brenzligen Situation auf dem Pausenhof und beschließen, Darkus bei der Suche nach seinem Vater zu helfen. Kurz bevor der Schultyrann Robby und seine Lakeien, „ die Klone“, Darkus auf der Straße angreifen, lernt er einen riesigen Nashornkäfer kennen, der ihn zu verstehen scheint. Als die Mobber auf Darkus losgehen, passiert folgendes:

Der riesige schwarze Käfer schoss plötzlich in Robbys Gesicht und flog zischend – fast spuckend – gegen ihn an, wie eine Königskobra.
„Was zur Hölle ist DAS?“ Robby machte einen Satz rückwärts, als hätte man ihm einen Elektroschock verpasst.
„Wonach sieht es denn aus?“ Darkus mühte sich auf die Knie, sein Verstand arbeitete schnell. „Das ist mein Käfer.“
(…) Plötzlich steuerte der Käfer auf die verängstigten Jungen zu und ließ sein Horn an ihren Gesichtern vorbeisausen.
Darkus fiel die Kinnlade herunter.
„Der hat es auf mich abgesehen!“, kreischte einer der Klone und duckte sich.
„Der kommt im Sturzflug!“, schrie ein anderer.
„Haltet euch die Augen zu!“, rief Darkus. „Oder er … äh … bringt eure Augäpfel zum Platzen.“ Er bluffte nur. „Diese Käferart heißt, äh, Augen-Ausstecher!“
Der Käfer sauste wie ein Mini-Kampfflugzeug über die Köpfe der kauernden Jungs hinweg und zischte ihnen in die Ohren, bevor er wieder zu Darkus abdrehte. Als er das Insekt wieder auf seiner Schulter landen fühlte, gab er sich größte Mühe, seine Überraschung und seine Freude vor den Jungen zu verbergen, die vor ihm im Staub krochen. Mit dem majestätischen Käfer auf seiner Schulter fühlte er sich stark. Das war neu für ihn und er mochte es.
„Du bist ein verdammter Irrer!“, schrie Daniel Dowie, der die Hände von den Augen nahm und rückwärtsstolperte. „Durchgeknallter Käferjunge!“
„Wie du meinst.“ Darkus lächelte. Die Sache fing an ihm Spaß zu machen. „Aber der Augen-Ausstecher und ich, wir sind ein Team, weißt du, und wenn du mir nochmal zu nahe kommst, finden wir heraus, wo du wohnst, und dann kommt mein Freund hier mitten in der Nacht durch den Briefschlitz gekrabbelt und sticht dir im Schlaf die Augen aus.“

(Seite 47-49)

Der Käfer, den Darkus gleich Baxter nennen wird, ist in Wirklichkeit natürlich keine Insektenwaffe, aber ungewöhnlich intelligent und groß ist er schon … Jedenfalls sind er und Darkus von nun unzertrennlich. Im Laufe der Recherchen stößt der Junge noch auf einen riesengroßen Haufen weiterer derart auffälliger Käfer, und die Spur führt zur verrückten Modedesignerin Lucretia Cutter.

Durch die Lektüre dieser lustigen und fesselnden Geschichte entflammt auch eine echte Faszination für Käfer und für wissenschaftliche Forschung, und man weiß dann bestens Bescheid über Elytren, DNS, Stridulation, Setae und vieles mehr. Was, das sagt Dir nichts?!? Dann musst Du Käferkumpel unbedingt lesen!

M. G. Leonard. Käferkumpel. Hamburg: Carlsen, 2018. Übersetzt von Britt Somann-Jung.
Britt Somann Jung Buchtipp Buchempfehlung Kinderbuchblog Jugendbuchblog Brigitte Wallinger

Mary Pope Osborne. Das magische Baumhaus: Der geheimnisvolle Ritter

Mary Pope Osborne Das magische Baumhaus Der geheimnisvolle Ritter Buchtipp Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Jugendbuchblog Buchempfehlung zum Selberlesen ab 8 Jahren
Zielgruppe: Jungen und Mädchen ab 8

96 Seiten, gebundene Ausgabe um € 7,95

Themen: Ritter, Kerker, Waffenkammer, Baumhaus, Geschwister

Leselevel: ♦♦◊◊◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦◊
Elternvergnügen:♦♦♦♦◊

Der geheimnisvolle Ritter von Mary Pope Osborne ist ein schönes Buch zum Selberlesen für Kinder ab 8. Es ist Band 2 der 53 deutsche Titel umfassenden Kinderbuchserie Das magische Baumhaus. Mit besagtem Baumhaus und dessen Büchern können sich die Geschwister Philipp und Anne an einen Ort ihrer Wahl teleportieren. In Der geheimnisvolle Ritter erkunden die beiden eine Ritterburg. Im Prinzip ist das Buch ein Rittersachbuch, dessen Infos in eine spannende Geschichte verpackt sind. Die Seitenzahl ist begrenzt und somit ideal für Kinder, die noch nicht so lange selber lesen. Das Baumhaus ist bei vielen meiner jüngeren Verwandten äußerst beliebt, besonders oft wurde mir außer dem Ritterband noch Im Tal der Dinosaurier und Das Geheimnis der Mumie empfohlen.

Mein Exemplar von Der geheimnisvolle Ritter wurde übrigens 2013 gedruckt, und zwar in der 15. Auflage! Unglaublich… Die 1949 geborene Erfolgsautorin hat einen beeindruckenden Lebenslauf: Als Kind lebte sie auf verschiedensten US-Militärstützpunkten (unter anderem in Österreich!), als junge Frau erlebte sie in vielen Ländern Unglaubliches (Höhlenleben auf Kreta, Erdbeben in Afghanistan, Blutvergiftung in Kathmandu, … Am besten besucht Ihr ihre offizielle Homepage und lest die ganze Lebensgeschichte nach) und schließlich, als sie ihre Berufung, das Schreiben, fand, kam der ganz große Erfolg mit ihren wunderbaren Baumhausbüchern.

Mary Pope Osborne. Das magische Baumhaus: Der geheimnisvolle Ritter. Illustrationen von Jutta Knipping. Bindlach: Loewe Verlag, 2000. Übersetzt von Sabine Rahn.

https://www.mthclassroomadventures.org/gift-time/marys-story

Christine Nöstlinger: Fußballgeschichten vom Franz

Christine Nöstlinger Fußballgeschichten vom Franz Buchtipp WM Kinderbuchempfehlung Brigitte Wallingers Kinderbuchblog
Zielgruppe: Jungen und Mädchen ab 6 Jahren
64 Seiten, gebundene Ausgabe um € 7,99
Themen: Fußball, Freundschaft, Streit

Leselevel: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦♦
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Das Fußballfieber hat alle WM-Fans gepackt, genauso wie den Franz, eine beliebte Kinderbuchfigur von Christine Nöstlinger. Der liebenswerte Knirps mit der Wuschelmähne und der Piepsistimme erlebt humorvolle Abenteuer und macht so ziemlich alles durch, was ein Kinderherz bewegt. In dieser Geschichte geht er beim Fußballspielen mit seinen Klassenkameraden k. o., als ihn „ein hundsgemein scharfer Ball“ am Kopf trifft (8). Die Jungs lassen ihn daraufhin nicht mehr mitspielen, weil er „zu ‚mickrig‘ für ein ‚hartes Match‘“ sei (13). Als dann aber dem „FC Girls“ die achte Spielerin abhanden kommt, springt der Franz ein. Ein Bub im Mädchenteam, na das kann ja heiter werden… 🙂

Von 1984 bis 2011 veröffentlichte Christine Nöstlinger, die Grande Dame der österreichischen Kinderbuchszene, ihre Franzgeschichten. Alle 19 Franzbücher, die übrigens von Mister Olchi, Erhard Dietl, bebildert wurden, sprechen der jungen Leserschaft Mut zu – und den kann man immer brauchen, nicht nur beim Kicken!

Wie die österreichische Tageszeitung Der Standard am 22.6.2018 berichtete, gab Christine Nöstlinger wenige Wochen vor ihrem Tod bekannt, keine Kinderbücher mehr schreiben zu wollen. „Wie soll ich denn wissen, was Kinder bewegt, wenn sie einen halben Tag lang über dem Smartphone sitzen“, wurde die Autorin zitiert. Auch Andreas Steinhöfel, der Verfasser von Rico, Oskar und die Tieferschatten, sagte mir in Wolfenbüttel, es falle ihm schwer, sich in den Quasi-Autismus der Jugendlichen hinein zu fühlen. Ich finde das irgendwie traurig, aber heutzutage verbringen Teenies eben wirklich viel Zeit mit ihrem Smartphone. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass unsere Kids weiterhin gerne gute Bücher lesen.

Am 28. Juni 2018 verstarb diese wundervolle Schriftstellerin in ihrer Geburtsstadt Wien. Sie war eine der ersten KinderbuchautorInnen, die den Kids auf Augenhöhe begegneten, die Eltern in ihre Bücher einbanden, die unrecht hatten, und die die Kleinen nicht vor unangenehmen Themen fern hielten. Für sie waren Kinderbücher keine „Pädagogikpillen, gewickelt in buntes Geschichterlpapier“ (zitiert im Standard-Nachruf vom 13.7.18). Sie war eine freie Frau mit großem Herz und dicker „Zivilisationshaut“. Nicht besonders kinderlieb, wie sie einmal augenzwinkernd in der TV-Sendung Willkommen Österreich sagte, sondern sehr menschenlieb. Heiß und innig liebe ich ihre Bücher, und ich bin mir sicher, dass auch die kommenden Generationen den Franz, die Friederike und Gretchen Sackmeier verehren werden.

Christine Nöstlinger. Fußballgeschichten vom Franz. Bilder von Erhard Dietl. Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger, 2002.

Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten

Andreas Steinhöfel Rico Oskar und die Tieferschatten Buchempfehlung Kinderbuchblog Brigitte Wallinger Feuer und Flamme für junge Literatur Buchtipp geniales Kinderbuch
Zielgruppe: Kinder von 9 bis 13 Jahren
Leselevel: 4 von 5 Schwierigkeitsstufen
Wissenssteigerung: 3 von 5 Wissensstufen
Humor: 5 von 5 Punkten
Spannung: 5 von 5 Punkten
Gefühl: 5 von 5 Punkten
Elternvergnügen: 5 von 5 Punkten

224 Seiten, TB um € 6,99

Themen: Freundschaft, Krimi, Tief- und Hochbegabung

Ein witziges, spannendes und exzellent geschriebenes Buch über das Dreamteam Rico und Oskar, der eine tiefbegabt, der andere hochbegabt. Sie leben in Berlin, freunden sich an und lösen einen Kriminalfall (ein Kindesentführer treibt sein Unwesen). Alles beginnt damit, dass der Erzähler, der leicht beeinträchtigte Rico, eine in Sauce getunkte Rigatoni auf dem Gehsteig findet. Überraschenderweise beschäftigt es ihn, wer wohl so etwas aus dem Fenster wirft, und er macht sich auf die Suche nach dem Fundnudelursprung. Dabei lernen die Leser nicht nur Ricos Nachbarschaft, das einfühlsam beschriebene Biotop rund um die Dieffenbachstraße in Kreuzberg, kennen, sondern Rico trifft bei seinen Recherchen auch auf den schlauen Oskar, der stets einen Vollvisierhelm trägt (schließlich ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste). Ihr erster gemeinsamer Ausflug soll aufs Dachgeschoss von Ricos Wohnblock führen, aber sie sind im Stiegenhaus zu laut, was den miesepetrigen Nachbarn Herrn Fitzke auf den Plan ruft:

Im nächsten Moment krachte es, eine Tür flog auf und eine Welle üblen Geruchs schlug uns entgegen. Fitzke stand in seinem verlotterten gestreiften Schalfanzug vor uns wie der Racheengel aller Altkleidersammler. Seit ich ihn am Samstag zuletzt gesehen hatte, hatte er sich immer noch nicht rasiert und anscheinend auch nicht gekämmt, und da hatte er schon ausgesehen wie ein Wischmopp, der in einer Steckdose steckt.
„Geht’s noch lauter, ja?“, polterte er los. „Ich hab’s am Herzen! Was soll denn dieser Lärm im –“ Er unterbrach sich und starrte überrascht Oskar an, der mindestens drei Meter kleiner war als er. Oskar klappte blitzschnell sein Visier runter und starrte zurück.
„Was bist denn du für’n komischer Vogel? Hat der Schwachkopf sich Verstärkung aus der Klapsmühle geholt, oder was?“
Keine Antwort.
„Kannste nicht sprechen?“ Fitzke klopfte mit einem Finger dreimal fest auf den Helm. „Hallo? Ich hab dich was gefragt!“
„Sie müffeln!“, dröhnte Oskar plötzlich durch das Visier. „In den Entwicklungsländern ist mangelnde Hygiene eine der häufigsten Todesursachen! Sie sollten dankbar sein, dass es bei uns fließendes warmes Wasser und Seife gibt. Und Sie sollten davon Gebrauch machen.“ (Seite 75-76)

Besonders charmant an diesem Buch finde ich Steinhöfels Wortschöpfungen (man speist zum Beispiel abends keine belegten Brötchen sondern „Müffelchen“), die überraschenden Vergleiche von Rico („Eine Depression ist, wenn alle deine Gefühle in einem Rollstuhl sitzen. Sie haben keine Arme mehr und es ist auch gerade niemand zum Schieben da. Womöglich sind auch die Reifen platt. Macht sehr müde.“ Seite 163) und die großteils nicht vorhersehbare Handlung sowie das sehr spannende Ende, das den jüngeren LerserInnen schon einen Schauer über den Rücken jagen wird. Es wundert mich überhaupt nicht, dass dieses wunderbare Buch 2014 verfilmt wurde und 2009 den Deutschen Jugendbuchpreis und den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis erhalten hat.

Übrigens hat Andreas Steinhöfel bei einer Lesung in Wolfenbüttel (siehe auch hier) im Juni 2018 erzählt, welche kulturell bedingten Veränderungen in den Übersetzungen seiner Rico, Oskar und…-Bücher vorkommen: Aus der koreanischen Übersetzung wurde z. Bsp. das homosexuelle Paar entfernt, in den USA strich man die Begutachtung der „Hängebusen“ von Ricos Mutter, in Saudi-Arabien bestand man darauf, dass den zwei nacktbadenden Jungs am Cover von Band 3 ein Höschen verpasst werde, und der englische Verlag wollte partout, dass die Handlung nach London verlegt werde (dem gab Steinhöfel nicht nach, daraufhin verweigerte der Verlag die Publikation der englischen Ausgabe, was auch eine US-Verfilmung verhinderte).

Der sympathische Autor hat unter anderem den Erich-Kästner-Preis für Literatur, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk und den James-Krüss-Preis erhalten. Als erster Kinder-und Jugendbuchautor ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Steinhöfel hatte die Geschichte ursprünglich als Trilogie geplant, allerdings schrieb er dann noch einen vierten Band, in dem das Duo um zusätzliche Kinder erweitert wird. Ein fünfter Band ist laut Wikipedia in Planung und soll die Bandengeschichte abschließen. Der erste Band, Rico, Oskar und die Tieferschatten, wurde auch fürs Theater adaptiert, es gibt ein Hörbuch, ein Musical, Unterrichtsmaterialien und vieles mehr. Dieses Buch ist auf allen Ebenen ein voller Erfolg!

Andreas Steinhöfel. Rico, Oskar und die Tieferschatten. Hamburg: Carlsen Verlag, 2008.