Silke Schlichtmann und Maja Bohn: Mattis und die Sache mit den Schulklos

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Wissenssteigerung: ♦♦◊◊◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 6 – 9 Jahren
64 Seiten, gebundenes Buch um € 10

Themen: gute Ideen / Lausejunge, Schule, Klassenzimmer, Lehrer, Schüler, Edding, Kunst, Beschwerdebriefe, Schulanfänger, ErstleserInnen

Silke Schlichtmanns Mattis und die Sache mit den Schulklos ist ein herrlich witziges Erstlesebuch mit tollen Illustrationen von Maja Bohn.

Mattis Hansen, ein moderner Michel von Lönneberga, ist acht Jahre alt und kommt regelmäßig mit Briefen von der Schule nach Hause – die sind natürlich keine Fanpost von Lehrer Storm. Als der Direktor einmal seine SchülerInnen über Lautsprecher auffordert, sich eine Lösung für die stark verschmutzten Schultoiletten und die arg überdüngte Schulhecke auszudenken, fällt dem erfinderischen Mattis die perfekte Lösung ein. Ob die auch Herrn Storm und seien Eltern begeistert? Ich will nicht zu viel sagen, nur folgende Warnung: Lasst Euer Kind bloß nie mit einem Edding in die Schule gehen!!

Autorin Silke Schlichtmann erzählt die lustige Geschichte in wenigen Worten und kurzen Sätzen. Trotzdem bleiben Vergnügen und Qualität nicht auf der Strecke. Mattis ist ein Buch für ErstleserInnen, das trotz einfacher Satzstruktur und Wortschatz großen Spaß und Freude macht. Da schreit das Mutterherz „Hurra!“

Dieses Buch ist übrigens Band 2 der beliebten, bei Antolin gelisteten Mattis-Reihe von Silke Schlichtmann (*1967). Band 1 heißt Mattis und das klebende Klassenzimmer, Band 3 Mattis – Schnipp, schnapp, Haare ab (sehr vielversprechend!!). Die Schriftstellerin ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, war als freie Wissenschaftlerin und Lektorin tätig und lebt mit Mann und vier Kindern in München. Mit Biluma und das Gummischlangengeheimnis war sie 2018 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. 2019 wurde Silke Schlichtmann von den deutschen BuchhändlerInnen, BibliothekarInnen und der IG-Leseförderung des Börsenvereins zur Lesekünstlerin des Jahres gewählt.

Die Illustratorin Maja Bohn (*1968) war Buchhändlerin und arbeitete im Verlagswesen, bevor sie Kommunikationsdesign studierte und groß rauskam. Ihr kennt vermutlich ihre tollen Illustrationen zu Kirsten Boies Thabo: Detektiv und Gentleman, zu Thilo Refferts Linie 912, zum Großen Michael Ende Vorlesebuch und vielem mehr.

Silke Schlichtmann. Mattis und die Sache mit den Schulklos. München: Carl Hanser Verlag, 2019. Mit Illustrationen von Maja Bohn.

Frank Schwieger und Ramona Wultschner: Ich, Zeus, und die Bande vom Olymp

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 9 – 13 Jahre (und darüber hinaus)
264 Seiten, TB um € 9,95

Themen: griechische Götter, griechische Helden, griechische Sagen

Sehr zu empfehlen, dieses unterhaltsame Buch voller spannender Geschichten und Mythen, quasi ein Freundschaftsbuch der wichtigsten Leute des antiken Griechenlands. Die besten griechischen Sagen von den Göttern, Göttinnen, Heldinnen und Helden selbst erzählt! Von A wie Ariadne bis Z wie Zeus sind alle Schwergewichte der Götterwelt beschrieben, mit witzigem Bild, lustigem Steckbrief und kurzer, fesselnder Erzählung ihrer Story. So macht Geschichts- bzw. Lateinunterricht Spaß!

Frank Schwieger, geb. 1968, ist ein deutscher Kinder- und Jugendbuchautor sowie Latein- und Geschichtelehrer. Seine Bücher spielen oft in der Antike. Die Illustratorin Ramona Wultschner, Jahrgang 1987, wirkt bei Trickfilmproduktionen, Kinderbüchern und Spiele-Entwicklungen mit. Ihre Illustrationen verleihen den alten Sagengeschichten die Coolness, die die jungen LeserInnen brauchen, um einen Zugang zur Antike zu finden.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei dtv junior für das Rezensionsexemplar!

Diese empfehlenswerte Reihe umfasst auch:

Frank Schwieger. Ich, Odin, und die wilden Wikinger: Götter und Helden erzählen nordische Sagen. München: dtv, 2019. Mit Illustrationen von Ramona Wultschner.

Frank Schwieger. Ich, Caesar, und die Bande vom Kapitol: Live aus dem alten Rom. München: dtv, 2018. Mit Illustrationen von Ramona Wultschner.

Frank Schwieger. Ich, Zeus, und die Bande vom Olymp: Götter und Helden erzählen griechische Sagen. München: dtv, 2019. Mit Illustrationen von Ramona Wultschner.

Verena Friederike Hasel und Iris Wolfermann: Wir Rüben aus der großen Stadt

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Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: 7-10 Jahre
128 Seiten, gebundene Ausgabe um € 14
Themen: Familie, Freunde, Schule, Selbständigkeit, Großfamilie, Zusammenleben, Akzeptanz

Flora ist 8 und erzählt in Wir Rüben aus der großen Stadt von ihrem kunterbunten Großfamilienleben: Ihre Eltern und 3 andere Familien wohnen in einem Baugruppe-Haus zusammen, in der Rübezahlstraße 8. Der Alltag der 12-köpfigen „Rüben-Sippe“ ist herrlich turbulent und amüsant – und auch inspirierend, denn ein Einfach-so-obwohl-gerade-weil-Fest sollte wirklich jeder im langweiligen Jänner feiern.

Nach und nach lernen wir die liebenswerten Figuren kennen, lesen von den chaotischen Morgenstunden und dem Zusammenhalt der Rasselbande, von den Herausforderungen eines Berufslebens trotz Kinder und dem Selbständigwerden trotz Eltern, von Eifersüchteleien und Versöhnung.

Verena Friederike Hasel ist ein wunderbar unterhaltsamer und herzerwärmender Kinderroman gelungen. Auch Iris Wolfermanns ansprechende Zeichnungen lassen den Funken des lustigen Großfamiliendaseins überspringen. Flora sagt: „Mit einer Familie ist es wie mit Gummibärchen: je mehr, desto besser“ (7). Das Gleiche gilt auch für so bezaubernde Kinderbücher!

Ich danke dem Peter Hammer Verlag sehr herzlich für das Rezensionsexemplar!

Verena Friederike Hasel. Wir Rüben aus der großen Stadt. Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 2018. Mit Zeichnungen von Iris Wolfermann.

Lois Lowry: Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby (Und wie am Ende alle glücklich wurden)

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦◊◊
Humor: ♦♦♦♦◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: ab 11 Jahren

176 Seiten; wunderschönes, gebundenes Buch um € 12,95


Themen: Familie, Geschwister, Eltern-Kind-Beziehung, Kindermädchen, Waisen, reicher Wohltäter, Patchwork-Familie, skurille Geschichte, schwarzer Humor, Intertextualität

Gleich vorweg: Für Liebhaber der heilen Welt ist dieses Buch nichts, denn die Willoughby-Eltern mögen ihre vier Kinder Timothy, Barnaby A, Barnaby B und Jane nicht, und auch die Kinder können ihre Eltern nicht ausstehen. Die skurrile Geschichte ist trotzdem hinreißend – und irrsinnig witzig!

Worum geht’s in diesem schrägen Kinderroman im Stil von Roald Dahl? Die Eltern der Willoughby-Kinder gehen auf eine gefährliche Abenteuerreise und lassen ihre Kinder in der Obhut eines Kindermädchens zurück. Die singt und tanzt zwar nicht wie Mary Poppins, ist aber ein ebenso großer Segen und führt die Kids schlussendlich zum Happy End. Leider, leider versterben die Eltern auf einer halsbrecherischen Bergtour in den Alpen.

In der Nachbarschaft wohnt zufälligerweise ein reicher Schokoladenfabrikant, Kommandant Melanoff, der die Rasselbande aufnimmt und ihr ein liebevolles Zuhause bietet. Vor Kurzem steckte er noch in einer großen Krise, denn seine pedantische Frau und ihr gemeinsamer Sohn wurden in der Schweiz von einer Lawine verschüttet. Das stürzte den Fabrikanten in eine Depression, die damit endete, dass die Willoughbys ein vor ihrer Haustür ausgesetztes Baby vor seine Haustür legten. Von da an kümmerte sich der Kommandant rührig um das Findelkind Barbara und fand wieder neuen Lebensmut. Zu guter Letzt werden alle möglichen Handlungsstränge zu einem glücklichen Ende zusammengeführt: Lowry ist eine wahre Meisterin des Erzählens.

Der grandiose Humor und die vielen kreativen Ideen in diesem Buch sind herrlich. Als das Haus der Willoughby beispielsweise verkauft werden soll und die Immobilienmaklerin die potenziellen Kunden durchs Haus führt, tarnen sich die Kinder als Lampe, Kaktus, Kleiderständer und Teppich, und das Kindermädchen zieht sich nackig aus, bestäubt sich mit Puder, nimmt ein Bettlaken und gibt vor, eine Marmorstatue zu sein. Und wenn sie den Interessenten dann zuzwinkert, laufen die kreischend aus dem Haus. Wieso verkauft sich das Haus bloß nicht?!

Lowrys Einbinden von Klassikern der Kinderliteratur ist ebenso bemerkenswert. In allen möglichen Lagen sagen die Kinder: „wie Mary Lennox in Der geheime Garten“ (26), „wie Huckleberry Finn“ (124), oder „wie Betty in Betty und ihre Schwestern“ (123). Das Buch ist eine unterhaltsame Persiflage der klassischen Waisenromane des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sämtliche erwähnten Bücher werden in einer Liste zu Buchende witzig vorgestellt. Wenn man diese Bücher kennt, sind Lowrys Anspielungen natürlich noch viel lustiger.

Insgesamt ein unkonventionelles und feines Kinderbuch, ich würde sagen für alle ab ca. 11 Jahren, denn dann kann man den Humor und die Erzähltradition schon zuordnen. Auch für Erwachsene sehr zu empfehlen!

Lois Lowry, 1937 in Honolulu, Hawaii, als „Military Brat“ eines Army-Zahnarztes geboren, ist eine vielfach preisgekrönte, amerikanische Kinder- und Jugendbuchautorin. Hier findet Ihr den Link zu ihrer Homepage, auf der sie ihren, wie ich finde, sehr interessanten Lebensweg beschreibt und mit herrlich persönlichen Fotos bebildert: Heirat mit 19, 4 Kinder in 5 Jahren, Studium, Schriftstellerinnenlaufbahn, Scheidung mit 40, neuer Lebenspartner, Sohn im Krieg verloren, Friedenseinsatz. Ihrer eigenen Aussage nach ist der roten Faden in all ihren Büchern „the importance of human connection“ (die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen“). Das lässt sich auch in ihrem lustig-skurrilen Kinderroman Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby erkennen.

Lois Lowry. Die schreckliche Geschichte der abscheulichen Familie Willoughby (Und wie am Ende alle glücklich wurden). München: dtv junior, 2019. Übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn.

Lucy Astner: Schwesterherzen – Eine für alle, alle für DICH!

Leselevel: ♦♦♦◊◊
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Humor: ♦♦♦♦♦
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Elternvergnügen: ♦♦♦◊◊
Zielgruppe: Mädchen ab 8 Jahren
224 Seiten, Taschenbuch um € 11

Themen: Freundinnen, Schwestern, Zusammenhalt, weibliche Solidarität, Kameradschaft, Mädchen gegen Jungs, Pony, Pferd, Handy, Schwein, Fußball

Die 12-jährige Bonnie ist genervt: drei Brüder, dafür kein Pferd und kein Handy. Echt hart. Und die Fußballjungs vom FC Amigo gehen ihr auch auf den Zeiger. Aber was ihr an den Amigos gefällt ist, wie die zusammenhalten. Das müssten Mädchen doch auch hinbekommen! Zusammen mit ihrer besten Freundin Smilla beschließt sie, einen Mädchenclub zu gründen. Zuerst ist das Freundinnenfinden nicht leicht, aber als beim Baden mit der Schule die Klamotten von Bonnie, Smilla, dem Grufti-Girl Jo, der runden Nuca und der Tussi Monti verschwinden, werden die „Schwesterherzen“ gegründet und zusammen sinnen die Mädels auf Rache – denn das können doch nur die Amigos gewesen sein!

Der schwungvolle Kinderroman rund um die 5 unterschiedlichen Schwesterherzen aka Sicret Sistahz ist echt witzig und unterhaltsam geschrieben. Es geht drunter und drüber und zum Schluss landet auch noch ein Pony auf dem Balkon von Montis Nobelschuppen. Die Illustrationen von Nadine Jessler sind auch extrem gelungen. Meine Töchter lieben das Buch – eine optimale Ferienlektüre! Und der zweite Band über die Mädchenbande ist soeben erschienen – das wird sicherlich auch ein großer Spaß!

Die 1982 in Hamburg geborene Lucy Astner ist nicht nur als Kinderbuchautorin erfolgreich, sondern auch als Drehbuchautorin – Matthias Schweighöfers witziger Kinofilm Der Nanny stammt z.B. aus ihrer Feder. Die reiselustige Schrifstellerin hat 4 Kinder und lebt in Deutschland.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Thienemann-Esslinger Verlag und Henrike Blum für das Rezensionsexemplar.

Lucy Astner. Schwesterherzen: Eine für alle, alle für DICH! Mit Illustrationen von Nadine Jessler. Stuttgart: Planet! im Thienemann-Esslinger Verlag, 2019.

Cally Stronk und Constanze von Kitzing: Leonie Looping – Kleine Robbe in Not

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Zielgruppe: Jungs und Mädchen ab 5 Jahren, zum Selberlesen ab 7
100 Seiten, gebundene Ausgabe um € 8,99

Themen: Freundschaft, Umweltschutz, Elfen, Ostfriesland, Campen, Plastikmüll

Dieses ErstleserInnen-Buch besticht mit wunderschönen Illustrationen von Constanze von Kitzing, die schon mit ihrem Bilderbuch Was fressen Monster (2018) und vielen anderen Publikationen begeistert hat, und der spannenden Geschichte von Cally Stronk, der bekannten, preisgekrönten Berliner Kinderbuchautorin.

In diesem Band, dem 7. der ErstleserInnen-Reihe rund um Titelheldin Leonie Looping, campt sie zusammen mit ihrem Freund Florian, Oma Anni und den Schmetterlingselfen Mücke, Luna und Kim-Chi in Ostfriesland. Als sie auf ein verletztes Robbenkind treffen, erkennen sie, dass der Plastikmüll im Meer und am Strand ein echtes Problem ist. Bei ihrer Rettungsaktion geraten die Freunde in große Gefahr.

Eine tolle Urlaubslektüre, die auch Lesemuffel fesseln wird. Und elf elfige Plastikspartipps gibt’s obendrauf!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Ravensburger Buchverlag für das Rezensionsexemplar. Meine Töchter und ich sind von Leonie Looping echt begeistert!

Cally Stronk und Constanze von Kitzing. Leonie Looping: Kleine Robbe in Not. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag, 2019.

Alice Turquois: Mein supertoller Rätselspaß

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Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 5 – 7 Jahren
48 Seiten, Broschur, € 6,99

Themen: Rätsel, Labyrinthe, Ausmalseiten, von Punkt zu Punkt, verworrene Fäden, Suchbilder, zuzuordnende Ausschnitte, Dominosteine, Meereswissen, Tiere im Meer, Ferienheft, Beschäftigungsbuch

Das unterhaltsame Ferienheft Mein supertoller Rätselspaß: Am Meer ist wunderbar zur Beschäftigung von Kindern zwischen 5 und 7 Jahren geeignet. Eine bunte Palette von Suchbildern, Labyrinthen, Rätseln, Ausmalseiten, Punkt-zu-Punkt-Bildern, Fadensalaten, zuzuordnenden Ausschnitten und Dominosteinen wird die Kids fesseln und nebenbei ihr Hirn auf Trab halten. Es wird sogar etwas Meereswissen vermittelt.

Die coolen Illustrationen von Alice Turquois sprechen Jungs genauso an wie Mädchen. Die Bilderwelt rund ums Meer sieht aus wie ein toller Zeichentrickfilm und gefällt den Kindern garantiert. Ahoi! Spaß nähert sich in schneller Fahrt auf 10 Grad Backbord 🙂 !

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich beim Thienemann-Esslinger Verlag und Henrike Blum.

Alice Turquois (Illustratorin). Am Meer: Mein supertoller Rätselspaß. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2019.

Dirk Hennig: Die besten Schülerwitze

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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 6 – 9 Jahren (und darüber hinaus)
160 Seiten, Taschenbuch um € 5

Themen: Witze, Humor, Schule, Zeugnis, Ferien, Familie, Tiere, Sport und Freizeit, ErstleserInnen, Rätsel, Zungenbrecher

Ein super Witzebuch für ErstleserInnen und Humorbegeisterte ab 6 Jahren. Alles, was das (Scherz-)Herz begehrt, steckt in diesem tollen Taschenbuch: Witze, lustige Rätselfragen und Sprüche, Zungenbrecher und spaßige Illustrationen vom deutschen Illustrator Dirk Hennig. Beispiel gefällig?

„Fragt der Neue in der Schulklasse: ‚Wann macht ihr hier eigentlich Pause?‘ – ‚Nie! Wir schlafen durch.‘“ (Seite 11)

Den kannte ich noch nicht. Und viele andere gute Schenkelklopfer auch nicht, was mich echt überrascht hat. 🙂

Der kleine Preis macht dieses gute-Laune-Buch zu einem super Zeugnisgeschenk und wird so manch laaaangweilige Stunde in den Ferien verkürzen! Außerdem ist es eine optimale Leseübung: Witze sind kurz, und die Schrift ist angenehm groß. So macht das Lesen wirklich Spaß!

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Thienemann-Esslinger Verlag und Henrike Blum für das Rezensionsexemplar. Leider wurde es schon nach kurzer Zeit von meinen Kindern entführt… Aber ich hab es später wieder zurückstibitzt, hihi!

Dirk Hennig (Illustrator): Die besten Schülerwitze. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2019.

William Shakespeare und Lisbeth Zwerger: Romeo & Julia

Leselevel: ♦♦♦♦◊
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Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦

Zielgruppe: meiner Einschätzung nach ab 8 Jahren, auch für erwachsene Verliebte und Shakespeare-Fans sehr zu empfehlen. Das vom Hersteller empfohlene Alter liegt bei 12 – 15 Jahren. Ich traue jüngeren LeserInnen die gehobene Sprache allerdings schon zu, insbesondere da durchwegs geläufige Wörter verwendet werden
48 Seiten, gebundene Ausgabe um € 19,95

Themen: Liebe, Feindschaft, Verona, Shakespeare-Drama für Kinder, Liebespaar

Romeo und Julia las ich zum ersten Mal als 17-Jährige (Shakespeares beliebtestes Drama war natürlich Schullektüre). Gott sei Dank hatte unsere Englischlehrerin Gnade mit uns und schaffte für uns Teenies eine zweisprachige Schulausgabe der Cambridge University Press mit Verständnishilfen an. Ich stand schon nach den ersten Seiten in Flammen und fand das Drama genial. Umso mehr freut es mich, dass Lisbeth Zwerger sich Shakespeares Romeo und Julia „vorgeknöpft“ hat und die herausfordernde Geschichte für Kinder nacherzählt und illustriert hat. Herausgekommen ist ein rundum gelungenes Meisterwerk, das ich Euch sehr ans Herz legen möchte.

Die Geschichte vom berühmtesten Liebespaar der Weltliteratur ist vielen Erwachsenen geläufig, wenn nicht von Shakespeares Theaterstück, dann zumindest von Leonard Bernsteins West Side Story oder Baz Luhrmanns cooler Verfilmung aus dem Jahr 1996. Lisbeth Zwerger macht diese Liebesgeschichte Kindern zugänglich, in einfachen Sätzen und doch in stimmig-gehobener Sprache. Ihre wunderschönen, feinen Illustrationen veranschaulichen zum einen die Handlung und Gefühlswelt der Figuren, zum anderen sind sie zauberhafte Kunstwerke, die diese Ausgabe von Romeo und Julia anderen überlegen machen. Als Sahnehäubchen hat Zwerger noch Shakespeares Originalstimme eingebaut und die berühmtesten Zitate bzw. wichtigsten Zeilen des Theaterstücks in den Text eingefügt. Was will man mehr?

Tja… also eigentlich will man noch, dass die Geschichte gut ausgeht und Romeo und Julia bis an ihr Lebensende glücklich zusammenleben. Ob Lisbeth Zwerger das möglich macht???

Wenn Ihr Eure Kinder an Shakespeares geniales Werk heranführen wollt bzw. den Kids die Romeo und Julia-Story vorstellen wollt, kann ich Euch dieses Buch nur empfehlen. Hier könnt Ihr mein Interview mit der großartigen Lisbeth Zwerger nachlesen.

Ich bedanke mich sehr herzlich beim Verlag Michael Neugebauer (Minedition), von dem ich ein signiertes Rezensionsexemplar erhalten habe.

William Shakespeare. Romeo & Julia. Nacherzählt und illustriert von Lisbeth Zwerger. Bargteheide: Michael Neugebauer Edition (Minedition), 2016.

Emma Carroll: Das Geheimnis der roten Schatulle

Leselevel: ♦♦♦♦◊
Wissenssteigerung: ♦♦♦♦◊
Humor: ♦♦♦◊◊
Spannung: ♦♦♦♦♦
Gefühl: ♦♦♦♦♦
Elternvergnügen: ♦♦♦♦♦
Zielgruppe: Jungs und Mädchen von 9 – 12 Jahre (und darüber hinaus)
336 Seiten, gebundene Ausgabe um € 15

Themen: Freundschaft, arm, reich, Diebin, Wissenschaftler, Heißluftballon, Erfinder, Erfindung, die Brüder Montgolfier, Detektivgeschichte, Spannung, historischer Roman: 18. Jahrhundert

Emma Carrolls Kinderroman rund um die erste Ballonfahrt der Welt ist superspannend und handelt von der Diebin Elster, die von der zwielichtigen Madame Delacroix beauftragt wird, aus dem Hause der Erfinderbrüder Montgolfier eine rote Schatulle zu stehlen. Der Einbruch misslingt, doch die Elster rettet später Montgolfier Junior bei einem missglückten Heißluftballonversuch das Leben. Sie verletzt sich dabei und wird im Erfinderhaushalt gesund gepflegt. Dort freundet sie sich mit dem jungen Pierre Montgolfier an. Die beiden verbindet nicht nur ihr wacher Geist und das herzliche Wesen, sondern auch ihre ungewöhnlichen Haustiere: Pierre zieht mit einer Ente herum und die Elster mit einem Hahn. Als der französische König die Montgolfiers einlädt, ihren Heißluftballon in Versailles vorzuführen, hilft die ehemalige Diebin den Erfindern mit ihren Küchenbeobachtungen auf die Sprünge. Ob sie dem König ein flugfähiges Modell bringen können? Und wie wird die Elster mit den Drohungen ihrer einstigen Auftraggeberin Madame Delacroix fertig? Was will diese überhaupt von den Montgolfiers?

Der Roman bleibt spannend bis zum Schluss und zieht die Leserschaft total in seinen Bann. Der historische Hintergrund des Buches ist natürlich überaus faszinierend. In Anwesenheit des französischen Königs Ludwig XVI. ließen die Brüder Montgolfier am 19.9.1783 ihren Heißluftballon aufsteigen – an Bord befanden sich eine Ente, ein Hahn und ein Hammel, die Carroll geschickt in ihren Roman einbaut. Mit dieser achtminütigen Ballonfahrt gingen die Montgolfiers in die Geschichte ein, und noch heute nennt man Heißluftballon-Wettbewerbe „Montgolfiaden“.

Emma Carroll ist eine englische Kinderbuchautorin (Jahrgang 1970), die mit ihrem Mann und den Jack Russell Terriern Pip und Bertie in den Hügeln von Somerset lebt. Auf ihrer Homepage schreibt Carroll, ihre Bücher seien für jede(n), egal welchen Alters, auch wenn man sie im Buchhandel in der Abteilung für 9-12 Jährige finde. Das kann ich nur unterstreichen: Das Lesen dieses Buches war nicht nur für meine Tochter sondern auch für mich ein Genuss. Emma Carroll liebt übrigens Schnee und ist seit ihrem 11. Lebensjahr Vegetarierin. Mehr zur Autorin findet Ihr hier.

Emma Carroll. Das Geheimnis der roten Schatulle. Übersetzt von Cornelia Panzacchi. Stuttgart: Thienemann-Esslinger Verlag, 2019. Titel des englischen Originals: Sky Chasers.